Wer über eine durchdachte Content Marketing Strategie verfügt, hat zumindest eine solide Basis für langfristigen Content Marketing Erfolg gelegt. Doch nur mit dem Strategie-Papier allein ist es nicht getan. Im nächsten Schritt muss die strategische Richtlinie auch effektiv im operativen Geschäft umgesetzt werden. Dafür bedarf es effizienter und zielgerichteter Content Marketing Workflows.

Das klingt einfach, kann jedoch durch die Komplexität des Themas ziemlich schnell unübersichtlich werden. Ein klarer Maßnahmenplan, eine sinnvoll aufeinander aufbauende Kampagnenstruktur und ein sauber definierter Prozessablauf sind deshalb im Tagesgeschäft unerlässlich.

Experten-Roundup - Wie effiziente Content Marketing Workflows entstehen
Im ersten Teil unserer Interviewserie haben wir Experten und Vorreiter aus der Branche zu ihren Meinungen und Erfahrungen mit der Implementierung von Content Marketing im Unternehmen befragt.

Im zweiten Teil ging es um den Aufbau eines kompetenten Content Marketing Teams.

Im dritten Teil unseres Experten-Roundups wollten wir wissen, worauf man man bei der Strategieentwicklung im Content Marketing achten sollte.

Im vorletzten Teil haben wir uns nun der spannenden Frage gewidmet, wie sich die Content Marketing Strategie zielgerichtet umsetzen lässt und welche Content Marketing Workflows es dafür braucht.

13. Wie geht Ihr bei der Operationalisierung Eurer Content Marketing Strategie vor? Welche Rolle spielt hierbei der Kampagnen-Gedanke?

Laurens Mauquoi
Vor jeder Kampagne stellen wir uns die Frage: „Was wollen wir erreichen?“ Dann hinterfragen wir die Idee und stecken die Möglichkeiten ab.Übernehmen wir die Kampagne in unseren Umsetzungsplan, dann setzen wir maßgeschneiderte Ziele.

[etweet]Jede Kampagne ist anders, besonders im Hinblick auf die Publisher Zielgruppe.[/etweet]

Beispiel: Eine Kampagne für Foodblogger sollte mehr Links, Traffic etc. bringen als eine Kampagne für Hochzeitsblogger. Warum? Es gibt halt einfach viel mehr Foodblogger!

 

Klaus Eck
Indem verschiedene Personen dafür Verantwortung übernehmen und auch entsprechend die Dinge umsetzen.Wir haben zum Beispiel eine Zugvogel-Kampagne geplant und durchgeführt. Daran kann man eigentlich sehr deutlich sehen, wie wir gearbeitet haben. Schon bevor es d.tales gab. Wir haben im Prinzip eine Kampagnen-Idee gehabt mit einem roten Zugvogel und haben die Menschen gefragt, wer ihr digitales Vorbild ist. Ich hab die Leute mit dem Vogel jeweils fotografiert, das getwittert oder auf Instagram gestellt oder auf andere Plattformen und andere Menschen animiert, dasselbe auch zu tun und über ihre digitalen Vorbilder zu sprechen. Darüber hinaus haben wir eine Blogparade durchgeführt, Leute dazu eingeladen, über ihre digitalen Vorbilder zu schreiben und sie auch vorzustellen und das hat eigentlich sehr gut funktioniert. Am Ende der Blogparade haben wir auch eine kleine Auflösung damit gehabt, indem wir uns als d.tales vorgestellt haben.

Das war natürlich so eine Kampagnen-Idee. Das war ein Teil der Strategie. Das war dann quasi der Launch der Marke d.tales und das endete letztendlich mit den Fotos, die wir auf der Party zwei Wochen später hatten.

