Um ihre Lehrstellen zu besetzen, buhlen Unternehmen zunehmend um die Gunst junger Menschen. Ein Azubi-Blog ist eine hervorragende Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen. Finde im folgenden Artikel heraus, was du beachten musst, um deine Zielgruppe zu inspirieren.

Der Kampf um Nachwuchs

Deutsche Betriebe haben immer mehr Probleme, Auszubildende zu finden. Eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) aus dem Jahr 2017 ergab, dass ein Drittel der befragten Unternehmen zu dem Zeitpunkt vakante Lehrstellen hatte. 

Als Hauptgrund für den Nachwuchsmangel gilt die Akademisierung der Gesellschaft. 2017 besaßen 53 Prozent der 20- bis 24-Jährigen in Deutschland eine Hochschul- oder Fachhochschulreife. Die meisten Abiturienten entscheiden sich für ein Studium, die duale Ausbildung gilt dagegen zunehmend als unattraktiv.

Azubi-Blog informiert und liefert neue Impulse

Azubis aus ihrer eigenen Perspektive erzählen zu lassen, ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Zum einen können sich die jungen Leser mit Menschen in ihrem Alter besser identifizieren. Zum anderen setzen Jugendliche andere Schwerpunkte, wenn sie von ihrem Alltag im Unternehmen oder in der Berufsschule berichten. 

Einen gelungenen Azubi-Blog betreibt TUI. Die Nachwuchstalente des Touristikkonzerns berichten darin wöchentlich über ihre Aufgaben am Arbeitsplatz, Teamevents und private Hobbys. Der Ton ist locker, aber nicht salopp. Hochwertige Bilder runden die Beiträge ab. Auch Ikea, die Sparkasse und ThyssenKrupp lassen ihre Azubis zu Wort kommen.

Zielgruppe Verstehen und Vertrauen gewinnen

Deutsche Jugendliche verbringen durchschnittlich sieben Stunden am Tag online. Ihre Informationen holen sie sich vor allem aus sozialen Netzwerken, YouTube-Videos und Online-Medien. Um sie zu erreichen, ist es wichtig zu wissen, welche Themen sie bewegen. 

Laut der Shell-Studie 2019 sorgen sich 71 Prozent der jungen Menschen um die Umwelt. Wenn dein Unternehmen sich für Nachhaltigkeit einsetzt, solltest du also darüber schreiben. Auch Mental Health beschäftigt laut einer Umfrage der Bosch-Stiftung die Generation Z.

Ein gutes Beispiel für auf die Zielgruppe zugeschnittene Artikel liefert der Azubi-Blog von Otto. Eine Auszubildende erzählt in einem Posting, wie sie und ihre Arbeitskollegen als Team an einer Fridays for Future Demonstration teilnehmen. Otto sammelt dadurch als Arbeitgeber Sympathiepunkte.

Potentielle Bewerber an die Hand nehmen

Schulabgänger wissen oft nicht, welchen Weg sie einschlagen sollten. Auch kennen sie meistens nicht die Vorteile einer Ausbildung gegenüber einem Studium. Ein Azubi-Blog bietet die perfekte Plattform, um sie diesbezüglich aufzuklären.

In Sachen Bewerbung sind viele Jugendliche ebenfalls unerfahren. Ihnen ist nicht bewusst, was in den Lebenslauf gehört und wie das Anschreiben aussehen soll. Eine klar strukturierte Anleitung verbessert das Google-Ranking und schafft Vertrauen.

Ein in dieser Hinsicht hilfreiches Posting hat eine Auszubildende der Medienfirma Mohn Media geschrieben. Der Text führt den Leser Schritt für Schritt durch das Bewerbungsverfahren und liefert wertvolle Tipps zur Gestaltung des Lebenslaufs. 

So gestaltest du deinen Azubi-Blog

Mit Postings ohne Mehrwert und eintöniger Sprache erreicht dein Azubi-Blog natürlich keine Leser. Doch auch die spannendsten Beiträge bringen wenig, wenn nur die Kollegen und die Freunde der Autoren auf sie aufmerksam werden.

