Unter einer Content Marketing Strategie werden konkrete Kommunikationsschritte zusammengefasst, deren Ziel es ist, Content Marketing Maßnahmen zu steuern und Erfolge/Misserfolge auswerten zu können. Um eine Content Marketing Strategie zu erarbeiten musst du im ersten dieser Schritte immer definieren, welche Ziele, bezogen auf Marketing und Kundenkommunikation, dein Unternehmen verfolgt.

Das musst du wissen: Content Marketing Strategie kompakt

Eine Content Marketing Strategie besteht in der Regel aus 9 Punkten. Davon sind vier für die spätere Content-Erstellung besonders relevant:

  1. Persona: Fiktives Nutzermodell, das es ermöglicht, den Musterkunden zu definieren.
  2. Customer Journey: Modell, das u.a. aufzeigt, woher deine Nutzer kommen.
  3. Content Ziel: Welches Ziel möchtest du mit deinem Content erreichen?
  4. Call-To-Action: Konkrete Handlung eines Users, die du mit deinem Content hervorrufen willst.
  5. Die hier aufgeführten Punkte müssen vor der Content-Erstellung definiert werden. Sie wirken sich unmittelbar auf jede Form von Content aus, da sie dem Produzenten deiner Inhalte den Weg weisen.

Wie realisiere ich eine Content Marketing Strategie?

Insgesamt gibt es 9 Punkte, aus denen sich jede Content Marketing Strategie zusammensetzt. Diese lassen sich wiederum in zwei Kategorien einteilen: Grundlegendes und Umsetzungsebenen.

Grundlegendes

In der Kategorie Grundlegendes werden wir zu jedem Punkt jeweils ein Content Marketing Strategie Beispiel geben.

1.) Marketingziele

  • Inwiefern unterstützt mich Content Marketing dabei, meine Unternehmensziele zu erreichen?


  • Beispiel für Marketingziel

    Herr Drewitz ist Inhaber eines familiär geführten Online-Shops. In diesem vertreibt er Pantoffeln aus eigener Produktion. Da seine klassischen Pantoffeln eine eher ältere Zielgruppe ansprechen und die Konkurrenz junge Hausschuhträger mit bedruckten Modellen anlockt, beschließt Drewitz seine liebevoll gefertigten Pantoffeln zum Alleinstellungsmerkmal zu machen und sie ansprechend zu bewerben.

    Dass nur wenige Modelle/Angebote ausreichen können, um eine Marke groß werden zu lassen, zeigt das Beispiel der Pizzeria L‘ Antica Pizzeria da Michele. Im neapolitanischen Restaurant gibt es nur zwei Pizzen und dennoch bilden sich jeden Tag lange Schlangen.

    Übertragen auf Drewitz Unternehmensziele bedeutet dies: insofern er es schafft, seine wenigen Modelle mit entsprechendem Content (z.B. mit einem unterhaltsamen Video, in dem er alternative Nutzungsmöglichkeiten für Pantoffeln präsentiert) zu bewerben, kann er seinen Kundenstamm vergrößern. Content Marketing hilft ihm also dabei, mehr potenzielle Kunden auf seine Website zu lotsen.

  • 2.) Content- Übersicht

    • Welcher Content existiert bereits?
    • Wer erstellt Content?
    • Wie häufig wird Content veröffentlicht?


    • Beispiel für Content-Übersicht

      Nachdem Herr Drewitz festgestellt hat, dass Content Marketing eine gute Möglichkeit zur Akquirierung von Neukunden ist, geht er über zur Bestandsaufnahme. Dabei fällt ihm auf, dass er in der Vergangenheit bereits 3 Blogartikel geschrieben hat und auch der restliche Content auf Landingpages und anderen Websites stammt aus seiner eigenen Feder. Weil er es aus Zeitgründen nicht schafft, weitere Blogartikel zu verfassen, entschließt er sich dazu, einen Online Redakteur zu engagieren.
    • 3.) Zielgruppen-Analyse

      • Für wen ist mein Produkt/meine Dienstleistung relevant?
      • In welchem Format (z.B. Videos -> Youtube) konsumiert meine Zielgruppe Content?


      • Beispiel für Zielgruppen-Analyse

        Da sich Drewitz keinen Content-Manager leisten kann, übernimmt er selbst die Führung. Die Werkstudentin Elisabeth benötigt zur Erstellung erster Contentpieces einen konkreten Adressaten, den Drewitz als jahrelang erfahrener Pantoffelverkäufer genau bennenen kann: der typische Kunde entstammt der Babyboomer-Generation (1945-1964).