 

Sofia Tsaka
Wie bereits erwähnt, fand Content Marketing bisher ausschließlich im Rahmen von einzelnen Projekten und Kampagnen statt. Im nächsten Schritt ist es für uns wichtig, eine niedergeschriebene Content-Strategie zu erstellen, die allen Abteilungen im Rahmen des operativen Geschäfts als Guideline dient. [etweet]Zukünftig sollten dann die jeweiligen Kampagnen auf die übergeordneten Ziele mit einzahlen.[/etweet]

 

Daniel Marx
Sowohl als auch. [etweet]Je nach Periode haben wir das große Ganze im Blick, aber auch kurzfristige Etappenziele.[/etweet] Unsere Inhalte spielen long tail eine große Rolle, aber auch auf kurzfristige Dinge können wir sehr zielgerichtet reagieren.

 

René Gast
[etweet]Der Kampagnen-Gedanke spielt oftmals eine leider zu große Rolle[/etweet], weil er Unternehmen mitunter daran hindert, Content Marketing in seiner Komplexität zu denken und wirklich „auszufahren“. Ich tue mich ohnehin schwer mit dem Gedanken, „bedürfnisorientierte Inhalte“ bloß für eine Kampagne in den Vordergrund zu rücken. Was bitte passiert denn nach der Kampagne? Spielen die Bedürfnisse der Kunden dann eine geringe Rolle, muss man dann keine guten Inhalte mehr erstellen?

 

Ivana Baric-Gaspar
Ich denke nicht in Kampagnen, aber ich kann mir vorstellen, dass es bei großen Unternehmen durchaus Sinn macht. [etweet]Hier würde ich unbedingt mit Teil-Strategien arbeiten[/etweet], sonst verliert man schnell den Überblick.

 

Nicolai Kuban
Zur Operationalisierung unserer Content Marketing Strategie nutzen wir klar definierte und aufeinander aufbauende Workflows.Wir starten mit einer ausführlichen Recherche und gehen dann in die Planung über. Diese beiden Schritte bilden die Basis des weiteren Workflows und sind darum besonders wichtig – zumindest in der Theorie.

In der Praxis kommen gerade diese vorbereitenden Stufen leider häufig zu kurz, da sie relativ zeitintensiv sind. Um die Abläufe zu beschleunigen, nutzen wir an dieser Stelle unser contentbird Tool, um vielversprechende Content-Ideen und thematisch relevante Webseiten schnell und unkompliziert finden zu können. Auch die darauf folgenden Schritte – Erstellung, Distribution und Analyse – können wir mit unserer Content Marketing Software optimal abbilden.

Der Kampagnengedanke spielt hierbei schon eine wichtige Rolle. [etweet]Wir führen im Rahmen unserer Content Marketing Maßnahmen auch immer wieder Kampagnen durch[/etweet] – zum Beispiel jetzt anlässlich unseres Tool Launches. Da fahren wir dann parallel zu unseren anderen Content Marketing Aktivitäten auch eine speziell auf die neue Content Marketing Software ausgerichtete Kampagne, die in unserem Tool auch als separater Maßnahmenfahrplan ausgewertet und mit anderen Kampagnen verglichen werden kann. So stellen wir sicher, dass der Prozess nachhaltig optimiert werden kann.

 

14. Worauf legt Ihr bei der Content-Erstellung besonderen Wert? Wie findet Ihr vielversprechende Content-Ideen? Wie stellt Ihr die nötigen Qualitätsstandards sicher?

Laurens Mauquoi
[etweet]Wir entwickeln grundsätzlich alle unsere Ideen selbst[/etweet], da wir sehr stark an die Originalität einer Kampagne glauben. Ist deine Kampagne gut und wirklich einzigartig, dann wird sie so oder so erfolgreich sein!

 

Klaus Eck
Grundsätzlich auf Details. Natürlich, dass die Strategie auch immer im Blick bleibt und wir achten darauf, wie die Reaktionen darauf ausfallen.Wir richten uns auch danach, welche Ziele wir tatsächlich haben. Das heißt, es geht nicht so sehr darum, tolle Inhalte zu produzieren, sondern jedes Content-Stück muss eben auch eine gewisse Wertigkeit haben.

