Das Unternehmensblog als Traffic-Tool hat sich durchgesetzt. Schwerfällig hat es sich eingeschlichen wie eine Zwangsabgabe, ein Impressum mit deutscher Notwendigkeit. Unliebsam beiseite geschoben ist es auf fast jeder deutschen Website am Rande des Hauptmenüs zu finden, jedenfalls öffnet sich dafür ein neues Fenster und es stört nicht im eigentlichen Tagesgeschehen. Wenn etwas ansteht, wird etwas gepostet. Wenn ein motivierter Social-Media-Mitarbeiter eine Kooperation anbahnt, gibt es einen Gastartikel. Wenn man schon gesetzter, etablierter ist, dann hat der Onlinemarketer auch schon mal eine Strategie für das Blog erarbeitet.

Ganz abgesehen davon, dass Sie sich jetzt vielleicht dabei ertappen Ihr Unternehmensblog ohne Strategie zu führen:

Ein Blog ist ein Medium! Es braucht einen redaktionellen Leitfaden! Redaktion statt Marketingstrategie!

Ihre Keyword-Strategie wird unter klaren redaktionellen Vorgaben nicht leiden. Ein Onlinetexter weiß schließlich, wie er Inhalte für ein Online-Medium – und dazu zählt das Unternehmensblog! – aufbereitet. Jedoch bedarf es journalistischem Handwerk und redaktionell festgelegten Grundsätzen, um Artikel mit Mehrwert zu schaffen. Und ich erläutere Ihnen im Folgenden, wie Sie Ihre Artikel so produzieren, dass diese spontan vom Leser in der Lesezeichenliste griffbereit platziert werden.

Der Beitrag, den man sich aus dem Heft reißt und an die Pinnwand heftet. – Das Lesezeichen im Netz.

Bevor ich Ihnen nun verrate, wie Sie Ihre Texte so verfassen, dass die Leser diesen Beitrag und damit Ihre Website zur Lesezeichenliste hinzufügen, brauchen wir eine Vorbereitung. Ich möchte, dass Sie folgende Schritte gedanklich zur baldigen Umsetzung planen:

  1. Ich sorge dafür, dass mir eine aktuelle Keyword-Liste vorliegt. Diese enthält Schlagwörter, die für den Traffic meiner Website relevant sind, oder Wörter und Wortgruppen, die für Nischenplatzierungen in Frage kommen.

Stellen Sie sicher, dass vor allen Ihren künftigen Handlungen im Bereich Corporate Blogging eine aktuelle Keyword-Recherche steht, anhand derer sich Ihre Beiträge entlang hangeln.

  1. Ich halte mir das Ziel von Blogbeiträgen vor Augen: Die Artikel sollen über die Verwertung von Keywords auf Google auftauchen, dort von Usern entdeckt werden und damit zu meiner Website führen, wo ich dem User eine Dienstleistung oder ein Produkt verkaufe.

Blogbeiträge werden zu häufig ausschließlich dafür produziert, um dem Social-Media-Manager die Möglichkeit zu geben, einen Inhalt auf Twitter zu posten. Irgendwann haben Sie dann angefangen zu glauben, dafür sei das Blog eingerichtet worden. FALSCH! Zumindest nicht effizient. Sie können aber auch zu denen gehören, die noch verschwenderischer im Corporate Blogging sind:

  1. Wenn Sie Ihr Unternehmensblog als “Magazin” oder “Journal” bezeichnen und einen Vogue-Editorial-Look mit tollen Bildstrecken und hochexotischen Inhalten füllen, erfüllt das nicht die Funktion eines Blogs.

Falls ich Sie mit diesem Thema nun besonders erregt haben sollte und Sie übermotiviert hochwertige Photoproduktionen für Ihren Blog planen: Das ist nicht zielführend. Lesen Sie erneut Punkt 2!

  1. Machen Sie sich einmal Gedanken darüber, wann das passiert ist, dass alle Blogs im Menü ganz rechts außen stehen und sich für sie ein eigenes Fenster öffnet.

Es ist nun an der Zeit, dieses Kindheitstraumata anzugehen. Das 30jährige Mädchen, das sich nun auf die Couch begibt, um endlich das zu besprechen, was so lange unausgesprochen blieb: All die Komplexe, die es nur angesammelt hat, weil die Eltern sich damals scheiden ließen. Damals, da war sie gerade mal 13 Jahre alt. Und sie hat nie darüber gesprochen.

Für die Kurskorrektur nach diesem Schicksalsschlag nehmen wir uns daher etwas mehr Zeit:

Die korrekte Reihenfolge für den Betrieb eines Unternehmensblogs ist folgende:

✓ Keyword-Recherche

✓ Redaktionelle Leitlinie

✓ Artikelproduktion und –veröffentlichung

✓ Artikelverbreitung über Twitter und Facebook

✓ Artikelplatzierung und –verlinkung über Teaser-Ankündigungen im zweiwöchentlichen Newsletter

✓ Auswertung Ihrer Keyword-Platzierung und Optimierung

DON’T:

x Blogbeiträge werden nicht übersetzt, sondern für jede Sprache und damit jedes Land individuell geschrieben!

x Instagram ist für die Verbreitung von Blogbeiträgen ungeeignet!

