Audio Marketing, schon wieder so ein neuer Content-Trend? Mitnichten. Im Gegenteil dürfte Audio Marketing wohl die Zukunft einläuten. Besser gesagt hat es das sogar schon. Und zwar spätestens mit der Einführung von Siri, Alexa und all den anderen audio-responsiven Helferlein, die die Content-Suche für Nutzer bereichert haben. Audio Marketing ist also mindestens eine Ergänzung zur bisherigen Content-Strategie. Langfristig allerdings dürfte die sprachgesteuerte Suche aber die Norm werden, weshalb Audio Marketing zukünftig für alle im Web vertretenen Anbieter ein Muss werden dürfte.

Wie bei jeder Neuerung in Sachen Online-Marketing ist es auch hierbei schlau, die Möglichkeiten schon früh umzusetzen. Warum? Weil Schnelligkeit auf Dauer mit einer besseren Position im Suchindex-Ranking belohnt wird. Wer also frühstmöglich in die Produktion von Audio-Inhalten investiert, kann auf lange Sicht profitieren. Damit man Audio Marketing aber richtig und erfolgreich betreiben kann, muss man zunächst einmal wissen, was dahinter steckt. Zum Glück ist das recht einfach zu verstehen. Audio Marketing ist im Grunde nichts weiter, als die Bereitstellung von Inhalten im hörbaren Format.

Fact Check: Das wichtigste über Audio Marketing als Content Marketing im Überblick

Die gute Nachricht für Marketer und Seitenbetreiber: Nein, man muss jetzt nicht alles, was man über Content Marketing und Algorithmen weiß, über den Haufen werfen! Im Gegenteil kann man sein Wissen gekonnt bei der Realisierung von Audio Content anwenden. Denn was für klassisches Content Marketing gilt, gilt auch für Podcast, Hörbuch und Smart Home Assistant Skill.

  • Werbung im Radio ist die älteste Form, sozusagen die Mutter des Audio Marketings. SEOs können sich davon einiges in Sachen kreativer Aufbereitung von Corporate-Sound-IDs, Jingles und Slogans abgucken.
  • Die bekannten Marketing-Regeln helfen zu verstehen, wie man sein Audio Marketing in bestehende Content- und SEO-Strategien integrieren kann.
  • In den nächsten Jahren ist absehbar, dass über 50 Prozent aller Webzugriffe via Sprachsteuerung erfolgen werden, weshalb Seitenbetreiber über kurz oder lang um eine Audio-Optimierung nicht mehr herumkommen werden.

Radiowerbung war der Anfang des Audio Marketings

Die ursprünglichste Form von Audio Marketing kennt jeder: Radiowerbung. Aber was hat das etwas angestaubte Format der Radiowerbung mit Audio Marketing zu tun? Nun, das Radio ist ein rein hörbares Medium. Der Audio-Aspekt hat also hier schon immer die wichtigste Rolle gespielt. Und damit die kurzen Werbespots im Radio Effekt haben, waren einprägsame Slogans und Jingles Pflicht. Wer kennt nicht „Saitenbacher! Lecker, lecker, lecker, lecker…“? Oder den typischen Sound, den die Sendungsmacher einspielen, bevor die Verkehrsmeldungen oder Nachrichten verlesen werden? Vom Werbejingle der Sender selbst einmal ganz abgesehen.

Von Radiowerbung kann man für das eigene Audio Marketing also lernen, dass kurze und prägnante Hörelemente ein erfolgreiches Tool sein könnten. Für Unternehmen kann das etwa ein Corporate Sound sein. Für Nokia war das eine sehr effektive Methode. Mit dem Wiedererkennungswert des typischen Nokia-Klingeltons haben sie es geschafft, dass die Audiodatei unweigerlich für eine Assoziation mit dem Handy und dem Firmennamen sorgt. Das bedeutet, ein unternehmenseigener Jingle oder Catchphrase kann eine unnachahmliche Wirkung haben. Mehr als es ein Logo oder das geschrieben Wort je könnten.

