Influencer-Marketing ist derzeit in aller Munde. Immer mehr Unternehmen nutzen die Strategie, um bestimmte Zielgruppen besser zu erreichen. Doch was ist überhaupt ein Influencer und worauf sollte man bei der Zusammenarbeit achten? Das verraten wir euch heute im neuen Blogpost.

1. Was ist ein Influencer?

Der Begriff Influencer stammt aus dem Englischen (to influence: beeinflussen) und bezeichnet Menschen mit einer großen Anzahl an Followern in sozialen Medien. Es handelt sich um Meinungsmacher mit einer reichweitenstarken Community, die immer häufiger für Marketing- und Kommunikationszwecke eingesetzt werden. Mit ihrer kreativen und authentischen Persönlichkeit erreichen sie spezielle Zielgruppen, also Menschen, die sich mit ihnen identifizieren. Als Markenbotschafter haben sie Einfluss auf die Bewertung von Brands oder Produkten.

Allerdings passen nicht alle Influencer zu jedem Unternehmen. Die Sparten reichen von Fashion, Beauty und Lifestyle über Autos und Technik bis hin zu Reisen, Fitness oder Ernährung. Unter den Meinungsführern befinden sich Experten sowie Entertainer oder Influencer mit Promifaktor. Wichtig ist deshalb nicht nur die Reichweite eines Accounts, sondern vor allem die Zielgruppe, die er anspricht.

2. Die wichtigsten Kanäle

Bevor ihr als Unternehmen mit Influencern in Kontakt tretet, solltet ihr euch über die verschiedenen Kanäle informieren. Welche passen am besten zu eurer Marke? Diese Plattformen sind derzeit gefragt:

  • Instagram
  • Youtube
  • Twitter
  • Facebook
  • Pinterest
  • Blogs

Man muss sich nicht für ein einziges Medium entscheiden, sondern kann eine Kampagne kanalübergreifend laufen lassen. Viele Influencer arbeiten ohnehin mit mehreren Plattformen gleichzeitig und ihr könnt auf ihre Expertise vertrauen. Die Meinungsführer wissen schließlich, welche Produkte auf welchem Kanal gut funktionieren und wo das Interesse ihrer Fangemeinde liegt.

3. Den richtigen Markenbotschafter finden

Damit sowohl die Glaubwürdigkeit der Marke als auch des Influencers erhalten bleibt, sollte der Kanal zur eigenen Brand passen. Wenn Produkte nicht auf spezielle Zielgruppen zugeschnitten sind, können sich zwar durchaus unterschiedliche Meinungsmacher für ein und dieselbe Kampagne eignen; dennoch ist gezielte Recherche das A und O. Eine Fashionista sollte nicht für Autos werben, während auf einen Familienblog keine alkoholischen Produkte gehören. Erst kürzlich hat Coral mit einer missglückten Influencer-Kampagne Schlagzeilen gemacht und den Spott des Internets auf sich gezogen.

Nur wenn Influencer und Marken gewisse Schnittpunkte haben, können durch ihre Community Leads generiert werden. Mit der Zeit entwickelt ihr ein Gespür dafür, welche Persönlichkeiten zu eurem Unternehmen passen. In der Regel nehmen Influencer auch nicht jede Kooperationsanfrage an, denn sie wollen ihre Authentizität nicht durch unglaubwürdige Produktplatzierungen aufs Spiel setzen. Wie ihr Blogger und andere Meinungsführer am besten ansprecht, erklären wir euch hier.

4. Reichweite ist nicht alles  

Bei der Recherche nach den passenden Partnern achten viele Firmen auf die Reichweite von Influencern und Bloggern. In Zeiten von Followerkauf oder Bots sollte dies jedoch nicht der einzige ausschlaggebende Faktor sein. Wichtiger als die Anzahl der Fans ist heutzutage vor allem die Engagement Rate, also die Menge an Reaktionen auf einen Beitrag – zum Beispiel Kommentare oder Likes. Achtet außerdem darauf, wie der jeweilige Influencer mit anderen Kollegen vernetzt ist. Andere KPIs sind die Conversion Rate sowie Klicks auf den Tracking-Link oder neugewonnene Follower auf dem Firmenaccount. Je nach Kampagne können diese Faktoren variieren.

Die durchschnittliche Engagement Rate liegt bei Influencern in der Regel bei 2-5 Prozent. Und hier kommt erneut die Reichweite ins Spiel: Gerade bei sogenannten Micro Influencern ist dieser Wert oftmals deutlich höher. Anders als die großen Berühmtheiten in der Social Media Welt, haben sie anstatt Millionen von Abonnenten nur bis zu 100.000 Fans. Der Vorteil: Durch Nischenthemen und die kleinere Reichweite punkten sie durch einen größeren Einfluss auf ihre Community. Macro Influencer haben zwar deutlich höhere Reichweiten, platzieren jedoch viele unterschiedliche Produkte auf ihrem Kanal und haben deshalb mehr Streuverluste. Micro Influencer sind vor allem für kleinere Unternehmen interessant, weil sie für wenig Budget ein hohes Engagement erzielen.

