Egal, ob Startup, mittelständisches Unternehmen oder Großkonzern. Viele erfolgreiche Businesses haben die Kanäle über die sozialen Plattformen gefunden und nutzen diese als Sprachrohr an ihre Zielgruppe. Sei es nun schlicht via Twitter und Facebook, um das nachrichtenaffine und junge Segment anzusprechen oder als Videoblog über YouTube für die Liebhaber des Visuellen.

Viele dieser Unternehmen unterstützen dabei aktiv das Engagement ihrer Mitarbeiter im Social Web und auf Blogs. Allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Herangehensweisen, wie Content gepublisht werden soll.

Allgemeine Regeln des respektvollen Miteinanders

Allgemein gilt es, auch bei Social Media eine Strategie zu verfolgen. Einmal angefangen, darfst du diesen Bereich nicht aus den Augen verlieren. Er erfordert Zeit und aktiven Dialog. Auch wenn es nicht so aussieht, Social Media und Blogging ist Arbeit. Dabei sollten für dich allgemeingültige Umgangsformen wie Respekt, Ehrlichkeit und gesunder Menschenverstand selbstverständlich sein. Auch im Internet ist Netiquette angesagt. Darüber hinaus liegt die Verantwortung für jeglichen Inhalt bei dir selbst, nicht beim Unternehmen. Um das Risiko eines Fettnäpfchens zu minimieren, lass auch immer einen Kollegen über sämtlichen Inhalt schauen, sofern du dir nicht 100% sicher bist. Denn bedenke: einmal veröffentlicht, bleiben Inhalte noch lang nach dem Entfernen im Netz auffindbar.

Im nächsten Abschnitt findest du 15 Tipps, mit denen du dir einen erfolgreichen Pfad durch den Content Dschungel schlagen kannst.

