Aller Anfang ist schwer. Wenn ihr gerade dabei seid euren Content Marketing Blog aufzubauen, gibt es einiges zu beachten. Ein wichtiger Punkt, der beim Aufbau eines Blogs gerne stiefmütterlich behandelt wird, sind die juristischen Aspekte. Wie bei jedem Alltagsgeschäft, lauern beim Bloggen rechtliche Fallen, die schnell zu Schwierigkeiten in Form von Abmahnungen oder ähnlichem führen können. Wir haben für euch eine Checkliste herausgearbeitet, mit der ihr euch sicher sein könnt, keine rechtlichen Fehler zu begehen. 

Vorbereitung ist alles

Die Schwierigkeit einen Blog aufzubauen und ihm eine große Reichweite zu verschaffen, dürfte euch bewusst sein. Neben den wichtigen Themen, wie relevante Inhalte zu produzieren und die Interessen eurer Zielgruppe zu befriedigen, stehen die rechtlichen Punkte auf der Agenda. Wenn ein Blog rechtliche Vorgaben verletzt, ist die Wahrscheinlichkeit mehr als gering, dass er erfolgreich wird. Die rechtlichen Voraussetzungen einzuhalten, solltet ihr als gute Grundlage für euren Blog verstehen. Themen wie Datenschutz, Zitatrecht, Bildrechte, Impressumspflicht und Werbung sollten für euch selbstverständlich sein. Wir von contentbird haben die wichtigsten Fakten für euch zusammengestellt, damit ihr bestens für die Erstellung eures Blogs vorbereitet seid.

Rechtliche Grundlage: Impressumspflicht

Das Impressum auf eurem Blog ist ein unabdingbarer Bestandteil. Zwar werden die meisten Leser diese Seite selten aufrufen, aber euch können beachtliche Bußgelder drohen, wenn ihr sie vergesst. Sinn und Zweck des Impressums ist der Verbraucherschutz. Für eure Leser soll klar zu erkennen sein, dass gerade ihr hinter dem Blog steckt. Über die Informationen in euerem Impressum gebt ihr euch als Ansprechpartner für eure Leser zu erkennen. Für geschäftsmäßig betriebene Blogs gilt, dass das Impressum Name, Anschrift, Telefonnummer und Mailadresse enthalten muss. Für nicht geschäftsmäßig betriebene Blogs sind Name und Anschrift ausreichend.

Achtung: Für die Annahme der Geschäftsmäßigkeit reicht aus, dass ihr Werbebanner oder andere Formen der Werbung auf eurem Blog präsentiert. Es kommt nicht darauf an, dass ihr Einnahmen mit dem Blog erzielt, sondern die Absicht dies zu tun, ist ausreichend. Für Gewerbetreibende, Freiberufler, Selbstständige und Unternehmen wird die Geschäftsmäßigkeit von vornherein angenommen.

In ein vollständiges Impressum gehören:

  • Vor- und Nachname
  • Eure vollständige Postadresse
  • Kontaktdaten (E-Mail-Adresse und Telefonnummer)
  • Berufsspezifische Angaben
  • Umsatzsteuer-ID

Euer Impressum muss auf eurem Blog leicht zu finden und erkennbar für den Leser sein. Idealerweise solltet ihr einen Link am Ende einer jeden Seite setzen.

Datenschutz wird großgeschrieben

Zweiter wichtiger Bestandteil, der Pflicht auf jedem Blog ist: die Datenschutzerklärung. Idealerweise findet der Nutzer diese als Link neben eurem Impressum. In eurer Datenschutzerklärung sollen eure Leser erfahren, zu welchem Zweck und in welchem Umfang ihr ihre Daten erhebt. Wenn ihr Daten weiterverarbeitet oder in besonderen Fällen weitergebt, müsst ihr den Nutzer darüber informieren.

Einwilligungen für euren Newsletter in eure Datenschutzerklärung zu packen ist unzulässig. Für Newsletter muss die Einwilligung gesondert stattfinden. Diese Einwilligung muss ausdrücklich stattfinden und über den Inhalt eures Newsletters informieren.

Ganz wichtig ist es, dass ihr auf Analyse-, Tracking- oder Werbetools (z.B. Google Analytics) hinweist, wenn ihr diese verwendet. Ohne ausdrückliche Einwilligung dürfen diese keine personenbezogenen Daten speichern.

Ich empfehle euch einen Cookie Hinweis Pop-up einzufügen. Es ist zwar keine rechtliche Verpflichtung, jedoch gängige Praxis unter Webseitenbetreibern. Mit Cookies werden Nutzer, die euren Blog häufig besuchen erkannt und deren Verhalten wird protokolliert.
Am Schluss solltet ihr den Nutzer auf sein Recht zum Widerspruch und zur Löschung personenbezogener Daten aufmerksam machen.

