„Kreativität ist ein Vergnügen, das sich als Arbeit verkaufen lässt.“

Zumindest sagte mein Deutschlehrer das immer, wenn es darum ging, die Klasse unmittelbar vor dem Aufsatz zu motivieren.

Für viele Content-Produzenten ist das tägliche Geschäft mit den kreativen Absätzen alles andere als ein Vergnügen. Lange bevor der Text überhaupt geschrieben wurde, prasselt es von allen Seiten auf die Inhalte-Macher ein. Der SEO verlangt eine exakt definierte Menge an Keywords, der Marketing-Chef tippt drohend auf seine Uhr und der Content Manager betont, dass seine Mustervorlage unbedingt einzuhalten sei. Langfristig kreativ arbeiten können unter diesen Bedingungen die Wenigsten.

Im hart umkämpften WWW ist es jedoch genau diese Kreativität, die darüber entscheidet, welches Unternehmen ein Kunde bevorzugt. Wer eine Marke etablieren möchte, muss zwangsläufig etwas Einzigartiges produzieren.

Kreativ auf Knopfdruck? – 3 inspirierende Content Marketing Beispiele

Damit auch du deinen Kunden einmaligen Content bieten kannst, soll dich dieser Beitrag vor allem inspirieren. Frisch aus dem Kuriositäten-Kabinett des Dr. Seltsam: hier kommen die drei wohl schrägsten Content-Konzepte der Welt.

Content Marketing Beispiel #1: Eine Chinesin lädt zum Spielen ein

Online ein Auto in Großbritannien leasen? Nichts leichter als das, … wenn man die Website von LingsCars NICHT besucht. Denn diese scheint auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn zu ergeben. Bunte Neonbanner, eine männlich aussehende Frau auf einem Motorrad und eine aufdringliche Werbeanzeige für Lotterielose sprechen eine eindeutige Sprache: hier muss ein Geisteskranker am Werk gewesen sein.


Ling von LingsCars live bei der Arbeit Screenshot

Im oberen linken Bildrand kannst du der Website-Betreiberin bei der Arbeit zugucken.

Wer jedoch zweimal hinguckt und die Website einer genaueren Prüfung unterzieht, stellt schnell fest: hinter der Struktur steckt ein System. Und zwar ein ziemlich gutes. Content Marketing wird von Ling nicht nur gelebt, es wird quasi neu erfunden. In der Kategorie Fun Stuff, können Besucher u.a. …

  1. … ihr Autowissen testen,
    Mit einem Quiz wird deine Zielgruppe zum aktiven Mitmachen aufgefordert. Wie du interaktiven Content selbst erstellst, erfährst du hier.
  2. … die Inhaberin des Geschäfts in einem Spiel selbst steuern
    Bei dem von Ling konzipierten Spiel manövrierst du ein Auto und sorgst dafür, dass Ling nicht herunterfällt. Eigene Spiele geben deinem Unternehmen eine unverwechselbare Identität.
  3. … und die Karaoke-Auftritte einer Freundin bestaunen.
    Ja, auch gesungen wird auf der Website von LingCars. In Form verschiedener YouTube-Clips, die entweder auf der Website oder auf YouTube angesehen werden können.

Fazit aus Sicht des Content Marketers

Die Aktivierung des Users treibt LingsCars auf die Spitze. Wer einmal auf der Website war (Besuch dringend empfohlen!) und gewillt ist, sich darauf einzulassen, verbringt mitunter Stunden vor dem Bildschirm. Sei es um ein T-Shirt zu gewinnen, dem Team via Webcam beim Arbeiten zuzusehen oder… um ein Auto zu leasen.

Content Marketing Beispiel #2: Seattle – die interaktivste Stadt Amerikas

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, … dachten sich die Designer der Seattle-Spaceneedle-Website und konzipierten ein interaktives Abbild des Wahrzeichens im Netz. Eingepflegt als fotoähnliches Modell lässt sich der Himmelsstürmer bereits vor einem Besuch im Real Life virtuell erkunden.


