„Content Marketing ist nachhaltig, weil…“

„Halt! Stop!“

„Ich kann es nicht mehr hören. In gefühlt jedem Blogartikel, jedem Meeting und in so gut wie jedem Whitepaper fällt der immer gleiche Halbsatz. Warum? Warum müssen Content-Marketer mir immer wieder vor Augen halten, wie nachhaltig ihre Marketing-Form ist?“

„Nun ja, …“

„… weil Content Marketing eben nachhaltig ist!“

Und damit herzlich willkommen zu unserem verschriftlichten Exkurs zum Thema Nachhaltigkeit im Content Marketing. Falls du dich in unserem fiktiven Beispiel wiedererkannt hast, solltest du schnellstens umdenken. Denn es hat einen Grund, warum Content Marketer immer wieder auf diesen Aspekt eingehen.

Doch bevor ich mir wieder selbst die Zähne an gängigen Vorurteilen ausbeiße, lasse ich heute lieber ein paar unabhängige Experten zu Wort kommen. Unabhängige Experten und… die Kennzahl schlechthin: den Return on Investment (kurz: ROI).

Zuvor jedoch noch einmal eine kurze Einführung.

Für alle Unwissenden: Was genau ist überhaupt dieses Content Marketing?

Content Marketing, vereinfacht gesagt die Kundengewinnung über Inhalte statt über klassische Werbung, ist eine noch relativ junge Marketingdisziplin, die mit der Entwicklung des Internets gewachsen ist. Ob sich ein Kunde für ein Produkt entscheidet, ist heute abhängig vom Informationsgehalt und dem Unterhaltungsgrad: Welche Informationen stellt das Unternehmen bereit? Oder: Unterhält mich Wettbewerber A besser als Wettbewerber B?


  • Beispiele für gelungenes Content Marketing

    1.) Unternehmen, das mit Inhalten punktet:
    Die Schwenninger Krankenkasse ist das wohl beste Beispiel für seriöses Content Marketing. Im Stile eines Informationsportals für Paare mit Kinderwunsch inszeniert sich das Unternehmen seit 2011 als erster Ansprechpartner für Kinderwunsch und Schwangerschaft. Ganz nebenbei kann dann noch für die neueste Familienversicherung geworben werden.

    2.) Unternehmen, das sein Publikum unterhält:
    Das Facebook-Team von Pick-Up ist deutschlandweit für seine provokanten Memes und aufwendig produzierten Videos bekannt. Erst vor kurzem parodierte das Unternehmen den Sommerhit Despacito von Luis Fonsi und landete damit einen echten Hit. In Zahlen: 252.425 Aufrufe, 1.180 Reaktionen und 107 Shares.

  • Nun kennst du Beispiele für Content Marketing und weißt um dessen Relevanz im Kampf um Kunden und Rankings. Rankings? Richtig gehört, denn guter Content wirkt sich selbstverständlich auch auf deine Position bei Google aus.

    Aber was sagen die Experten?

    Ich hör schon wieder diese Stimmen – Darum ist Content Marketing nachhaltig

    Blogger, Marketing-Chefs, SEO’s – sie alle haben sich in den letzten Jahren vermehrt zum Content Marketing geäußert. Heute wollen wir drei von Ihnen zu Wort kommen lassen.

    Um Duplicate Content zu vermeiden, verzichten wir in diesem Beitrag auf Originalzitate der einzelnen Beiträge und geben den Inhalt in eigenen Worten wieder. Mit einem Klick auf die markierten Überschriften könnt ihr die Beiträge nochmal nachlesen. Lektüre dringend empfohlen!

    Meinung einer Bloggerin: Alexa von El Instante zur Nachhaltigkeit im Content Marketing

    Laut Alexa ist die langfristige Userbindung der beste Beweis für Nachhaltigkeit im Content Marketing. Strategisch empfiehlt sich daher die Einteilung eines Themas. Möchtest du z.B. einen Beitrag über angesagte Sommerkleider verfassen, solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass trendige Winterkleider ebenso interessant sind und sich thematisch gut verbinden lassen. Ist dein Beitrag über Sommerkleider gut, honoriert das der User möglicherweise mit einem Klick auf deinen Winterkleider-Beitrag.

    Meinung einer Webdesign-Agentur: Daniel Waurick von Relaunch.de zur Nachhaltigkeit im Content Marketing

    Daniel Waurick begreift Content Marketing als Dauerlösung im Kampf um Kunden. Diese müssen permanent angezogen, überzeugt und gehalten werden, was nur über hochwertige Inhalte funktioniert. Die so an deine Website gebundenen Kunden sind in der Regel extrem loyal und würdigen, was du produzierst. Schließlich bist du es, der sie berät, unterhält und nicht zuletzt: mit den für sie relevanten Produkten versorgt.

