Eigentlich haben wir doch alle das gleiche Ziel: Menschen mit unserem Content Marketing zu begeistern, ja wenn möglich aus den Socken zu hauen. Und dabei auch noch haufenweise Leads generieren und unseren Umsatz steigern – das wär’s! Nur wie stellen wir das an? Denn gefühlt hat es schon alles gegeben. Wie sollen wir einen Fallschirmsprung aus der Stratosphäre toppen? Doch wer sagt, dass wir das Rad wirklich immer wieder neu erfinden müssen? Ist es nicht viel sinnvoller, sich vom Erfolg anderer inspirieren zu lassen und eigene Ideen daraus zu schöpfen? Gesagt, getan.

In unserem letzten Beitrag haben wir euch bereits zwei außergewöhnliche Content Marketing-Kampagnen vorgestellt, die ihren Unternehmen zu einer beachtlichen Umsatzsteigerung und Leadgenerierung verholfen haben. Bei der Recherche zu diesem Artikel sind wir jedoch auf weitere Content-Knaller gestoßen, die wir euch einfach nicht vorenthalten können. Also macht euch bereit für die Crème de la Crème des Content Marketing!

Vom Nischenprodukt zum viralen Superstar

„Wir haben den leistungsfähigsten Mixer, den man kaufen kann, und es wird der letzte sein, den du je besitzen wirst.“ Mit diesem gewaltigen Versprechen bewirbt der amerikanische Mixerhersteller Blendtec seine Produkte. Zugegeben, in einem Nischenmarkt mit Waren im Wert von 400 bis 600 Euro, muss man alle Register ziehen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Doch bei einer derartigen Bepreisung tut ein Unternehmen gut daran, seine Versprechen zu halten. Das dachte sich wohl auch Blendtecs Marketingleiter George Wright, als er 2006 eine Content Marketing-Kampagne der etwas anderen Art launchte.

Mit einem Materialeinsatz von weniger als 100 Dollar produzierte Wright die „Will it blend?“-Videoserie, die die Leistungsfähigkeit der Blendtec-Produkte auf kreativste Art und Weise unter Beweis stellt. Die mittlerweile 180 Videos zeigen, wie der CEO des Unternehmens, Tom Dickson, alle möglichen Dinge in seinem Mixer zerschreddert. Von Legosteinen über Golfbälle bis hin zu High-End-Technikprodukten – nichts ist vor den leistungsstarken Küchengeräten sicher. Weltweite Bekanntheit erreichte das Unternehmen, als es anfing, die hochpreisigen Produkte der Marke Apple vor den Augen der Zuschauer zu zerstören. Damit haben sie geschafft, was sonst nur diverse Lifestyle-Kanäle schaffen: Eine Abonnentenzahl von über 800.000 und Videoklicks in Millionenhöhe – beachtliche Werte für einen Mixerproduzenten.

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Der Clou: Die Produktionskosten für die Videos sind verschwindend gering. Keine hochkarätigen Testimonials, sondern der CEO selbst spielt die Hauptrolle in allen Videos. Dabei werden weder die Seriennummern der Produkte genannt, noch etwaige Vorteile des Mixers angepriesen. Ja nicht einmal Call-To-Actions sind in den Videos enthalten. Nach angaben des Unternehmens war das initiale Ziel der Kampagne die Erhöhung der Markenbekanntheit. Doch mithilfe der Videoreihe konnte der Hersteller darüber hinaus seinen Umsatz um unglaubliche 700 Prozent steigern. Die Blendtec-Videos kurbeln aber nicht nur die Verkaufszahlen an, sondern sind selber zu einem Umsatzgenerator geworden. Denn mittlerweile nutzen andere Marken „Will it blend?“ als Content Marketing Plattform für ihre Produkte. So sponsorte beispielsweise GoPro ein „blendercam“ Video, welches den Zuschauern einen Einblick ins Innere des Mixers gewährt. Und Ford stellte die Strapazierfähigkeit von Bohrstahl unter Beweis, indem sie zeigten, dass er selbst durch die leistungsfähigen Blendtec-Mixer nicht kleinzukriegen ist.

