WWW steht eigentlich für World Wide Web. Doch bei vielen Angeboten hat man den Eindruck, dass der Blick kaum über den lokalen oder regionalen virtuellen Tellerrand hinausgeht. Ein fataler Fehler – denn „die Welt“ spricht eben nicht Deutsch. Doch mit einer maschinösen Google-Übersetzung der Webseiten-Inhalte ist es nicht getan.

Sprachliche und interkulturelle Fallstricke sowie Erwartungshaltungen der Zielgruppe(n) erfordern eine präzise Leseransprache. Nur so kann die Wechselwirkung von Google-Ranking und Besucherstrom seine volle Wirkung entfalten. Und die weltweite Blamage in den Social Media bleibt dir damit ebenfalls erspart.

Was im „echten“ sozio-kulturellen Alltag gilt, gilt auch in der virtuellen Welt: Fehler oder Tritte ins Fettnäpfchen sind nicht nur situativ peinlich, sondern können deinen Ruf ruinieren. Im Business-Bereich können sie sogar deine Geschäftsvorgänge massiv schädigen. Zwar sagt man insbesondere Südländern nach, dass sie gerne über sprachliche Unzulänglichkeiten von Fremden hinwegsehen. Doch dieser Touristen-Bonus gilt in geschäftlichen Angelegenheiten nur noch sehr bedingt. Hier ist (eben) Professionalität gefragt.

Internationales Content Marketing und SEO in der Do-it-Yourself-Falle

Die Globalisierung der Webseiten, der Inhalte und auch der Social-Media-Aktivitäten jedoch ist kein Unterfangen, das du „mal eben so auf die Schnelle“ stemmen könntest oder solltest. Hier sind bereits im Vorfeld viele Fragen zu stellen und zu beantworten, nicht zuletzt auch aus ökonomischen Gründen.

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Etwa im Hinblick auf die Zielgruppe: Welche neue Zielgruppe soll angesprochen werden? Wo leben die Menschen, welche Sprache sprechen sie, welche sprachlichen, sozio-kulturellen und markt-politischen Gegebenheiten gelten dort?

  • Übersetzungen ins Englische werden kaum einen Franzosen als Neukunden generieren.
  • Briten lesen lieber British English (BE), und in den USA bevorzugt man American English (AE). Das solltest du natürlich auch berücksichtigen, wenn du fremdsprachliche Texte von Freelancern verfassen lässt.
  • Auch Deutsch ist nicht gleich Deutsch – österreichisches Deutsch unterscheidet sich in einigen Dingen erheblich vom deutschen Deutsch, und auch in der Schweiz wird ein eigenes Deutsch gepflegt. „Das einzige, was uns unterscheidet, ist die gemeinsame Sprache“, hat einmal ein kluger Kopf gesagt. Verstanden wird zwar jede dieser Varianten in allen drei Sprachgebieten, „seriös“ und „vertrauenswürdig“ mutet aber der jeweilige eigene Dialekt an – vertraute Heimat eben.

 

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Lieferant für Auto- und Motorradreifen bietet in Deutschland, Österreich und der Schweiz getrennte Sites mit jeweiliger TLD (.DE, .AT und .CH) an. Die Produktbeschreibungen und Informationstexte sind auf die jeweiligen Sprach- und Lebensgewohnheiten hin optimiert. In der Schweiz kauft der Motorrad-Fahrer Pneus und keine Reifen, Schweizer Auto- und Motorradfahrer bringen ihr Gefährt in die Garage und nicht in die Werkstatt.

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Ähnliche Beispiele lassen sich in allen Bereichen finden, etwa im Lebensmittelbereich (Germ statt Hefe, Schlagobers statt Sahne).

Es leuchtet ein, dass der Anwender dort auch online nach genau solchen, für ihn geläufigen Begriffen sucht und eben nicht nach den in Deutschland üblichen (für die du deine Website hoffentlich bereits optimiert hast).

