Native Advertising ist eine Werbemethode, bei welcher der Betrachter den Eindruck erhält, einen redaktionellen Beitrag vor Augen zu haben. Die Methode kommt sowohl bei klassischen Medien wie Zeitschriften und Zeitungen, als auch in modernen Kommunikationsmitteln wie auf Webseiten und in Online-Videos zur Anwendung. Das Presserecht verpflichtet zu einer Kennzeichnung von Werbung. Diese Vorgabe wird bei Printmedien weitgehend, im Internet jedoch deutlich seltener eingehalten. Allerdings wird das Wort »Anzeige« oftmals in so kleiner Schrift gedruckt, dass die meisten Betrachter es überlesen. Hinzu kommt der Effekt, dass dem ersten Anschein gemäß redaktionelle Beiträge im Vergleich zu herkömmlichen Werbeanzeigen als zuverlässiger eingestuft werden, selbst wenn der Leser den Hinweis auf die tatsächlich vorliegende Werbung wahrnimmt.

In den sozialen Medien besteht die Möglichkeit, Werbeanzeigen gegen Bezahlung den vermutlich interessierten Nutzern auf deren Seite zukommen zu lassen. Die entsprechenden Beiträge befinden sich zwischen den Hinweisen auf die Postings von Freunden und sind korrekt als Werbung gekennzeichnet. Das Suchmaschinenmarketing gehört ebenfalls zu den Varianten beim Native Advertising. Es führt dazu, dass den Verwendern einer Suchmaschine zusätzlich zu den organischen Suchergebnissen bezahlte Werbelinks angezeigt werden. Diese Form des SEM erfüllt den Grundsatz der Erkennbarkeit der Werbung gegenüber nicht bezahlten Inhalten überdurchschnittlich gut, da die Suchmaschinen die bezahlten Links außer durch einen Hinweis in Textform auch durch die Platzierung oberhalb und unterhalb des organischen Suchergebnisses erkennbar machen.

Deutlich weniger als bei Suchmaschinen erkennbar sind bezahlte Links, wenn unterhalb eines Artikels mehrere Texte verlinkt werden, bei denen es sich teilweise um redaktionelle Beiträge und zum Teil um bezahlte Werbung handelt. Diese werden häufig mit dem Hinweis, dass die entsprechenden Inhalte für die Besucher der verlinkenden Seite ebenfalls interessant seien, verbunden. Bei korrekter Umsetzung des Pressekodex wären die Werbelinks vor dem Anklicken zu erkennen, was oftmals nicht der Fall ist. Auch das Verfassen von Blogbeiträgen oder das Einstellen von Videos im Auftrag eines Werbekunden gehört zu den Maßnahmen im Native Advertisung, die nicht immer ordnungsgemäß als Werbung gekennzeichnet werden.