Audio-Content in die SEO- und Marketing-Strategie integrieren

Wie kann man diese Erkenntnisse nun in die Web-Welt und das eigene Content Marketing übertragen? Eine Lösung könnte sein, einen Corporate Sound einzuspielen, sobald der User auf die Homepage kommt. Dieser sollte aber nicht beim Aufrufen jeder einzelnen Unterseite ertönen und schon gar nicht unerträglich lange dauern. Denn der Grat zwischen „Begrüßungsjingle“ und „nerviger Beschallung“ ist schmal. Diese Anwendung einer Radio-Soundstrategie auf der Website ist also mit einigen Fallstricken gespickt. Audio-Content kann aber auch in einer anderen, weniger potentiell aufdringlichen Form bereitgestellt werden:

  1. Den Besuchern anbieten, sich Blogartikel vorlesen zu lassen.
  2. Die Audio-Datei zum Blogpost als Download offerieren.
  3. Einen Sprachassistenten auf Blog und Website einbinden.
  4. Visuelle Inhalte um Podcasts ergänzen oder in Podcasts verwandeln.
  5. E-Books als Hörbücher zur Verfügung stellen.
  6. Audiogramme in die Social-Media-Strategie und in Blogartikel einbinden.

Wissen, was kommt: darum wird Audio Marketing an Bedeutung gewinnen

Die wichtigsten Gründe, warum man sein SEO-Marketing schnellstmöglich um Audio-Content erweitern sollte, sind vorrangig die zunehmende Verwendung von Sprachsuch-Angeboten wie Siri, Cortana, Alexa und Google-Sprachsteuerung. Darüber hinaus werden die Online-Angebote durch Audio Marketing aber auch barrierefrei. Das bedeutet, als Unternehmer oder Firma kann man seinen Kundenradius erweitern. Man erreicht zum Beispiel Menschen auch dann, wenn sie gerade nicht aktiv im Internet suchen oder User, die aufgrund von Analphabetismus oder Blindheit nicht lesen können! Audio Marketing ist also ein Vorteil für Seitenbetreiber und Nutzer gleichermaßen:

  1. User, die bisher von der Verwendung von Webseiten ausgenommen waren oder nur unter erschwerten Bedingungen davon Gebrauch machen konnten, werden durch hörbaren Content angesprochen. Das erhöht den Service-Faktor und wirkt sich damit positiv auf das Image des Anbieters aus. Dieser erweitert durch das Angebot an Audio-Content sein Zielpublikum und erhöht seine Reichweite und Conversion-Rates.
  2. Wer Audio-Content anbietet, reagiert damit auf die Veränderung im User-Verhalten. Experten gehen davon aus, dass bis 2020 die Hälfte aller Websuchen per Sprachsteuerung angefragt werden. Die meisten Sprachsuchen werden dabei über mobile Endgeräte initiiert. Das hat starke Auswirkungen auf Webinhalte. Diese müssen nicht mehr nur mobil-responsiv sein, sondern auch noch audio-responsiv. Was bedeutet das für dein Content-Marketing?

So geht Audio Marketing 2018 – 3 Erste-Hilfe-Maßnahmen für SEOs

Wir schreiben das Jahr 2018. Wenn wir davon ausgehen, dass die Prognosen stimmen und bis 2020 50% aller Suchanfragen per Spracheingabe erfolgen, muss das bisherige SEO und der bisherige, stark visuelle Content dringend angepasst werden.

1. Alles eine Frage des Stils

Eine Art, bestehenden Content audio-responsiv zu machen, ist, den Schreibstil anzupassen. Nutzer sprechen mit Google wie mit einer Person. Dabei verwenden sie einen informelleren Sprachstil, als in der Schriftsprache. Außerdem sind bei einer Sprachsuche gängige Phrasen üblicher, etwa W-Fragen, die man im nächsten Absatz direkt auch beantwortet. Maßnahme 1 lautet also, bestehende Text-Inhalte stilistisch an dieses User-Verhalten anzupassen.

2. Keywords und Formulierungen umstellen

Longtail-Keywords und Suchphrasen funktionieren beim sprachgesteuerten Gebrauch des Internets besser, als einzelne Schlüsselwörter, die – wie man selbst in 2018 noch viel zu häufig liest – nicht korrekt ausformuliert werden, aus Angst, Stoppwörter würden die Wirkung und damit das Ranking schwächen. Typische Audio-Suchen sind außerdem als Frage formuliert. Diese kann man gut in Headlines verwenden. Maßnahme 2 ist, Fragen und Suchphrasen im Text unterzubringen.