[etweet]Die Ideen entstehen in einem kreativen Prozess, an dem auch alle beteiligt sind.[/etweet] Durch Brainstorming. Es entsteht eine Grundidee, die dann von einzelnen weiterentwickelt wird und die dann im Team wieder weiter diskutiert wird.

 

Sofia Tsaka
Innerhalb einer Content Marketing Aktion ist die Information bzw. der Content selbst der wichtigste Bestandteil. [etweet]Unsere Content-Ideen ergeben sich aus gründlicher Recherche, Brainstormings & enger Zusammenarbeit[/etweet] mit den anderen Abteilungen.

 

Daniel Krahn
Wichtig ist uns der Fokus auf den Leser. Welche Bedürfnisse können wir erfüllen, welche Wünsche wecken und welche Ziele erreichen? [etweet]Oft ist es so, dass wir mit unseren Deals die Uninspirierten inspirieren.[/etweet] Jeder hat heutzutage die Möglichkeit, jederzeit überall hin zu fahren. Die Auswahl erschlägt uns. Wenn der Urlaubsguru sagt: „Da ist es schön. Dieses Hotel ist toll“, dann vertrauen die Leute dem Rat des Urlaubsgurus und buchen. Das macht uns stolz und das ist Verpflichtung zugleich, keinen Schund zu empfehlen.

 

Daniel Marx
[etweet]Die Sicherstellung der Qualitätsstandards obliegt den Teamleitern der jeweiligen Präsenz.[/etweet] Bisher haben wir hier nur durchweg positive Erfahrungen gemacht. Wir freuen uns wahnsinnig, wie eigenverantwortlich und mit welch einzigartigem Instinkt unser Team immer wieder aktuelle Content-Ideen aufgreift und unseren Lesern echten Mehrwert bietet.

 

René Gast
[etweet]Wir erstellen Inhalte mit Blick auf ihre Distribution.[/etweet] Das bedeutet, dass wir z.B. Punchlines oder knackige Aussagen entwickeln, die sich gut und gerne teilen lassen. Überschriften sind ebenfalls sehr wichtig, ohne jedoch Clickbait betreiben zu wollen, denn Versprechen müssen eingelöst werden, da Bedürfnisse sonst nicht erfüllt werden können.[etweet]Bei der Ideen-Findung gehen wir weg von dem Produkt eines Unternehmens[/etweet], schließlich möchten wir keine Werbung machen. Durch diesen erweiterten Blick fokussieren wir nicht nur die Bedürfnisse der Zielgruppe, wir haben damit auch ein breiteres Themenspektrum. So entstehen einfach die besten Ideen.

 

Ivana Baric-Gaspar
Besonderen Wert lege ich auf Wertigkeit und Nutzen von Inhalten, genauso auf die Authentizität und die Stimmigkeit der gesamten Story. Ideen ergeben sich meist aus dem Dialog mit der Zielgruppe selbst, oder auch indirekt über die Sales-Abteilungen oder das Kundencenter. [etweet]Als Content-MarketerInnen müssen wir auch einfach hellhörig sein, empathisch und kommunikativ[/etweet], dann gehen einem (normalerweise) die Ideen nicht aus.

 

Nicolai Kuban
Content Marketing Ideen sind eigentlich überall zu finden. Man kann Google Trends oder den Keyword Planner konsultieren. Man kann sich in anderen Abteilungen wie Vertrieb oder Kundenservice umhören. Man kann sich den Wettbewerb anschauen oder die eigenen Inhalte auf der Webseite analysieren, um nachgefragte Themenblöcke und offene Fragestellungen herauszufiltern. Auch gerade für die Qualität der Inhalte sind eine ausführliche Recherche und zeitliche Puffer in der Content-Erstellung wichtig. [etweet]Im besten Fall schafft man es, dem Redaktionsplan immer zwei bis drei Wochen voraus zu sein[/etweet], um Engpässen in der Pipeline vorzubeugen.