Welche vermeintlich bösartigen Fehler Sie begehen dürfen:

✓ Wenn Sie ein klares redaktionelles Briefing haben, dürfen Sie Content-Junk-Food-Portale wie www.content.de oder www.fiverr.com ausprobieren. Hier liegen Ihre Ziele in der Verwertung Ihrer recherchierten Keywords sowie in der Erschließung neuer Märkte mit fremdsprachigen Content.

Auf der Leser-Seite ist die Reihenfolge folgende:

✓ Leser googelt einen Begriff

✓ Leser entdeckt Ihren Beitragsaufhänger zum Begriff

✓ Leser klickt und landet auf Ihrem Blog

✓ Leser geht wieder, weil Sie sich nie Gedanken um Punkt 4 gemacht haben.

Nach dieser Aufarbeitung können wir uns der Bewältigung stellen:

  1. Stellen Sie Ihrem Programmierer die Aufgabe, Ihren Blog zu integrieren statt in einem neuen Fenster öffnen zu lassen!

Ihr Programmierer wird Ihnen antworten, dass Sie ihm ein Beispiel zeigen sollen. “Integrierter Blog? Wie soll das gehen? Was wollen Sie von mir?” Tatsächlich werden Sie kaum Templates finden, auf denen eine sinnvolle Eingliederung von Bloginhalt vorgesehen ist. Geben Sie nicht auf. Schließen Sie Ihren Programmierer mit Ihrem UX-Designer in einen kleinen Raum und öffnen Sie erst, wenn die beiden eine Lösung parat haben.

Das war natürlich ein Scherz. Programmierer sind die Götter unserer Zeit, Sie werden Ihren Programmierer-Gott verlieren, wenn Sie vermeintlich unnatürliche Forderungen stellen. Was Sie als Onlineshop-Betreiber zumindest tun können, und sollten, nur um die Welt wenigstens ein klein wenig besser zu machen: Bitten Sie Ihren Programmierer und UX-Designer eine Auswahl Ihrer Produkte unter jedem Blogbeitrag zu platzieren, mit direkter Anbindung an den Warenkorb. Für den spontanen Konsum. Damit ist uns allen geholfen.

Braun Hamburg Tolle Einbettung des Warenkorbs in den Blogartikel! Unternehmen Braun Hamburg; Umsetzung über das Storytelling-Modul Styla.com

 

Und nun, da Sie Ihren Blog verstanden haben, verrate ich Ihnen, wie Sie Ihre Leser dazu bringen, ein Lesezeichen zu Ihren Beiträgen zu setzen.

Schreiben Sie Texte mit Handlungsanweisung! Ebenso wie diesen, den Sie gerade von mir gelesen haben. Verfassen Sie Ratgeber, Schritt-für-Schritt-Anweisungen und klare Handlungsstränge zur Befolgung. Der Leser wird die Schritte, die zu einer Lösung in seinem Interessengebiet führen, nachschlagen wollen.

Texte mit Nutzwert sind gut recherchierte und dann eindeutig festgelegte Handlungsschritte, die zu einer Lösung führen. Sie animieren den Leser dazu, den Link als Lesezeichen zu platzieren, um auf die Informationen und Anweisungen noch einmal zurückgreifen zu können.

Bereiten Sie Ihre Handlungsempfehlungen Ihrer Branche entsprechend auf: Geben Sie Expertentipps für Ihren Bereich, egal ob Mode, Elektronik, Literatur … Zum Beispiel diese Aufforderung an Ihre Leser: “Diesen Sommer shoppen Sie ein Outfit, mit dem Sie einen völlig neuen Look kreieren!” Und dann geben Sie Schritt für Schritt drei Teile für die verschiedenen Figuren zur Auswahl vor: “Zuerst wählen Sie das Oberteil in Gelb. Mit Rüschen für Figurtyp 1, mit Rundhalsausschnitt für Figurtyp 2 oder mit Kragen für Figurtyp 3.” So gehen Sie die einzelnen Teile für das Komplettoutfit nacheinander durch, die im Ergebnis die Lösung ergeben: Den neuen, mutigen, farblich-frohen Sommerlook, der komplett über Ihren Onlineshop zusammengekauft wird.

Bereichern Sie Ihre Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Ratgeber aus Ihrem Fachgebiet zusätzlich mit Serviceadressen und weiterführenden Links, für eine optimale Rechercheübersicht in Ihrem Unternehmensblog. Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei, einen Mehrwert zu schaffen!

Starten Sie Corporate Blogging mit der Keyword Recherche…

contentbird Recherche

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