3. Re-Issue und Aktualisierung bereits publizierter Inhalte

Sind die beiden ersten Maßnahmen eingeleitet, ist das bereits ein guter Schritt, um bei sprachaktivierten Suchanfragen Googles Algorithmus zu triggern. Wer die Audio-Responsivität nun noch weiter erhöhen möchte, kann aktiv hörbare Elemente in bestehende Textinhalte einfügen. Audiogramme sind ein guter Anfang. Dabei wird ein Bildelement mit Sprachinhalten unterlegt. Als 3. Maßnahme Zitate oder wichtige Sätze aus dem Text-Content auditiv hervorheben.

Wie geht Audio Marketing?

Um Audio Marketing in die Online-Marketing-Strategie zu implementieren, gibt es verschiedene Ansätze. Weiter oben wurde bereits angedeutet, dass es zur Umsetzung mehrere Möglichkeiten gibt. Das wirft natürlich auch einige Fragen auf: Welches Audio-Format ist am besten geeignet? Sollte man jetzt nur noch Audio-Content produzieren? Wie und wo soll man anfangen?

Welche Tools braucht man für Audio Marketing?

Um hörbaren Content zu produzieren, ist es erforderlich, ein zumindest rudimentäres Aufnahmeequipment zu haben. Für die ersten Schritte reichen kostenlose Softwares und Programme wie etwa Audacity vollkommen aus. Einbinden lassen sich die Dateien als Videodatei oder per Player, etwa via Soundcloud. Der Vorteil davon ist, dass die Formate jeweils auch über Social Media und weitere Plattformen hochgeladen und geteilt werden können. Je hochwertiger und länger die Audio-Inhalte später einmal werden sollen, desto ratsamer ist es, in umfangreichere Tools zu investieren.

Entscheidungshilfe: Wie findet man geeignete Audio-Formate?

Je nachdem, welche Mittel zur Verfügung stehen, ist das gerade erwähnte Audiogramm ein guter Einstieg. Hierzu einfach einen Schlüsselsatz oder ein markantes Zitat aus einem Artikel kurz aufnehmen und die Tonspur mit einem Bild hinterlegen und einbinden. Im Idealfall spielt die Datei automatisch ab. Denkbar wäre ein Autoplay, sobald das Bild im oberen Drittel des Scrollbereiches auftaucht. Noch besser wäre, die Audiofile spielt ab, sobald der Leser mit dem Cursor über das Audiogramm fährt (Mouse-Over).

Längere Tondateien, wenn man etwa den kompletten Blogpost anbieten will, sollten per Klick auf Play abgespielt werden können. Das trifft zum Beispiel dann zu, wenn man Artikel zum Download anbieten will oder dem User die Möglichkeit geben will, sich die kompletten Beiträge vorlesen zu lassen. Podcasts sind ebenfalls gut geeignet dafür, schriftlich angerissene Themen detaillierter zu behandeln oder um Artikel um auditive Interviews zu ergänzen.

Aufwändiger sind Audio-Quellen wie Sprachassistenten oder die Produktion von eBooks. Hier ist es sinnvoller, sich an Experten zu wenden. Eine Homepage-interne Sprachsteuerung bedarf eines versierten Programmierers und auch die Transformation eines eBooks in ein Hörbuch bedeutet einen gewissen Mehraufwand. Gerade für kleine und mittelständische oder gar Einzelunternehmer ist es oft einfacher, solche Aufgaben outzusourcen.

Was ist besser? Audio-Content, Text-Content oder beides?

Wer nun fürchtet, Audio Marketing wäre eine Last für sein Unternehmen oder seine Website, sollte sich unbedingt noch einmal darauf besinnen, dass Audio Marketing auch die wunderbare Möglichkeit bietet, bestehende und ältere Inhalte auf Blog und Website sinnvoll, effektiv und gewinnbringend wiederzuverwerten. Und dass es eine SEO-technisch schlaue Sache ist, bestehende Inhalte upzudaten, sollte jedem Webmarketer, der etwas auf sich hält, bekannt sein! Ältere Artikel überarbeitet bzw. ergänzt neu zu veröffentlichen ist ein gängiges Mittel im Content Marketing

Sollte man jetzt komplett umsteigen und von der schriftlichen Content-Produktion absehen? Nein, denn noch immer ist das Internet ein visuelles Medium. Nicht jeder User möchte Informationen nur hören. Das Ideal für Content Marketing 2018 ist demnach eine gesunde Mischung aus visuellen, lesbaren Inhalten und auditiven, hörbaren. Audio Marketing sollte also eine Ergänzung sein, die den Trend zur Sprachsteuerung im Web aufgreift und eine Chance, seine Reichweite, Zugriffe und Target Group, sowie im letzten Schritt seine Umsätze zu erhöhen.