 

15. Wenn man den Content Marketing Prozess als Ganzes betrachtet, welchen Anteil nehmen dann Outreach und Seeding-Aktivitäten (in %) bei Euch ein?

Laurens Mauquoi
Das kann man nicht so einfach pauschalisieren. Wichtig ist es, zu verstehen, dass eine gute Kampagne nicht performen kann, wenn das Seeding nicht gut ist. Denn egal wie groß und bekannt man ist, die Audience kommt nicht von sich aus zu dir. [etweet]Man muss sich die Audience schon erarbeiten.[/etweet]Das gilt übrigens auch für gutes Blog-Marketing. Hier sehe ich Hubspot ganz klar als Vorbild. Dort werden alle Sales Manager dazu ausgebildet, Fachbeiträge zum Thema Inbound Marketing zu verfassen und diese über ihre LinkedIn Netzwerke zu streuen.

 

Klaus Eck
Das ist unterschiedlich. Das hängt davon ab, wie wir es machen. Da sind wir nicht festgelegt. Dafür sind wir, wie gesagt, auch noch zu klein. [etweet]Aber grundsätzlich würde ich sagen, ist Seeding vielleicht 20%[/etweet] und die Kreation macht 60% Prozent aus und die anderen Prozesse auch 20%.

 

Sofia Tsaka
Unsere Erfahrung hat bislang gezeigt, dass der Erstellungsaufwand der Inhalte in etwa den gleichen Anteil einnimmt wie der Outreach und das Seeding. [etweet]Die meisten Projekte haben somit einen 50% Anteil für Outreach und Seeding[/etweet] zusammen eingenommen.

 

René Gast
Da die Rolle von Seeding-Aktivitäten sehr unterschiedlich sein kann, möchte ich mich nicht zu einer eindeutigen Vergabe von Prozenten hinreißen lassen. Aber natürlich spielt es eine sehr große Rolle.

 

Ivana Baric-Gaspar
Früher habe ich mehr Zeit für die Erstellung von Content aufgewendet, mittlerweile – auch aufgrund der Content-Dichte im Netz – werden aber das Seeding und die Distribution immer wichtiger. Selbst hervorragender Content findet heute schwer zu seiner Zielgruppe und das ist schade und bedeutet vergeudete Ressourcen. [etweet]Bei mir liegt der Anteil von Produktion und Distribution derzeit bei etwa 50% auf beiden Seiten.[/etweet]

 

Nicolai Kuban
[etweet]Outreach und Seeding sind im Content Marketing Prozess sehr wichtig[/etweet], um Sichtbarkeit für die eigenen Inhalte zu generieren. Die Content Distribution hat dementsprechend einen hohen Stellenwert in unserem Content Marketing Workflow. In einem aufeinander aufbauenden Arbeitsablauf wie unserem hat jedoch jeder Schritt ganz klar seine eigene Wertigkeit. Ohne gute Vorbereitung gibt es keine qualitativen Inhalte und ohne qualitative Inhalte nützt uns auch die beste Distribution nichts. Denn hohe Sichtbarkeit für die falschen Inhalte kann genauso verhängnisvoll sein, wie keine Sichtbarkeit für die richtigen.

 

16. Welche Besonderheiten gilt es bei der Reichweitenstärkung im Content Marketing zu beachten? Welche Kanäle sind besonders geeignet?

Sofia Tsaka
[etweet]Im Content Marketing kann man sehr unterschiedliche Ziele verfolgen[/etweet]: von Traffic-Steigerung auf der eigenen Website über Generierung von Links und Social Signals bis hin zur Conversion-Steigerung.Wenn die Steigerung der Reichweite zum Ziel gesetzt wird, dann muss bereits während der Konzeptionierung des Inhaltes eine gezielte Abstimmung der relevanten Kriterien stattfinden. Die richtige Identifizierung der Zielgruppe, ihre Lokalisierung sowie die Form und der Ort der Ansprache sollten bereits im Vorfeld definiert werden.