5. Ziele definieren und Strategien entwickeln 

Habt ihr die richtigen Influencer für eure Kampagne gefunden, solltet ihr mit ihnen gemeinsam die einzelnen Schritte der Zusammenarbeit bestimmen. Welche Ergebnisse sollen erreicht werden und welche Inhalte sind wichtig? Nur, wenn die wichtigsten Ziele im Voraus definiert wurden, kann die Kampagne für beide Seiten zufriedenstellend ablaufen. In unserem kostenlosen Whitepaper lest ihr mehr über erfolgreiche Content Marketing Strategien.

Blog Post Templates

Mögliche Ziele:

  • Die Bekanntheit der Marke steigern
  • Produktnutzung in Tutorials erklären
  • Bessere SEO-Ergebnisse durch Backlinks erzielen
  • Mehr Follower in den sozialen Netzwerken bekommen
  • Vertrauen von Kunden steigern
  • Mehr Kaufanreiz schaffen

Nach der Festlegung von Zielen folgt die Entwicklung einer Strategie. Wichtiges Stichwort: Storytelling. Eine glaubwürdige Geschichte ist beim Influencer-Marketing essenziell, das haben wir am Fall von Coral gesehen. Einfach ein Produkt in die Kamera zu halten, gilt nicht als glaubwürdig. Follower wollen authentischen Content mit Mehrwert und keine reine Werbeplattform. Um überzeugende Inhalte zu kreieren, zahlen sich langfristige Kooperationen mit Influencern und Bloggern aus. Positive Beispiele für Influencer-Marketing findet ihr in diesem Artikel.

Ebenfalls wichtig für die Strategie ist die Festlegung von Parametern zur Markensichtbarkeit: Wie soll die Brand in dem Post integriert werden? Dürfen Konkurrenzprodukte darin vorkommen? Welche Hashtags oder Links gehören zur Kampagne und an welcher Stelle müssen sie platziert werden?

6. Kreative Freiheiten lassen 

Auch wenn ein umfangreiches Briefing Pflicht ist, sollte der Influencer bei der Umsetzung ausreichend Freiraum haben. Die Fans folgen ihm wegen seiner individuellen Art und nicht, um auf jedem Instagram-Account das gleiche Foto zu sehen. Der Content darf weder gestellt noch unnatürlich wirken, um der Glaubwürdigkeit nicht zu schaden. Wer auf die Kreativität des Influencers vertraut – der auf diesem Gebiet Profi ist – wird mit interessanten und reichweitenstarken Beiträgen belohnt.

7. Die rechtliche Seite  

In letzter Zeit wurde das Thema Kennzeichnung im Bezug auf Influencer-Marketing häufiger in den Medien diskutiert. Viele der Meinungsführer haben auf Instagram und Co. Produkte beworben, ohne sie als Werbung zu markieren. Sobald für diese Postings Geld fließt, müssen sie jedoch gekennzeichnet werden, weil sie sonst als Schleichwerbung gelten und mit hohen Bußgeldern bestraft werden.

Ein offener Umgang ist bei der Zusammenarbeit mit Influencern und Bloggern für beide Seiten wichtig. Besteht bei jeder Kampagne auf eine klare Kennzeichnung eurer werblichen Inhalte. Konkret bedeutet das, dass sowohl Fotos als auch Videos und Blogbeiträge mit dem Wort „Werbung“ bzw. „Advertisement“ markiert sein müssen.

8. Kampagnen auswerten und Erfolge messen

Am Ende einer Kampagne geht es beim Influencer Marketing wie auch bei anderen Maßnahmen um die Analyse. Wurden die festgelegten Ziele erreicht? War das Budget richtig kalkuliert? Welche KPIs wie Reichweite, Engagement oder Verkaufszahlen lassen sich anhand der Auswertung generieren?

Neben diesen Zahlen ist der Erfolg der Zusammenarbeit mit dem Influencer entscheidend und wie nachhaltig und gut der Content geworden ist. Keine Panik, wenn das erste Mal nicht reibungslos geklappt hat. Wer Geduld mitbringt und sich langsam ein kleines aber feines Netzwerk aufbaut, wird in den nächsten Jahren maßgeblich vom Hype der Social-Media-Stars profitieren.

Influencer-Marketing ist eine gute Strategie, um das Content Marketing eines Unternehmens nachhaltig zu bereichern. Durch die Arbeit mit den Meinungsmachern bekommt ihr nicht nur die Möglichkeit, neue kreative Inhalte zu generieren und verbreiten; ihr könnt außerdem über den eigenen Tellerrand schauen und von Experten lernen, wie ihr Zielgruppen für eure Themen begeistert.

Was haltet ihr von der Zusammenarbeit mit den digitalen Meinungsführern? Liegt vielleicht sogar schon eine erfolgreiche Kooperation hinter euch? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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