Wasser- und Brandschäden, Einbrüche, Betriebsunterbrechungen – das sind nur einige der wenigen Risiken, denen ein Unternehmer ausgesetzt ist. Mit den neuen Berufsfeldern, die sich in den letzten Jahren erschlossen haben, kommen vor allem für digitale Unternehmen zahlreiche neue Risiken hinzu. Welche potenziellen Gefahren für Social Media Agenturen, SEO-Spezialisten, Web Developer & Co. warten und wie man sich als Unternehmer richtig schützt, verraten wir in unserem Artikel.

Die häufigsten Risiken und ihr Schadenpotential

Zu Beginn wollen wir die Frage in den Mittelpunkt stellen: Welche Risiken verursachen die größten Schäden? Ein wesentlicher Punkt bei der Suche nach der richtigen Absicherung gegen Gefahren und Risiken ist definitiv das Schadenpotential. Der Einfachheit halber wollen wir dieses in zwei Gruppen einteilen:

Großes Schadenpotential

  • Feuer und Naturkatastrophen: Sie können komplette Geschäftsräume und Büros zerstören. Nach einem Brand kommen zudem meist noch Schäden, die auf Grund des Löschvorgangs entstanden sind. So kann – natürlich je nach Ausmaß – ein enormer Schaden am Unternehmen entstehen.
  • Betriebsunterbrechungen: Sie gehören zu den gefürchtetsten Gefahren eines jeden Unternehmens. Diese hängen meist mit vorangegangenen Ereignissen zusammen: Feuer, Naturkatastrophen oder Pandemien. In kleineren Betrieben kann bereits eine Krankheit des Geschäftsführers eine komplette Betriebsunterbrechung verursachen.
  • Diebstähle: Vor allem im Einzelhandel sind Unternehmen von Diebstählen betroffen. Wer aber meint, dass er mit seinem digitalen Unternehmen davor sicher ist… Fehlanzeige! Auch Büroräume sind auf Grund der hochwertigen Ausstattung (PCs, Beamer, Bildschirme) immer wieder Schauplatz von Einbrüchen. Im Zusammenhang mit Diebstählen sei noch das Stichwort Datenklau erwähnt.
  • Digitale Risiken: Vor allem digitale Unternehmen werden jährlich in Millionenhöhe durch  Cyberangriffe geschädigt. Das große Problem dabei: Nur 49 % aller Unternehmen sind gegen diese Schäden versichert.

Welche wirtschaftlichen Folgen ein Cyberangriff haben kann, zeigt ein aktuelles Beispiel in der Automobilbranche – ein Hackerangriff auf HONDA. Ein Angriff legte nicht nur den Firmen-PC lahm, sondern das globale Firmennetzwerk. Ein Zugriff auf interne Server und E-Mails war nicht mehr möglich. Das hatte Konsequenzen für die Bereiche Verkauf, Entwicklung und Produktion. Die Auto- und Motorradproduktion musste daraufhin in mehreren Ländern gestoppt werden. Das große Problem für HONDA ist nun: Es ist schwer zu sagen, ob sich der Verschlüsselungstrojaner gründlich aus den Systemen entfernen lässt.

Kleineres bis mittleres Schadenpotential

Die zweite Gruppe listet jene Gefahren auf, die digitale Unternehmen ebenso stark schädigen können, allerdings rein statistisch gesehen seltener vorkommen. Natürlich hängt das Ausmaß des Schadens immer von der Größenkategorie des jeweiligen Geschehnisses ab und kann unter Umständen durchaus eine enorme finanzielle Belastung bedeuten. Fakt ist, dass die unten stehenden Risiken die größten Gefahren für deutsche Unternehmer zu Beginn des Jahres 2020 darstellten. Nach der Corona-Krise würde eine solche Statistik vermutlich differenzierter ausfallen.

  • Fachkräftemangel: Qualifizierte und kompetente Mitarbeiter sind heutzutage schwer zu finden und noch schwieriger zu halten. Viele Unternehmen kämpfen daher mit einem Fachkräftemangel, der sich durch zahlreiche Branchen zieht – vor allem im Bereich digitale Medien.
  • Zunehmender Wettbewerb: Vor allem im digitalen Bereich gibt es jede Menge Konkurrenz. Eine große Gefahr für Unternehmer, vor allem dann, wenn sich ihr Leistungsangebot nicht grob von anderen Angeboten abhebt.
  • Schwache Konjunkturentwicklungen im In- und Ausland: Damit hängen auch Kriege und Katastrophen im In- und Ausland unmittelbar zusammen. Eine geschwächte Wirtschaft bedeutet ein kleines BIP und in diesem Zusammenhang einen Rückgang der Kaufkraft/Nachfrage/Aufträge (je nach Branche).