Das beinhaltet auch, die potenziellen Kunden entlang der Customer Journey zu tracken und unterschiedliche Formate und Kanäle zu testen.

Welcher Kanal sich letztendlich für die Reichweite am besten eignet, lässt sich pauschal nicht beantworten. [etweet]Gerade im Content Marketing sollte man nicht mehr in Kanalsilos denken[/etweet], sondern sich genau damit auseinandersetzen, wer die Zielgruppe ist und wo sie sich wie an welchen Touchpoints bewegt.

 

Daniel Marx
Glücklicherweise sind wir in diesem Bereich gut diversifiziert. Drei Millionen Facebook-Fans sind eine gute Basis, um regelmäßig Besucher auf der Website zu haben. Aber auch Suchmaschinen spielen eine wichtige Rolle. [etweet]Die Zahl der Direktzugriffe freut uns am meisten.[/etweet] Zu wissen, dass wir zu den Lieblingsseiten vieler tausend Leute gehören, das ist einzigartig.

 

René Gast
Die Website wird zwar immer wieder totgesagt, bildet aus meiner Sicht aber nach wie vor die Zentrale im Content Marketing. Sie ist, wenn man so will, der wichtigste Kanal. Alle anderen Kanäle können wichtig sein, sofern sich die Zielgruppe dort befindet.Wichtig ist ganz sicher, Unternehmen davon zu überzeugen, dass bestimmte Kanäle durchaus auch wichtig sind. [etweet]Es gibt ja sogar Unternehmen, die es nicht für möglich halten, dass Entscheider „googeln“.[/etweet]

 

Ivana Baric-Gaspar
Das hängt vom jeweiligen Konzept ab: Wer ist das Unternehmen, wo die Zielgruppe, was ist das Ziel, das mit Content-Marketing verfolgt wird. Überall dort, wo die richtigen Menschen für mein Ziel zu finden sind, dort ist auch der geeignete Kanal.

 

Nicolai Kuban
Nicht umsonst hat sich der Satz „the medium is the message“ von Medienanalyst Marshall McLuhan derart in der Medien-Landschaft etabliert. [etweet]Man sollte seine Kanäle durchaus bewusst wählen und nicht einfach nur der breiten Masse folgen[/etweet]. Content Marketing verlangt Sinnhaftigkeit und Sinnhaftigkeit impliziert: Ich weiß, warum ich die Dinge tue, die ich tue.Wir haben einen Blog, weil die Komplexität unseres Themas tiefergehenden Erklärungsbedarf schafft. Wir haben Content Ressourcen auf unserer Webseite, weil wir unsere Kunden im Umsetzungsprozess bestmöglich unterstützen wollen. Wir bedienen Facebook, Twitter und Google+, weil relativ neue Themen wie Content Marketing sich in Echtzeit weiterentwickeln, eine schnelle Reaktionsfähigkeit unabdingbar machen und Diskussionspotential besitzen, das eine zweiseitige Kommunikation erfordert. Es ist wie im echten Leben: Warum solltest Du Dinge tun, die keinerlei Bedeutung für Dich haben? Jeder Kanal muss darum regelmäßig kritisch hinterfragt werden.

 

17. Wie wird Content Marketing Erfolg bei Euch im Unternehmen definiert und gemessen? Welche KPIs sind für die Evaluierung entscheidend?

Klaus Eck
Das meiste ist sehr zentral bei uns. Auf Facebook oder Twitter oder auch auf der Webseite sehen wir es an Zugriffen und Shares – also Web Controlling und Shares ganz einfach. Und an Reaktionen von Kunden. [etweet]Also wenn wir vermehrt zu Pitches eingeladen werden, dann ist das eine gute Reaktion[/etweet] und wichtiger als jetzt die Social Shares.

