Als SEO war es schon immer mein Traum, ein Gespräch mit Google selbst zu führen. Mein Kollege Stefan von Giga machte kürzlich den ersten Schritt und stellte Google Home einige sehr interessante Fragen, u.a. zur musikalischen Veranlagung der Suchmaschine.

„Ok, Google, kannst du rappen?“

„Rappen kann ich leider noch nicht, aber ich kann für dich beatboxen.“

Beeindruckend? Auf den ersten Blick vielleicht. Stellt man der Konkurrenz um Alexa und Siri jedoch die gleiche Frage, erblasst der Google-Sprachassistent vor Neid. Liefern sich diese doch bereits ganze Rap-Battles auf YouTube.

Die Sprachsuche: Von SEO’s wird sie noch immer unterschätzt

Was die einen als lustige Spielerei abtun, ist für die anderen der neue SEO-Trend: Bereits 2016 wurden laut Google-CEO Sundar Pichai 20 % aller Suchanfragen per Sprachasisstent gestellt. Und die Zahlen steigen. Auch weil immer mehr Suchanfragen mobil per Smartphone gestellt werden.

Umso erstaunlicher, dass viele SEO’s untätig bleiben und eine gesonderte Optimierung für die Google Sprachsuche in den meisten Fällen ausbleibt. Damit Deine Website sowohl Sprachsucher als auch Suchmaschinen überzeugt, gebe ich dir im heutigen Beitrag praktische Tipps, die Du direkt umsetzen kannst.

4 Tipps für die Optimierung der Google Sprachsuche

Zu Beginn solltest Du jedoch wissen, …

  1. 1.) … dass Sprachsuchen ausschließlich im B2C-Bereich Sinn machen.
  2. 2.) … dass lokale Anbieter am stärksten von Sprachsuch-Optimierungen profitieren.
  3. 3.) … dass qualitativ hochwertiger und strukturierter Content auch bei Sprachsuchen der Schlüssel zum Erfolg ist.

Sprachlos in Seattle? – Optimiere deinen Google My Business Account

Der Google My Business Account ist gerade für lokale Anbieter DAS digitale Aushängeschild. Kein Wunder also, dass Google ihn für Sprachsuchen, die fast immer mobil erfolgen, als wichtiges Kriterium heranzieht. Als Inhaber eines lokalen Geschäfts (z.B. einer Bäckerei) solltest du diesen daher regelmäßig pflegen und Präsenz zeigen. Folgende Punkte gilt es dabei zu beachten:

1.) Genaue Adressdaten hinterlegen

Als besonders relevant wird Google den genauen Standort deines Unternehmens einstufen, da es bei Anfragen wie „Ok, Google, nenn mir einen Bäcker in meiner Nähe“ den Standort des Users abfragt. Eine Standard-Angabe, die du in unter einer Minute eintragen kannst.

2.) Öffnungszeiten regelmäßig aktualisieren

Aktualisiere deine Öffnungszeiten regelmäßig. Andernfalls kann es passieren, dass verdutzte Kunden vor deiner Bäckerei stehen und ihrem Frust im Netz Luft machen. Schlechte Bewertungen haben nachweislich Auswirkungen auf dein Ranking in der Sprachsuche, da Google, Alexa und Co. auch diese berücksichtigen.

Funfact hierzu: Alexa, die Amazon-Version von Google Home, empfiehlt auf Anfrage tatsächlich lokale Einzelhändler und damit direkte Konkurrenten. Unter anderem auf Basis besagter Bewertungen.

3.) Textelemente wie „Geschichte“ auf ein Keyword optimieren

Google My Business gibt dir die Möglichkeit, in den verschiedenen Textfeldern gezielt Keywords zu optimieren. Wie bei anderen Textsorten auch ist es ratsam, nur ein Keyword zu optimieren.

4.) Reagiere auf Reaktionen

Wie in Punkt 2 bereits angedeutet, haben Bewertungen positive/negative Auswirkungen auf dein Ranking. War ein Kunde mit deiner Leistung/deinem Produkt zufrieden, kannst du ihn darum bitten, dein Unternehmen auf Google zu bewerten. Insofern sich ein Kunde negativ über dich äußert, solltest du die Kritik aufgreifen und dich je nach Situation entschuldigen/Problemlösungen anbieten.

Keywords sind out, gesprochene Sprache in

Würdest Du dich im Gespräch mit deinen Freunden im Keyword-Slang unterhalten? Ich denke nicht. Im Gespräch mit Google war dies bis jetzt jedoch Standard, weswegen viele Sprach-Optimierungen noch immer ins Leere laufen.

