Das Advertorial ist eine Werbeform, die nicht auf Anhieb als Werbung erkennbar ist, sondern auf den Betrachter wie ein redaktioneller Beitrag wirkt. In Deutschland verlangt das Presserecht die eindeutige Trennung zwischen redaktionellen Texten und bezahlter Werbung, sodass letztere gekennzeichnet werden muss. Das erfolgt bei gedruckten Veröffentlichungen häufig durch die Hinzufügung des Begriffes »Anzeige« zum vermeintlich redaktionell bearbeiteten Beitrag. Dieser Zusatz ist regelmäßig in kleiner Schrift gehalten und lässt sich leicht übersehen. Selbst wenn die Leser die Kennzeichnung als Anzeige wahrnehmen, wirkt der Beitrag auf sie signifikant glaubhafter als eine klassische Werbeanzeige, die sofort als solche auffällt.

Der Begriff Advertorial setzt sich als Kofferwort aus den englischen Wörtern Advertisement für die Werbeanzeige und Editorial für den redaktionellen Anschein zusammen. Wörtlich bezeichnet Editorial einen Leitartikel. Selten verwendete Synonyme lauten Publireportage und Adverticle. Die zuletzt genannte Bezeichnung ist passender als Advertorial, da die scheinbar redaktionell verfassten Werbebeiträge häufiger in der Form eines Zeitschriftenartikels als in der Gestalt des Leitartikels vorliegen. Im Fernsehprogramm wenden einige private Sender eine bewegte Variante des Advertorials an, die sie bei korrektem Verhalten als Dauerwerbesendung kennzeichnen.

Das klassische Advertorial wird vom Auftraggeber der Werbung beziehungsweise von dessen Werbeagentur entworfen und seitens der Redaktion wie eine gewöhnliche Werbeanzeige als bezahlter Inhalt behandelt. Eine Alternative hierzu besteht darin, die Redaktion des Mediums, in dem die Werbung erscheint, zusätzlich mit dem Verfassen des Beitrages zu beauftragen. In diesem Fall liegt faktisch ein redaktionell geschriebener Beitrag vor, für dessen Verfassen und Veröffentlichen der Auftraggeber jedoch bezahlt hat. Üblicherweise gibt er bei dieser Vorgehensweise keine konkreten Formulierungen, wohl aber grob den Inhalt des Beitrages vor.

Das Internet eröffnet die Möglichkeit zu weiteren Verwendungen des Advertorials. Als solches sind grundsätzlich sämtliche Blogbeiträge zu bewerten, bei denen ein Unternehmen dem Blogger für das Verfassen des Beitrages Geld bezahlt. Das gilt ebenfalls für im Auftrag einer Firma erstellte Werbefilme und vergleichbare Inhalte. Anders als bei Presseerzeugnissen unterbleibt bei online veröffentlichten Advertorials deren Kennzeichnung als Werbung oftmals vollständig.