 

Sofia Tsaka
Wir messen den Erfolg bei uns anhand von vorab definierten KPI’s, abgestimmt auf die übergeordnete Unternehmensstrategie. Dementsprechend werden die Ziele bei jedem Projekt neu definiert. [etweet]Mögliche Ziele sind unter anderem Brandbuilding, Linkgenerierung, Traffic und Social Signals.[/etweet]Für die anschließende Evaluierung sind vor allem die harten KPIs relevant, um den ROI für uns genau bestimmen zu können.

 

René Gast
[etweet]Es gibt mindestens zwanzig mögliche KPIs[/etweet]: Auch wenn es am Ende des Tages ums Verkaufen geht, müssen dazwischen natürlich auch anderen Indikatoren berücksichtigt und erfasst werden. Ich könnte jetzt, Follower-Zahlen, Google-Rankings, Bounce-Raten. Mentions usw. aufzählen, aber – ganz ehrlich – die Relevanz oder Gewichtung der KPIs hängt doch von dem ab, was man mit dem Content Marketing erreichen möchte.

 

Ivana Baric-Gaspar
Es gibt viele potenzielle KPIs im Content-Marketing und auch hier muss jeder für sich seine Prioritäten ordnen. [etweet]Für mich persönlich ist der Share of Voice wichtig[/etweet], Backlinks bzw. Verweise von großen Playern auf meine Inhalte, sowie die Anzahl und Qualität von Kommentaren auf meinem Blog und in sozialen Netzwerken.

 

Nicolai Kuban
[etweet]Abhängig vom Ziel, das mit dem Content verfolgt wird, werden auch die KPIs angepasst.[/etweet] Geht es also vorrangig darum, Sichtbarkeit zu einem bestimmten Thema aufzubauen, dann gucken wir auf die Traffic-Zahlen, Verweise, Rankings und Social Shares. Handelt es sich um produktnahe Inhalte, dann schauen wir auf die Click-Through-Rate oder die Konversionsrate.Das Tolle und gleichzeitig Komplizierte am Content Marketing ist, dass damit viele verschiedene Ziele bedient werden können. Natürlich müssen dafür dann vorab auch jeweils sinnvolle Kennwerte definiert werden.

Wer Branding zum Ziel hat, aber ausschließlich die Anzahl neuer Leads misst, wird keine ganzheitliche Erfolgskontrolle durchführen können. Hier sollten auch Markenerwähungen und Verlinkungen in den Bewertungsprozess einfließen.

 

18. Kannst Du abschließend Euren normalen Content Marketing Workflow von der Idee bis hin zur Auswertung kurz zusammenfassen? Wie viele Personen sind beteiligt?

Laurens Mauquoi
[etweet]In meinen Augen macht es Sinn, einen klaren Prozess aufzusetzen.[/etweet] Man stellt sich folgende 3 Fragen:1. Wer ist meine Zielgruppe?
2. Was kommt bei ihr gut an? Welches Konzept und welches Thema?
3. Was wird das messbare Ziel für die jeweilige Kampagne sein? Welche KPI gelten?

Danach geht es an die Umsetzung und an das Seeding. Am Ende erfolgt dann ein Gegencheck: Haben wir unser selbst gestecktes Ziel erreicht?

 

Klaus Eck
Das ist unterschiedlich. Es sind etwa 5-6 Personen beteiligt. Aber das ist schwierig, denn bei einigen Sachen sind es auch alle. Also nicht alle, aber neun Personen mit mir, die in dem Bereich sind, der nach außen wirkt.[etweet]Los geht es damit, dass man in einem redaktionellen Meeting Ideen entwickelt[/etweet] und es endet damit, dass man im Controlling überprüft, was davon funktioniert hat. Dazwischen ist natürlich die Umsetzung.