        Laut Ines Eschenbacher, Inhaberin der Salzburger Content-Marketing-Agentur Punkt und Komma, ist die Babyboomer-Generation keinesfalls eine einheitliche Gruppe. Viele Einsteiger würden daher den Fehler begehen, alle Personen über 50 der Seniorengruppe zuzuordnen, was natürlich nicht stimmt. Viel mehr fühlen sich diese jünger und sind offen für technische Neuheiten. Zu den präferierten Informationskanälen zählen im Online-Bereich Facebook und Online-Zeitungen.

        Drewitz wendet sich also mit folgendem Anliegen an seine Texterin:

        „Bevor du einen Text schreibst, informiere dich bitte über die Babyboomer-Generation und nutze im Anschluss Facebook zur Verbreitung deines Beitrags. Darüber hinaus solltest du versuchen, Online-Zeitungen zu recherchieren, für die wir einen Beitrag verfassen können.“

      • 4.) (Content) Marketingziele

        • Was will ich mit Content Marketing erreichen? Möchte ich:
          • einen Expertenstatus aufbauen?
          • mehr Traffic für meine Website generieren?
          • mein Unternehmen zur Marke machen?
          • die Zeitspanne erhöhen, in der sich ein User auf meiner Website aufhält?
          • mehr Leads generieren?
          • meine User zum häufigeren Teilen in Sozialen Netzwerken aufrufen?


        • Beispiel für Content-Marketingziele

          Noch einmal wendet sich Drewitz an seine Texterin:

          „Unsere Ziele sind eindeutig definiert: zum einen möchten wir mein Unternehmen zur Marke machen und einen Expertenstatus aufbauen, zum anderen möchten wir mehr Traffic erzeugen.“

        • 5.) Inhaltliches

        • Welche Themen kann ich mit meinem Unternehmen ansprechen?
        • Welche Mehrwerte kann ich meinen Kunden bieten?
        • Welche Formate (Videos, Bilder, Texte) will/kann ich nutzen?
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        • Wie kann ich mich von der Konkurrenz abheben?

          • Beispiel für Inhalte

            Thematisch ist sich Drewitz nicht ganz sicher. Trotz jahrelanger Erfahrung weiß er nicht genau, welcher Content gut ankommt. Er recherchiert und stößt auf einen Beitrag zur Ideenfindung.

            Als Mehrwert identifiziert Drewitz sein Fachwissen und damit verbunden seine Beraterleistung. Besagtes Wissen versucht er, so gut es geht, Elisabeth zu vermitteln, die so die Unternehmensbotschaft unters Online-Volk bringen soll.

            Auch vom Format her ist Drewitz kleiner Shop eingeschränkt. Größere Videoproduktionen sind nicht realisierbar. Als kleinen Ausgleich beauftragt er seine Texterin damit, wenn möglich, YouTube-Clips in die Texte einzuarbeiten.

            Von der Konkurrenz grenzt sich Drewitz mittels einer klaren Fokussierung auf selbst gemachte Pantoffeln in dreifacher Ausführung ab. Darüber hinaus verwendet er spezielle Wollsorten.

          • Die 4 Umsetzungsebenen

            Die hier aufgeführten Umsetzungsebenen beinhalten weiterführende Fragen, die den gesamten Prozess konkretisieren. In deiner Content Marketing Strategie komplettieren sie den Neun-Punkte-Plan.

            6.) Organisationsebene

            • Gibt es im Unternehmen einen Content Marketing Manager/eine vergleichbare Fachkraft?
            • Können sich die Autoren mit den Unternehmenszielen identifizieren?
            • WER produziert WANN WAS?
            • Wer veröffentlicht den Content?
            • Wer bewirbt und seedet den Content in Sozialen Netzwerken?

            7.) Artikelebene

            • Bieten meine Inhalte den Kunden echte Mehrwerte? bzw. Hilft mein Content dem User bei der Beantwortung seiner Frage/bei der Bewältigung seines Anliegens?

            8.) Distributionsebene

            • Über welche Kanäle sollte ich meinen Content verbreiten?
            • Sind Share-Buttons in jedes Contentpiece eingearbeitet?

            9.) Analyse-/Auswertungsebene

            • Wie viel Content wurde zu bestimmten Themen veröffentlicht?
            • Sind Auffälligkeiten beim Traffic zu messen? (mehr Traffic/weniger Traffic)
            • Zieht mein Content die richtigen User/potenzielle Kunden an?
            • Wie viel Zeit verbringen User durchschnittlich auf meiner Website?
            • Konnten mehr Leads durch bestimmte Landingpages erzeugt werden?
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