Welche Vorteile hat Audio-Content gegenüber Text-Content?

Audio-Content Text-Content
Erreicht auch Menschen, die andernfalls vom Besuch der Website ausgeschlossen wären. Schriftliche Inhalte schließen potentielle Kundengruppen (Leseschwäche, Blindheit) aus.
Man kann sein Image und seine Reputation (Service, Support, Innovation) verbessern. Rein visueller Chat-Support und Kontaktformular sind Standard, heben sich aber nicht ab.
Menschen finden fernab vom Computer niedrigschwelligen Zugang zu Informationen. Um Webinhalte zu lesen, muss man online und auf der Page sein.
Audio-Content ermöglicht eine noch dezidiertere Content-Distribution auf mehreren Kanälen. Textinhalte gehen in der Social Media oft unter. Die Reichweite ist dort deutlich eingeschränkter.
Man kann sich frühzeitig in einem Trend positionieren, was das Ranking nachhaltig stärkt. Wer an reinem Text-Content festhält, verpasst eventuell den Trend und riskiert seine Rankingposition.

Warum Audio-Content-Marketing wichtig ist

Mit Corporate Sounds, Audiogrammen und Podcasts kann man seinem aktuellen Content Marketing den Drall in Richtung Zukunft geben. Zwar ist die Produktion von auditivem Content natürlich ein Mehraufwand. Dabei gilt: Je aufwändiger der Audio Content ausfällt, etwa Podcasts, Hörbücher oder Study-Case-Vertonungen, desto zeitintensiver die Produktion. Es lohnt sich aber dennoch, frühzeitig in Audio Marketing zu investieren.

  • Corporate-Jingles etablieren eine unmittelbare und langfristige Assoziation mit der eigenen Marke beim Kunden.
  • Catch Phrases kann man als eine Art auditives Logo verstehen.
  • Sprachassistenz zur Navigation oder etwa Alexa Skills sind ein Service-Plus, das von Fans und Usern gern angenommen wird.
  • Bereits 2018 benutzen bis zu 40% aller User Sprachassistenten und jeder dritte Deutsche konsumiert Podcasts.
  • Laut einer Studie von Anfang 2018 gaben über 40% der Podcast-Hörer an, darüber Interesse an einem neuen Produkt bekommen zu haben.
  • Reine Textlinks zeichnen sich durch eine deutlich geringere Reichweite und entsprechend schlechte Interaktionsrate auf Social Media aus.
  • Audio Marketing begleitet die User auf dem Weg in die Zukunft des Internets.

Was bedeutet Audio Marketing für Leads, Sales und Zugriffe?

Es ist eine logische Schlussfolgerung, dass Audio Marketing für Unternehmen und Seitenbetreiber ein Umsatzplus bedeutet. Der hörbare Content erschließt neue Zielgruppen, weist eine bessere Interaktion auf Social Media auf und weckt bei Usern gesteigertes Interesse an Produkten. Das bedeutet, dass man mit gutem Audio-Content also mehr Leads generieren kann, die in der Folge die Sales verbessern. Denn, eine größere Zielgruppe und Reichweite, beinhaltet konsequenter Weise mehr Kundenpotential. Audio Marketing tut also auch den Umsätzen gut.

Audio Marketing: Den neuen Trend aufgreifen und nutzen

Wer 2018 den Anschluss ans Audio Marketing verpasst hat, sollte es sich für 2019 unbedingt auf die Agenda schreiben. Denn dieser Trend wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Um zu verstehen, was man bei der Produktion von Audio-Content beachten muss und wie man es gekonnt in die bestehende Marketing-Strategie integriert, können Guides und Tipps nie schaden. In der contentbird Academy wird alles Wissenswerte über auditive Inhalte, ihre Umsetzung und ihr Potenzial vermittelt.

 

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