Das Brainstorming dauert meist ungefähr eine Stunde, wenn man sich einmal die Woche zusammensetzt. Wir haben oft kleine Maßnahmen, denn wir sind ein kleines Unternehmen. Da ist das nicht ganz so aufwendig als wenn man eine große Content Marketing Kampagne macht. Da würde ich davon ausgehen, bei einer großen Content Marketing Kampagne, dass man da schon auch 3 – 5 Tage dran sitzen kann. Aber das hängt wirklich von dem jeweiligen Thema ab und auch davon, wie groß das Ganze gespielt wird. Bei größeren Unternehmen ist es natürlich so, dass man da sehr viel mehr Zeit für braucht.

 

Sofia Tsaka
Idee – Konzipierung – Festlegen der Zielsetzung inkl. KPIs – Pre-Outreach – Pre-Outreach-Analyse – Finalisierung des Konzepts auf Basis der Pre-Outreach-Ergebnisse – Umsetzung – Seeding – finale Auswertung inkl. Messung ROI. [etweet]Beteiligt an diesem Prozess sind in der Regel bis zu 8 Personen.[/etweet]

 

Daniel Krahn
Nehmen wir das Reisemagazin. [etweet]Eine Redakteurin schlägt ein Thema vor. Das Team bespricht sich und das Thema wird umgesetzt.[/etweet] Zum Beispiel ein Artikel zum Thema „Die 10 schönsten Strände auf Mallorca“.Dieser Text ist dann für viele der künftigen Mallorca-Deals ein erstklassiges Ziel für eine interne Verlinkung. Wenn der Text besonders gelungen ist, wird der Text auch bei Facebook oder anderen Social Media Plattformen vorgestellt oder Google-Werbung geschaltet. Bei den Deals entscheidet ebenfalls ein Team, welche Schnäppchen erscheinen. Hier werden die Leistungen der Reise konkret beschrieben; etwaige Fallen besprochen – etwa zusätzlich anfallende Trinkgelder bei Kreuzfahrten – und dann ähnlich verfahren. Der Text geht auf Urlaubsguru.de online und wird auch bei Facebook veröffentlicht. Es gibt in der Regel einen Verantwortlichen für einen Text und dann geht das über ein zweites Paar Augen im Lektorat und dann sind ggf. noch Teamleitung und Social Media beteiligt.

 

René Gast
Zunächst ist da die Idee, oder sagen wir, eine erste Intuition, dann kommt unser Content Marketing Framework zum Einsatz, in dem wir Ziele, Zielgruppen und die grundsätzliche Herangehensweise ermitteln. Meistens wird erst jetzt die Idee konkretisiert, oder ein alternatives Konzept entwickelt. Themenplanung, Erstellung der Inhalte, Content Distribution und Monitoring sind klassischerweise die nachfolgenden Prozesse.In der Regel sind drei bis fünf Leute daran beteiligt, hinzu können im Bedarfsfall externe Partner kommen. [etweet]Wichtig ist, dass jeder ein gutes Gefühl für die Leistung des jeweils anderen im Team bekommt.[/etweet] Dadurch wird der Workflow insgesamt deutlich verbessert. In größeren Projekten können auch agile Teams zusammengestellt werden, was jedoch einen weitaus höheren Aufwand bedeutet.

 

Ivana Baric-Gaspar
Das ist easy, just me 🙂 [etweet]Mein Workflow ähnelt dabei wirklich dem Content Marketing Life Cycle[/etweet], wobei meist mehrere Projekte gleichzeitig am Laufen sind, aber jeweils an einem unterschiedlichen Punkt. Meist fühlt sich das wie Jonglieren mit mehreren Bällen an – nicht immer einfach, aber irgendwann läuft’s.

 

Nicolai Kuban
Wie bereits zu Beginn erwähnt, basieren unsere Arbeitsabläufe auf dem [etweet]Workflow-Modell: Recherche – Planung – Erstellung – Distribution – Analyse[/etweet]. Da wir ein relativ kleines Team sind, wirken im Durchschnitt etwa zwei Personen am Prozess mit. In großen Unternehmen läuft das natürlich kleinteiliger ab. Dort sind die verschiedenen Schritte häufig auch auf verschiedene Abteilungen oder Arbeitsgruppen verteilt.

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