 

Ähnliche Gesetzmäßigkeiten gelten auch für andere Sprachen und deren Varianten:

  • Eines der bekannteren Beispiele dafür ist „colour (BE) und „color“ (AE).
  • Dass unser „Fußball“ nur wenig gemein hat mit dem angloamerikanischen „football“, hat sich inzwischen rumgesprochen. Dort heißt der Sport eben „soccer“. Dass es aber insbesondere in Australien regional mitunter sehr handfeste Meinungsverschiedenheiten gibt, ob der jeweils diskutierte Ballsport nun „football“, „rugby“ oder „soccer“ heißt, ist wenig bekannt. Wenn du deine Sport-affinen Seiten also dort „an den Mann“ bringen willst, könntest du mit einer 08/15-Übersetzung schnell im virtuellen Aus stehen. Ein bekannter deutscher Fußballer hat in der Vergangenheit bereits hinreichend gezeigt, wie man sich mit solchen halbgaren Übersetzungen blamiert.

Doch nicht nur die Übersetzungen des eigentlichen Contents sind mitunter „tricky“. Wie bereits angedeutet, suchen User in anderen Ländern nach anderen Keywords. Deshalb genügt es nicht, die Texte nur sauber zu übersetzen. Sie müssen auch auf diese speziellen Suchbegriffe hin optimiert werden.

Hinzu kommt, dass es sich dabei nicht um 1:1-Übersetzungen handeln sollte. Andere sprachliche Gesetzmäßigkeiten führen dazu, dass solche Wort-für-Wort-„Übelsetzungen“ in der Zielsprache sehr holprig klingen.

Ein weiterer Stolperstein sind Fachbegriffe, die das Schulenglisch selten abdeckt. Jeder weiß aus dem eigenen Erleben, dass jede Fachsprache eben eine Sprache in der Sprache, gewissermaßen eine eigene Untersprache ist. Das gilt auch in den Fremdsprachen.

  • So wird im Französischen nicht in MB gerechnet, sondern in MO – Mega-Octets. Auch viele andre Computerbegriffe wurden dort durch entsprechende eigene Begriffe ersetzt – alles unter den Argusaugen der hochoffiziellen Académie Française.
  • Umgekehrt sind viele denglische Begriffe dem Angloamerikaner völlig unverständlich. Er benutzt kein „Handy“, sondern ein „Mobile“.

 

Sozio-kulturelle Stolperfallen bei der Skalierung

Doch wenn du nun denkst, dass mit einer professionellen Übersetzung dann alle Arbeit getan ist, irrst du dich. Neben den rein semantischen Aspekten sind auch andere Dinge zu berücksichtigen. Denn so wie andere Völker andere sprachlichen Sitten pflegen, so sind auch die andern vielfältigen kulturellen Aspekte anders:

 

  • Was hier als Farbe der Reinheit gilt (Weiß), ist im asiatischen Bereich eher mit dem Tod assoziiert.
  • Wo halale (muslimisch) oder koschere (jüdisch) Speisen bevorzugt werden, sind auf Schweinefleisch bezogene Inhalte und Abbildungen eher nicht angebracht.
  • Eine Weihnachtsaktion stößt im arabischen Raum auf Unverständnis.
  • Die Verwendung anderer Kalendersysteme (islamisch, jüdisch, julianisch) muss bei zeitbezogenen Inhalten und Aktivitäten ebenfalls berücksichtigt werden.
  • Neben dem statischem Bildmaterial (Logo, Header, Banner, Fotos) und den Bewegtbildern (Präsentationen, Videos) sind häufig auch Voice-overs anzupassen.
  • In besonderes Augenmerk gilt den Social Media-Inhalten, damit der virale Effekt nicht ins Gegenteil umkippt.
  • Alle aufs Ausland ausgerichteten Aktivitäten sollten auch konform gehen mit der dortigen Rechtslage. Das beginnt bei der Verwendung der richtigen Währung und beim Ausweisen von Steuern auf Verkaufsseiten und endet noch lange nicht bei Importbestimmungen, die teilweise auch für Software gelten (Beispiel Kryptografie-Software).
  • Ein PDF im hier üblichen DIN A4-Format sorgt in den USA für Ärger, spätestens beim Versuch, das Dokument auszudrucken, denn dort verwendet man das Format Legal.

 

Dass du all dies nicht mehr In-House erledigen kannst, leuchtet ein. Hier ist professionelle Hilfe angesagt in Form eines Übersetzungsdienstleisters. Dort sitzt in der Regel ein Team aus Muttersprachlern, die sich mit der Sprache und den Sitten des Ziellandes ebenso auskennen wie mit fachlichen und rechtlichen Gegebenheiten. Optimalerweise sind sie auch SEO- und Social-Media-affin.

 

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