Content-Mix bringt Erfolg

Die meisten Azubi-Blogs nutzen für ihre Artikel immer wieder den gleichen Aufbau. Hochwertige Inhalte zu schaffen, bedeutet aber für einen Blog, eine Mischung aus verschiedenen Beitragsarten aufzuweisen. Die wichtigsten davon sind:

  • Informative Berichte und Statistiken – ein sachlicher, aber nicht zu trockener Artikel mit Tabellen und Zahlen ist ideal, um deine Branche vorzustellen. Einige Ideen: Wie viele Beschäftigte arbeiten in unserem Sektor? Wie sehen die Zukunftsperspektiven aus?
  • Videobeiträge – ein Betriebsausflug, ein Tag in der Werkstatt oder ein Messeauftritt eignen sich als Themen für ein Videotagebuch. 
  • Schritt-für-Schritt-Anleitungen – Wie schreibe ich eine Bewerbung? Welche Merkmale weist ein guter Lebenslauf auf? Diese Art von Postings mit Listen und Aufzählungen werden von Suchmaschinen bevorzugt. 
  • Meinungen – hier können die Azubis, aber auch der Chef oder erfahrene Mitarbeiter ihre persönliche Sicht auf aktuelle Themen wiedergeben. Insbesondere Meinungen über branchenspezifische Entwicklungen stärken den Ruf des Unternehmens als Experte. Einige Ideen: Steckt der deutsche Maschinenbau wirklich in einer Krise? Haben klassische Medien noch eine Zukunft?
  • Persönliche Anekdoten – damit der Azubi-Blog nicht zu sachlich wird, sind Erzählungen aus der Ich-Perspektive und Einblicke in den Alltag jenseits der Fachthemen gefragt. Einige Ideen: “So halte ich mich während der Ausbildung fit”, “So nutze ich meine Freizeit abseits der Ausbildung”.

SEO-Optimierung entscheidend

83 Prozent der Jugendlichen nutzen Google, um nach einer Ausbildung zu suchen. So weit oben wie möglich zu ranken, sollte also zu den Top-Prioritäten deines Azubi-Blogs gehören.

 Um das zu schaffen, solltest du folgende Aspekte beachten:

  • Sinnvolle Keywords – eine fundierte Keywordrecherche ist das A und O. Je nach Suchvolumen kannst du planen, auf welche Keywords du setzen sollst. 
  • Strukturierte Überschriften – lange Fließtexte ohne Zwischenüberschriften schrecken Leser ab und ranken schlecht. Die Überschriften sollten Haupt- und Nebenkeywords enthalten. 
  • Aussagekräftige URLs – Suchmaschinen mögen keine Adressen, die nur aus Zahlen bestehen. Idealerweise enthalten die URLs die jeweiligen Keywords. Vermeide dagegen überflüssige Wörter. 
  • Optimierte Mobilversion – die meisten Jugendliche gehen mit ihrem Smartphone ins Internet. Eine gut lesbare Mobilseite ist auch ein wichtiger Rankingfaktor. 
  • Organische Backlinks – je mehr Webseiten auf dich verweisen, desto mehr steigt dein Ranking. Verweist eine Seite aus dem gleichen Fachgebiet mit einem guten Ruf auf dich, erhöht dies deine Positionierung.

Call-To-Action nicht vergessen

Wenn du deinen Traffic gesteigert hast, kannst du jetzt den letzten Schritt vollziehen: Interne Links leiten die Leser zu einer Landingpage und fordern sie auf, sich um eine Ausbildung zu bewerben.

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Die Inhalte der Landingpage sollten prägnant sein. Das Layout ist wichtig, doch zu viele Designelemente lenken deine potentiellen Bewerber ab. Ein Link zur E-Mail-Adresse der Personalabteilung oder ein Formular dürfen nicht fehlen. 

Auch ein Azubi-Blog musst erst einmal wachsen

Wenn du unsere Tipps beherzigst, bist du auf einem guten Weg zu mehr Lesern. Doch es wird Zeit vergehen, bis dein Azubi-Blog eine ordentliche Reichweite erreicht. Regelmäßige Postings, die du in den richtigen Kanälen teilst, werden hier der Schlüssel zum Erfolg sein.

Auch wenn deine Azubis Digital Natives sind, können sie nicht alles allein stemmen. Insbesondere die SEO-Optimierung sollten Mitarbeiter mit Erfahrung in diesem Fachgebiet vornehmen. Es kann sich ebenfalls lohnen, in SEO-Tools zu investieren. 

Du willst die besten Nachwuchstalente für dein Unternehmen gewinnen und viele Jahre davon profitieren? Dann verlass deine Komfortzone und werde für deine Zielgruppe attraktiv mit einem interessanten Azubi-Blog!

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