Wie kleine und große Unternehmen ihren Content gestalten

1. Unternehmenswerte
Viele dieser erfolgreichen Unternehmen haben einen Verhaltenskodex, einen Code of Conduct, einen Leitfaden für Verhalten oder wie auch immer du es nennen willst. Sofern dein Unternehmen so etwas auch für Mitarbeiter bereithält, orientiere dich daran. Werte, die im Unternehmen und mit Kooperationspartnern gelten, gelten auch für soziale Plattformen.
2. Transparenz
Glaubwürdigkeit im Netz ist das A und O. Mache immer eindeutig klar, dass du für ein Unternehmen arbeitest. Nichts schadet deiner Glaubwürdigkeit mehr als eine von dir erfundene Persönlichkeit. Das Netz ist nicht anonym und so solltest auch du offen mit deiner Person umgehen.
3. Deine Meinung
Im Social Web veröffentlichst du deine eigene Meinung, nicht die des Unternehmens. Schreibe aus deiner eigenen Sicht („Ich“), nicht aus der deines Arbeitgebers („Wir“). Unternehmen unterstützen den Ausdruck deiner Persönlichkeit und Meinung in den meisten Fällen.
4. Relevanz
Inhalte werden erst dann interessant und lesenswert, wenn sie relevant sind – für die Zielgruppe oder das Unternehmen. Es gibt genügend Überflüssiges im weltweiten Web. Trage du nicht auch noch deinen Teil dazu bei, sondern kreiere Inhalte mit Mehrwert.
5. Sorgfalt
Recherchiere sorgfältig. Checke Fakten nicht nur auf einer einzigen Seite, bevor du sie veröffentlichst. Und mache dem Leser klar, dass es Fakten sind. Auf der anderen Seite steht deine eigene Meinung. Diese ist klar abgetrennt von den Tatsachen. Gib bei Fakten möglichst die Quelle dazu an. Nutze auf der anderen Seite evtl. Recherchiertes nur, um deine eigene Meinung zu unterstützen.
6. Betriebsgeheimnisse
Es klingt überflüssig und sollte für dich ein „No Brainer“ sein, aber interne Daten bleiben intern. Du veröffentlichst nichts, was nicht auch aus der Webseite oder anderen öffentlichen Quellen hervorgeht.
7. Gesetzliches
Auch dieser Punkt sollte nur aus Formalität erwähnt werden. Auch im Internet gelten Gesetze. Es ist keine gesetzesfreie Zone, wie manche Menschen denken. Besonders Urheberrecht wird im Internet groß geschrieben, da Inhalte gern ohne Zustimmung oder allzu salopp geteilt und verbreitet werden.
8. Privates vs. Geschäftliches
Differenziere zwischen einer geschäftlichen Aufgabe, dich im Web zu bewegen und deiner privaten Aktivität. Dabei können sich beide Bereiche auch leicht überlappen. Solltest du für dein Unternehmen beruflich auf den sozialen Plattformen unterwegs sein, mache dies effizient und vernachlässige nicht deine üblichen Aufgaben. Privates Surfen im Social Web solltest du auf jeden Fall mit dem Unternehmen abklären und aus den Richtlinien entnehmen, was vereinbart ist.
9. Abstimmung mit PR
In den meisten Fällen werden offizielle Stellungnahmen von der internen Public Relations Stelle abgearbeitet (oder einem dafür zuständigen Mitarbeiter). Einfache Anfragen und Kommentare solltest du beantworten können, aber offizielle Stellungsnahmen bleiben der dafür zuständigen Abteilung vorbehalten. Stimme dich am besten mit der PR-Abteilung / dem Social Media Team ab. Darüber hinaus lassen sich dort sicher auch Synergien nutzen.
10. Privatsphäre
Inhalte sind schnell erstellt und veröffentlicht. Und so auch etwaige Fehler. Anschriften, Geburtsdaten, Betriebsgeheimnisse etc. gehören nicht ins Social Web. So schützt du nicht nur dich, sondern auch deinen Arbeitgeber.
11. Fehler passieren
So wie überall können auch bei Social Media Fehler passieren: irrtümlich veröffentlichte Inhalte, veraltete Fakten oder einfach falsche Aussagen, die leicht widerlegbar sind. Das ist aber nicht schlimm. Steh zu deinen Fehlern. Es unterstreicht deine Glaubwürdigkeit. Dokumentiere sie gegebenenfalls und korrigiere sie anschließend. Auch du bist nur ein Mensch.
12. Dialog, nicht Monolog
Die Aktivität in sozialen Netzwerken ist ein ständiger Dialog, kein Monolog. Gehe auf Kommentare ein und nimm dir die Zeit, auf deine Leser zu reagieren. Auch negative Kritik und kontroverse Themen gehören dazu. Nimm sie dennoch nicht persönlich (aber ernst) und handele auf gar keinen Fall im Affekt. Überlege dir – gegebenenfalls auch zu zweit mit einem Kollegen – eine mögliche Antwort und zeig dich von deiner professionellsten Seite.
13. Mensch, nicht Corporation
Zeig dich auf sozialen Plattformen als Mensch, nicht als Unternehmen. Mehrwert bietet das Social Web erst dann, wenn du Inhalte teilst, die über die Firmenwebseite hinausgehen. Gib dem User Einblicke in die persönliche Seite des Unternehmens hinter der Corporate Identity.
14. Keine Markenbotschaften
Vermeide außerdem (mehr oder weniger) subtile Markenbotschaften in deiner Funktion als Social Media Akteur. Es geht nicht darum, Lesern etwas zu verkaufen, sondern sie zu informieren oder zu unterhalten. Bitte behalte diesen Aspekt im Hinterkopf und kommuniziere mit Usern so, wie du auch mit Kollegen, Bekannten oder Freunden schreiben würdest.
15. Bescheidenheit
Abschließend gibt es einen Punkt, der nicht notwendig ist, aber immer gut ankommt. Es gibt einen Grund, warum man sagt „Bescheidenheit ist eine Tugend.“ Gib dich als Teil des Ganzen und nicht von oben herab. Dein Unternehmen mag noch so innovativ, exzellent und außergewöhnlich sein, das ist trotzdem kein Grund, diese Stellung besonders zu betonen. Übe dich in Bescheidenheit und denke daran, dass du jetzt (wahrscheinlich) nicht dort stehen würdest ohne Befürworter, Kollegen oder Kunden.

Du entscheidest, welche Aspekte wichtig für dich und dein Unternehmen sind

15 Punkte für eine Guideline für erfolgreichen Content sind nur ein Anreiz. Es gibt mit Sicherheit auch besondere Bestimmungen. Ein Beispiel ist der Pharma-Bereich, in dem Regularien zur Dokumentation herrschen. Zusammengetragen von kleinen Unternehmen bis hin zu Großkonzernen dienen diese Tipps als Anstoß, dir mehr Gedanken zu machen, welche Aspekte beim Publishen für dich relevant sind. Gib dir oder deinen Kollegen eine Richtlinie. Diese ist nicht nur dein täglicher Leitfaden, sondern auch dein Korrekturwerkzeug.

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