Dabei sprechen User mit Google wie mit einem Service-Mitarbeiter, von dem sie Informationen erwarten. Wenn Dein Content deine Zielgruppe wortwörtlich ansprechen soll, muss dieser zwangsläufig auf W-Fragen (z.B. Welches Mikrofon für Rap?) und Beliebte Phrasen (z.B. in der Nähe, in der Umgebung) ausgerichtet werden.


  • Mit diesen Tools findest du passende W-Fragen

    Um zu erfahren, nach welchen Fragen/Antworten deine Zielgruppe sucht, solltest du ein so genanntes W-Fragen-Tool verwenden. Trägst du hier einen Begriff ein, zum Beispiel „Mikrofon“, liefert dir dieses nahezu alle Fragen, die aktuell an Google gestellt werden und damit ein konkretes Bedürfnis nach Informationen anzeigen.

    Folgende Tools nutze ich regelmäßig selbst:

    1. 1.) contentbird W-Fragen-Tool (Hier kannst du das Tool kostenlos testen)
    2. 2.) Answer the public 
    3. 3.) W-Fragen-Tool.com 

  • Sicher dir die Position 0! Egal, wie!

    Wer häufig Fragen googelt, ist sicher schon einmal über ein hervorgehobenes Snippet (im englischen Original: Featured Snippet) gestolpert. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um eine kompakte Antwort auf deine Frage, die als Zusammenfassung von einer Seite ausgelesen wurde. Wenn du es schaffst, hier erwähnt zu werden, ist das nicht nur optimal für Normal-Suchende. Auch die Akquirierung von Sprach-Suchern steht und fällt mit der kleinen Antwortbox.

    Warum du zur Optimierung der Sprachsuche unbedingt im Featured Snippet landen solltest? Ganz einfach: Aus diesen bezieht Google seine Antworten für Sprachsuchen. Um hier angezeigt zu werden, solltest du folgende Maßnahmen umsetzen:

    1.) Überschriften-Optimierung

    Wie bereits angedeutet, erscheinen Snippets vor allem bei konkreten Fragen, die User in Suchmaschinen eingeben. In einem Blogpost solltest du diese Fragen daher immer als Überschriften verwenden.

    Beispiel:
    Ein User fragt Google, passend zur Weihnachtszeit, nach einem Rezept für Plätzchen:

    „Ok, Google, nenn mir ein Rezept für Plätzchen.“

    Die Phrase „Rezept für Plätzchen“ ist dann dein Keyword, welches du als Überschrift verwenden solltest. Dabei ist es egal, welche Überschrift die Phrase enthält. Entscheidend ist, wie der Text darunter gestaltet wird, was uns direkt zu Maßnahme 2 führt.

    2.) Text-Optimierung

    Im zweiten Schritt optimierst du den Text, der unter der keywordbasierten Überschrift zu lesen ist und in ähnlicher Form im Snippet erscheint. Dieser darf maximal 58 Wörter enthalten, weshalb du dich besonders kurz fassen und vor allem Listen verwenden solltest.

    Um Missverständnissen vorzubeugen: Kurz fassen bedeutet nicht, dass ein Text mit lediglich 58 Wörtern ausreicht, um in den Snippets zu landen. Viel mehr sollte dieser kleine Absatz Teil eines ausführlichen Textes zum Thema Plätzchen backen sein, der gut strukturiert ist und konkrete Problemlösungen anbietet.

    Beispiel:
    Du hast eine H2 mit dem Titel „Rezept für Plätzchen“ erstellt. Um den Rahmen der Antwortbox nicht zu sprengen, beschränkst du dich in deinen Ausführungen auf das Minimum an Schritten (z.B. zur Zubereitung des Teigs).

    Kritik am Featured Snippet

    Während Google von uns als Website-Betreiber Sorgfalt und Genauigkeit bei der strukturellen Gestaltung einfordert, nimmt es der Internet-Gigant mit seinem Snippet nicht allzu genau. Als ich nach einem Rezept für Plätzchen suchte, fiel mir auf, dass die Antwortbox hierzu kaum hilfreich war und mich als User eher verwirrte. Ich vermute daher, dass Google nach wie vor am Snippet Feature feilt und qualitative Schwankungen daher normal sind.

    Beispiel Featured Snippet

    Zum letzten Mal: Optimiere deine Website endlich für Mobile Endgeräte

    Responsive Design war und ist nach wie vor ein wichtiger Rankingfaktor. Immer mehr Menschen verzichten auf das Surfen am PC und nutzen stattdessen ihr Smartphone, was angesichts der zahlreichen Möglichkeiten (Apps nutzen, Videos gucken, Mails checken) niemanden verwundern dürfte.

    Da User die Sprachsuche fast ausschließlich mobil nutzen, muss deine Website selbstverständlich auch mobilen Anforderungen gerecht werden. Langsam ladende und falsch angezeigte Inhalte überzeugen weder die Suchmaschine noch den Kunden.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.