Manche dieser Risiken lassen sich beeinflussen, andere wiederum nicht. Wichtig ist, bei Gefahren mit kleinerem bis mittlerem Schadenpotential, dass der Unternehmer weiß, wie er bei auftretenden Problemen rasch reagieren kann.

Wie schützt man sich vor diesen Risiken?

Zahlreiche Gefahren also, denen ein digitales Unternehmen im Jahr 2020 ausgesetzt ist… die Liste könnte man mit Sicherheit sogar noch erweitern. Doch nun die wichtigste Frage – wie schützt man sich vor den Risiken?

Die schlechte Nachricht: Man kann sich nicht vor allen negativen Entwicklungen schützen, denn einen 100%igen Schutz gibt es nicht. Gefahren sind Gefahren und vieles von den genannten Punkten ist einfach nicht zu beeinflussen. Natürlich kann man mit besonderer Vorsicht einige Risiken minimieren, z.B. Feuermelder installieren, Büroräume abschließen, in eine gute Firewall investieren. Aber: Selbst das ist kein Versprechen, dass alles gut gehen wird.

Was man als Unternehmen machen kann – nun quasi die gute Nachricht: Den Schaden dieser Risken und Gefahren absichern lassen! Stichwort: Versicherung. Es gibt unterschiedlichste Versicherungsoptionen für digitale Berufe. Hier eine Übersicht:

Neben den Basis-Versicherungen, die für jedes Unternehmen empfohlen werden, ist für digitale Berufe vor allem die sogenannte „Mediahaftpflichtversicherung“ eine fast unumgängliche Absicherung gegen zahlreiche Risikofaktoren. Sie besteht sozusagen aus mehreren Versicherungen. Diese kann bei den meisten Anbietern um Zusatzbausteine erweitert werden, sodass dann beispielsweise eine Absicherung bei Verlust von Daten, bei Hackerangriffen oder Problemen im eCommerce-Bereich besteht.

Folgende Zusatzoptionen sind vor allem für digitale Unternehmer wichtig:

  1. Elektronikversicherung: Egal ob Wasserschaden, Blitzschlag oder ein Bedienungsfehler: Diese Art der Versicherung schützt die elektronischen Geräte des Unternehmens. Auch bei einem Diebstahl dieser Geräte greift die Elektronikversicherung. Je nach Branche kann eine solche Versicherung für den Unternehmer sogar überlebenswichtig sein.
  2. Portal- und Webshop-Versicherung: Verkauft man online Produkte oder Dienstleistungen, gehen damit einige Risiken einher – Datenschutzprobleme und Urheberrechtsverletzungen sind nur zwei davon.
  3. Cyberversicherung: Maleware wird mit jedem Jahr intelligenter – die Angst vor Maleware mit künstlicher Intelligenz ist nicht unberechtigt. Hacker finden immer schneller die kleinen Lücken, die in Software und Betriebssystem auftreten können. Diese Versicherung schützt nicht vor dem Angriff selbst, sondern von den finanziellen Folgekosten.
  4. DSGVO-Versicherung (Datenschutz): Eng im Zusammenhang mit der Cyberversicherung steht der Schutz von Daten. Diese werden meist auf Firmen-PCs gespeichert – sensible Inhalte für das eigene Unternehmen aber ebenso von B2C und B2B-Beziehungen. Wenn Hacker den Zugriff auf diese Daten erhalten, hat dies oft fatale Folgen. Häufig kommt es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Eine solche Versicherung kann in diesem Fall für anfallende Gerichtskosten oder Kosten für ein Gutachten aufkommen.

Tipp für die Praxis: Auch die eigene Firmenwebsite sollte hier und da nach den aktuellen Richtlinien der DSGVO geprüft werden.

Fazit: Das hilft wirklich!

Abschließend möchten wir noch festhalten: Risikolos kann kein Unternehmen dieser Welt agieren. Es besteht immer die Gefahr, dass etwas passiert. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich ein Unternehmen mit seinen eigenen, individuellen Risiken befasst – Stichwort Risikomanagement. Zwei Punkte sind wesentlich:

  1. Die individuellen Risiken genau abwägen
  2. Mit Versicherungsoptionen auseinandersetzen

Jedes digitale Unternehmen hat je nach Größe, Aufgabengebiet und Organisation seine ganz eigenen Risiken. Neben dieser Feindiagnostik und individuellen Risikoabwägung sollten sich Unternehmen zudem ausführlich mit den verschiedenen Versicherungsoptionen auseinandersetzen – sie schützen vor dem Härtefall und können im Fall des Falles das betriebliche Überleben sichern!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.