Darf ich Bilder aus dem Internet verwenden?

Selbstverständlich wollt ihr für euren Blog Bilder verwenden, um dem Leser etwas fürs Auge zu bieten. Am einfachsten wäre es natürlich, Bilder aus der Google Bildersuche zu verwenden. Aber das Urheberrecht ist in Deutschland sehr streng. Grundsätzlich unterliegt jedes Bild dem Urheberrecht. Ein Bild ohne Nutzungsrechte zu verwenden, kann zu einer Abmahnung und hohen Bußgeldern führen.

Es gibt Bilddatenbanken im Internet, die sogenannte lizenzfreie Bilder anbieten. Für diese Bilder wird einmalig eine Nutzungsgebühr erhoben, mit der ihr sie zu den vereinbarten Bedingungen benutzen könnt.

Vereinzelt bieten Private ihre Bilder zur kostenlosen Verwendung an. Diese Bilder könnt ihr ohne Kosten verwenden oder verändern. Als einzige Bedingung, müsst ihr einen Backlink einfügen, der zu der Quelle des verwendeten Bildes führt.

Unabdingbar ist die Nennung des Urhebers. Diese Nennung erfolgt als Copyright-Vermerk unter dem Bild und wird meist vom Urheber vorgegeben. An diese Vorgabe solltet ihr euch halten, denn der Urheber darf entscheiden wie seine Bilder gekennzeichnet sein sollen.

Das Recht am eigenen Bild dürfte euch allen ein Begriff sein. Jeder soll bestimmen können, wie er in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Deswegen solltet ihr darauf achten, keine Persönlichkeitsrechte Anderer zu verletzen. Bevor ihr Bilder von Personen verwendet, fragt nach, ob diese mit der Verwendung einverstanden sind.

Alles nur geklaut – Darf man Zitate veröffentlichen?

Neben Bildern könnt ihr Zitate unterstützend für euer Content Marketing einsetzen. Aber auch das Zitatrecht hält Tücken bereit. Wichtigster Punkt ist, dass ihr Zitate nicht zusammenhangslos verwenden dürft. Der fremde Inhalt, muss verwendet werden, um eure eigenen Gedanken zu unterstützen. Eure eigene geistige Auseinandersetzung muss sich in der Verwendung des Zitates widerspiegeln und einen Zusammenhang zu eurem Text erkennen lassen.

Einfach einen Text eines anderen ohne Kenntlichmachung zu kopieren ist unzulässig. Auch kleine Änderungen sind schlechthin nicht gestattet. Wenn ihr Zitate verwendet, ist die Quellenangabe wieder das A und O. Dort solltet ihr den Namen des Autors und des Werkes bekanntgeben. Wenn es sich um ein Zitat aus einem Online-Beitrag handelt, solltet ihr zusätzlich noch einen Direktlink hinzufügen. Dann kann die Quelle direkt überprüft werden.

Als Blogger wird es Tage geben, an denen ihr an eure Grenzen stoßt und euch kein innovativer Content einfallen wird. Die Versuchung, sich Ideen abzuschauen ist groß. Dabei solltet ihr wissen, dass eine einfache Idee nicht vom Urheberrecht geschützt ist. Was nicht geht, ist das Kopieren kompletter fremder Beiträge. Wenn euch schlicht einmal keine Ideen einfallen sollten, nehmt euch lieber eine Kreativpause. Denn eigene Ideen geben auch selbst ein besseres Gefühl und kommen authentischer bei euren Lesern an. Sogenannter „duplicate content“ schadet euch nämlich doppelt. Google wertet diesen negativ und ihr steigt im dem Ranking hinab.  

Werbung auf Blogs

Ein großes Thema auf Content Marketing Blogs ist natürlich die Werbung. Schließlich ist die Schaltung von Werbung die Möglichkeit mit seinem Blog Geld zu verdienen. Es gibt zahlreiche Formen der Werbung auf Blogs. Zu den beliebtesten gehört momentan fraglos das Product-Placement und das Content Marketing. Aber auch Bannerwerbung und Affiliate Links haben Relevanz.

Bei der Bannerwerbung wird für eine vereinbarte Zeit ein Werbebanner auf eurem Blog geschaltet und ihr erhaltet dafür einen festgelegten Betrag. Diese Werbeform kann auch im Zusammenhang mit Affiliate Links benutzt werden. Bei solchen Links wird der Verbraucher auf die Website des Produktes weitergeleitet und ihr erhaltet pro verkauftem Produkt eine Provision. Teilweise wird diese Provision von Unternehmen schon pro Klick auf den Banner gezahlt.

Unter Product-Placement versteht man die gezielte Darstellung von Markenprodukten in Medien. Abgewandelt findet Produktplatzierung im Zusammenhang mit Produkttests statt. Der Blogger erhält ein Produkt, das getestet werden soll und wird für die Review bezahlt. Das bietet Unternehmen eine größere Reichweite, besonders bei großen Bloggern.