Seattle Space Needle Screenshot

Nachdem du es bis ganz nach oben geschafft hast, kannst du deinen Freunden von deinem Erlebnis berichten… und teilst so auch die Website selbst.

Wer von ganz unten nach ganz oben scrollt, erreicht nach einigen Etappen und Perspektivenwechseln den Weltraum… und ein Banner, das zum Teilen und Liken aufruft. Eine geniale und in dieser Form einzigartige Content-Marketing-Methode: hier wird nicht etwa via Blogartikel oder einem Spiel geworben, die Website selbst ist der Content. Auf nur einer Seite werden Informationen und Funfacts, das Scrollspiel selbst und eine Restaurantpräsenz untergebracht. Und das, ohne überladen zu wirken.

Fazit aus Sicht des Content Marketers

Die Webpräsenz der Seattle Space Needle basiert auf einem internetweit einzigartigen Konzept, dessen Erstellung wohl einige Zeit in Anspruch genommen hat. Allein die Vermischung von spielerischen Elementen (Gamification) und der Bereitstellung von Touristen-Informationen zur Stadt wurde so wohl noch nie umgesetzt. Ein aus deutscher Sicht am anderen Ende der Welt errichtetes Monument wird so zugänglich gemacht und macht Lust auf eine Reise in die Emerald City.

Content Marketing Beispiel #3: Mitarbeiter is watching you!

Auch ein deutsches Content Marketing Beispiel darf in unser Top 3 nicht fehlen. Die Osnabrücker Agentur Basecom versteckt auf ihrer Seite ein kleines Detail, das vielleicht nicht den Spieltrieb weckt, zumindest aber eine „Spielerei“ darstellt: wer auf die Team-Seite klickt wird direkt verfolgt… von den Blicken der Mitarbeiter.


Team Seite von Basecom

All eyes on me: Bei Basecom wird ganz genau hingeguckt. Verschiedene Fotos machens möglich.

Was wie eine erweiterte Form des digitalen Stalkings wirkt, entpuppt sich beim Klicken auf die einzelnen Gesichter als weitaus tiefgründigeres Element. Zum Beispiel wäre da Heimo Krum, als Mitarbeiter in der Geschäftsführung tätig, der in voller Fallschirm-Montur erscheint. Oder Alexander Janzen, Mitglied des Entwickler-Teams, der einen Teller Chilli-Schoten präsentiert. Ohne viel Text entsteht so ein Bild des Mitarbeiters. Ein ideales Beispiel für den Persönlichkeitsaspekt im Content Marketing.


  • Persönlichkeitsaspekt?

    Für Unternehmen ist es besonders wichtig, Vertrauen aufzubauen, um Neukunden zu akquirieren. Strahlen Blog, Team-Seite und andere Teile der Website keinerlei Persönlichkeit aus, kann das Unternehmen schnell als versteifter Roboter wahrgenommen werden. Andrew M. Davis, Autor des Content-Marketing-Dauerbrenners „Brandscaping“, bringt es auf den Punkt:

    „Content schafft Beziehungen. Beziehungen bauen auf Vertrauen. Vertrauen treibt Umsatz.“

    Bedeutet: Content Marketing endet nicht mit der Erstellung und Befüllung eines Blogs. Wer seine Seite über den Blog hinaus kreativ mit Content bespielt, kreiert eine unverwechselbare Identität. Ganz egal ob Team-Seite, Video-Tagebuch eines Mitarbeiters oder Angaben zum Lieblingsgetränk: Persönlichkeit siegt, zumindest wenn du es nicht übertreibst.

  • Fazit aus Sicht des Content Marketers

    Gerade für Agenturen ist es von großer Wichtigkeit, eine persönliche Note in ihre Content Marketing Strategie einfließen zu lassen. Basecom gelingt dies durch das ideale Zusammenspiel von Team-Seite und Blog: während die Team-Seite Identität und Vertrauen stiftet, bestärkt der Blog die User in ihrer Erwartungshaltung mit fachlich fundierten und hilfreichen Artikeln, etwa zum Thema E-Commerce.

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