Die „Will it blend?“-Serie produziert seit nunmehr einem Jahrzehnt kontinuierlich virale Hits, indem sie ihre Produkte auf eine einzigartige Art und Weise präsentiert. Ein echtes Paradebeispiel für gelungenes Content Marekting. Wie ihr eure eigene Reichweite auf YouTube erhöht, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Daten können auch „sexy“ sein

Das Geschäft mit dem Online-Dating ist mittlerweile zu einer Multimillionen-Industrie herangewachsen. Seit dem Riesenerfolg von Tinder explodiert der Dating-App-Markt und bekommt gefühlt jeden Tag Zuwachs in Form einer neuen Liebes-Applikation im App Store. Da ist der Konkurrenzkampf vorprogrammiert. Wie schafft es also das kostenlose Dating-Portal OkCupid seine bereits millionenstarke User Base kontinuierlich auszubauen?

Ihre Geheimwaffe heißt OkTrends und ist der in 2006 gelaunchte Unternehmensblog des digitalen Liebesboten. Er zählt als einer der ersten großen Content Marketing Erfolge überhaupt. Und das obwohl die meisten der Artikel nach Strich und Faden gegen allgemein anerkannte Content Marketing-Regeln verstoßen. Es wird nur sehr sporadisch gepostet, die Beiträge haben in der Regel Überlänge und enthalten dennoch nicht einmal die bei uns Marketern beliebten Call-To-Actions. Was ist also das Erfolgsrezept des Unternehmens? Ganz einfach: Das Geheimnis liegt in der Qualität des Contents.

Qualität geht über Quantität

Anstatt sich in die Riege der 08/15-Datingtipps einzureihen, hat sich OkCupid die über die App generierten Userdaten zu Nutzen gemacht. Denn damit der Algorithmus der Applikation den Nutzern passende Partnervorschläge machen kann, müssen diese eine Reihe persönlicher Fragen beantworten. Jene gewonnenen Daten verarbeitet das Unternehmen zu hochinteressanten und sensationstauglichen Artikel wie beispielsweise How Your Race Affects the Dating Messages You get oder The Mathematics of Beauty. Derlei Artikel verhalfen OkCupid dazu, sich als kompetente Autorität in der Online-Dating-Welt zu positionieren. Doch damit nicht genug. Nur ein Jahr nach seinem Launch hat OkTrends bereits über 2 Millionen neue OkCupid-User generiert. Darüber hinaus hat der Blog dem Unternehmen zu einer 50 Millionen Dollar Aquisition durch Match.com verholfen. Das Tolle daran: Für diesen Riesenerfolg bedurfte es weder bezahlter Werbung noch einem erfahrenen Editorial-Team. Zu Anfang führte Christian Rudder, Cofounder des Unternehmens, den Blog ganz alleine und veröffentlichte nur etwa alle sechs Wochen einen Beitrag. OkCupids komplette Content Marketing-Strategie ist darauf ausgerichtet, qualitativ hochwertigen Content zu kreieren. Und ihre Erfolgsgeschichte belegt, dass sie mit dieser Strategie genau richtig fahren.

Zum Mitschreiben

Unsere Beispiele beweisen ein weiteres Mal, dass effizientes Content Marketing nicht nur auf qualitative Unternehmensziele einzahlt, sondern auch ein wirkungsvolles Instrument zur Kundenakquise und Umsatzsteigerung darstellt. Dabei kommt es nicht etwa auf die Größe eures Marketingbudgets oder das Vorhandensein eines Expertenteams an. Vielmehr solltet ihr euch darauf konzentrieren

  • die Stärken eures Unternehmens zu nutzen, egal ob Big Data, außergewöhnliche Produktqualität oder andere Merkmale, die euch von eurer Konkurrenz abheben,
  • innovative Ideen zu entwickeln, die eure Zielgruppe fesseln und das Potenzial haben, viral zu gehen, und
  • eure Ideen in Beiträge zu verwandeln, die es euren Lesern leicht machen, sie zu teilen (Stichwort Sharable Content).

Berücksichtigt ihr obige Tipps in eurer Content-Strategie, sollte ein messbarer Erfolg eurer Content Marketing-Maßnahmen nicht lange auf sich warten lassen. Damit ihr jene Erfolge auch quantifizieren könnt, stellen wir euch hier unser kostenloses Content Marketing ROI Template zur Verfügung.

Blog Post Templates

Das war sie also, unsere Content Marketing Hall of Fame. Doch wir sind uns sicher, dass es noch etliche weitere Beispiele bahnbrechenden Content Marketings gibt. Was sind eure Lieblingsbeispiele mit Wow-Effekt? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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