Nicht zu vergessen ist das Content Marketing. Die kundenorientierteste Marketingmöglichkeit auf Blogs. Hier werden informative und unterhaltende Inhalte für bestimmte Zielgruppen produziert, um sie vom eigenem Leistungsangebot zu überzeugen.

Alle diese Werbeformen haben eins gemeinsam. Sie müssen als Werbung kenntlich gemacht werden. Das Stichwort hier ist Transparenz. Nach der Rechtsprechung muss bei Bannerwerbung keine extra Kennzeichnung erfolgen, da der Leser diese als Werbung identifizieren kann. Jedoch gibt es noch kein Urteil von Seiten der höchstrichterlichen Rechtsprechung. Von daher würde ich empfehlen Banner, zusätzlich durch Worte wie: „Anzeige“ oder „Werbung“ zu kennzeichnen. Affiliate Links ohne Banner müssen als solche gekennzeichnet werden.

Auch für Product-Placement und Produkttests gilt eine angemessen Kennzeichnung als Pflicht. Unproblematisch ist das Content Marketing für eure eigenen Produkte und Dienstleistungen. Für den Nutzer ist erkennbar, dass ihr für euch selbst werbt.

Die inhaltlichen Grenzen von Blogbeiträgen

Man mag es kaum glauben, aber es kommt nicht selten dazu, dass Blogger in ihren Beiträgen beleidigend über andere äußern. Auch in Kommentaren vergessen viele ihr Benehmen. Weder ein Blog, noch seine Kommentarfunktion ist ein rechtsfreier Raum.

Die inhaltliche Ausgestaltung eurer Beiträge hat Grenzen, die selbstverständlich sein sollten. Wenn ihr euch mal über ein Unternehmen oder Konkurrenten ärgert, ist ein Blogbeitrag schnell geschrieben. Aber Beschimpfungen, Gerüchte und unwahre Tatsachenbehauptungen sind auf eurem Blog verboten. In solchen Fällen droht das Gesetz Freiheits- oder Geldstrafen an. Bevor ihr eurem Ärger freien Lauf lasst oder Gerüchte weiterverbreitet, denkt lieber gut nach. In einem solchen Fall ist Schreiben Silber und Schweigen Gold. Relevanter und mehrwertstiftender Content, bringt euch mehr Sympathien bei euren Lesern.

Es kann vorkommen, dass selbst wenn ihr euch an alle Regeln haltet, andere dies nicht tun. Dann findet ihr fiese Kommentare unter euren Beiträgen. Das müsst ihr euch genauso wenig gefallen lassen. Solche Kommentare solltet ihr am besten löschen und die Nutzer sperren. In Extremfällen, solltet ihr in Betracht ziehen, rechtliche Schritte einzuleiten.

Die Checkliste für deinen Blog 

Lasst uns die ganze Informationsflut noch einmal zusammenfassen, damit ihr die Punkte als Checkliste abhaken könnt:

  • Ein vollständiges Impressum ist Pflicht
  • Ebenso wie eine umfassende Datenschutzerklärung
  • Für Newsletter braucht ihr eine ausdrückliche Einwilligung
  • Mit der Verwendung von Analyse-, Tracking- oder Werbetools muss der Nutzer einverstanden sein
  • Verwendet nur Bilder deren Nutzungsrechte ihr habt und gebt den Urheber an
  • Wahrt die Persönlichkeitsrechte Dritter
  • Verwendet Zitate im richtigen Kontext und macht diese kenntlich
  • Teilt euren Lesern mit, dass ihr auf eurem Blog Werbung einbaut
  • Verbreitet keine Gerüchte oder falsche Behauptungen von Tatsachen
  • Lasst euch keine Beleidigungen in den Kommentaren gefallen

Fazit

Wenn ihr diese Checkliste beherzigt, solltet ihr den ersten Grundstein für euren Blog gelegt haben. Nichts wäre ärgerlicher, wenn euer Blog aufgrund rechtlicher Fehltritte scheitern würde. Unterschätzt die rechtlichen Fallstricke nicht und überprüft lieber doppelt, ob ihr alle wichtigen Punkte befolgt habt. Eine regelmäßige Kontrolle der rechtlichen Voraussetzungen, kann nie schaden. Denn Vertrauen ist gut, nur Kontrolle ist besser.

Damit du Content Marketing optimal in dein Unternehmen integrieren kannst, schau dir doch unser Content Marketing Fahrplan Webinar an. Vollgepackt mit wertvollen Infos und Ansätzen für die direkte Umsetzung deiner Content Marketing Strategie. Über Kommentare freuen wir uns natürlich!

Der ultimative Content Marketing Fahrplan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.