    Meinung eines Chief-Content-Officers/Journalisten: Karsten Lohmeyer von The Digitale zur Nachhaltigkeit im Content Marketing

    Karsten Lohmeyer bringt das wohl stärkste Argument für Content Marketing zur Sprache: wer Pay-per-Click-Kampagnen wie Google Adwords fährt, benötigt ein konstant hohes Budget, da die Kosten für ein Keyword von Monat zu Monat stark schwanken können. Content Marketing bezieht seine Kraft aus dem so genannten organischen Traffic. Bedeutet: User finden deinen Content via Suchmaschine, Soziale Medien und/oder Newsletter.

    Zahlen! Wir brauchen Zahlen! – Dann solltest du deinen Content ROI berechnen

    Wenn du jetzt noch immer nicht überzeugt bist, kann das mehrere Gründe haben. Am wahrscheinlichsten ist jedoch dieser: dir fehlt schlicht die berechenbare Basis. Schließlich willst du ausrechnen können, wieviel Traffic dein Content erzeugt hat. Auch um vorzeigbare Ergebnisse bei der nächsten Quartalsbesprechung präsentieren zu können.

    Damit du der Pay-per-Click-Fraktion in deinem Unternehmen etwas Zählbares entgegenzusetzen hast, solltest du den ROI (Return on Investment) berechnen. Mit diesem lässt sich genau ermitteln, wie viele wertvolle Besucher deine Website durch hochwertigen Content hinzugewinnen konnte. Das geht ganz einfach mit unserer ROI-Excel-Template:

    ROI errechnen


    • So berechnet ihr den ROI

      In unserem Beispiel beziehe ich mich lediglich auf die Methode der ROI-Ermittlung durch den Traffic-Wert. Weiterführende Informationen zum ROI findest du im ausführlichen Glossar-Beitrag von meiner Bloggerfreundin Cassandra.

      Folgende Zahlen müssen vorliegen, um den Content ROI berechnen zu können:

      1. Preis für den erstellten Content
        Wieviel Geld hat mich der Beitrag gekostet?
      2. Anzahl der Besucher
        Wieviele User haben meine Seite im relevanten Zeitraum besucht?
      3. Kosten pro Besucher
        Wieviel kostet mich der Klick eines Users auf ein Werbebanner bei Adwords/einem vergleichbaren Dienst?

      Wenn du nun davon ausgehst, dass dein Content ca. 500 Euro gekostet hat, ist das der Wert den es zu übertreffen gilt. Ähnlich einem gutem Film, der immer mehr einspielt, als er gekostet hat. Doch wie kannst du feststellen, ob dein Beitrag/deine Beiträge dies leisten?

      Ganz einfach: indem du eine Zeitspanne definierst (im besten Fall ein gesamtes Kalenderjahr) und die Anzahl der Besucher sowie die Kosten pro Besucher multiplizierst. Etwa so:

      50 Besucher (Monat Januar) * 0,50 Euro (Monat Januar) = 25,00 Euro Traffic

      Die Rechnung ist am Jahresende dann eine ganz einfache: insofern sich der Content ausgezahlt hat, also z.B. doppelt so viel Traffic erzeugt werden konnte (Kosten für die Erstellung: 500 Euro eingespielter Traffic: 1000 Euro), warst du mit deiner Content-Strategie erfolgreich. So kannst du deinen Content ROI berechnen, ohne großes Vorwissen oder einem unverhältnismäßig hohen Aufwand!

    • Noch Fragen? Mein Fazit zum nachhaltigen Content Marketing

      Experten bringen die Argumente, der ROI liefert auswertbare Zahlen: Content Marketing ist die wohl nachhaltigste Marketingform im digitalen Zeitalter. Gute Inhalte, egal ob informativ oder amüsant, haben die Menschen schon immer fasziniert, was Google durch die eigens dafür geschaffene K.I. Rankbrain immer besser versteht. Wer in Zukunft noch immer auf manipulativen Linktausch oder vergleichbare SEO-Dinosaurier setzt, darf sich nicht über sinkende Zugriffszahlen beschweren. Nicht nur weil der Google-Bot immer intelligenter wird.

      Denn welchen Websites vertrauen Kunden bei einer Transaktion wirklich? Einer von Keywords durchlöcherten Textattrappe? Oder einer Website im hilfreichen Ratgeberformat? Diese Frage kann sich jeder selbst beantworten.

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