In unserer neuen, exklusiven contentbird Blog-Kolumne berichtet Laurens Mauquoi, Head of SEO und eCRM bei smava, aus seinem persönlichen Berufsalltag als Inhouse SEO und dem seiner Kollegen, Partner und Freunde.

Laurens Mauquoi's Inbound Marketing Lounge

Hier die Links zu den weiteren Artikeln der Serie:

Laurens’ Inbound Marketing Lounge #1: Inhouse Content Marketing – Ab wann lohnt es sich?
Laurens’ Inbound Marketing Lounge #2: So funktioniert ein erfolgreiches Content Marketing Team
Laurens’ Inbound Marketing Lounge #3: Wie Du für jede Branche die richtigen Content Formate findest
Laurens’ Inbound Marketing Lounge #4: Wie sich Linkbuilding und Inbound Marketing perfekt ergänzen
Laurens’ Inbound Marketing Lounge #5: 3 erfolgreiche Beispiele für Content Marketing Kampagnen
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Im Interview spricht Fanny Beyer von eDarling über die optimale Verzahnung von SEO,Content & Online PR.

1. Wer ist Fanny Beyer und was machst Du bei eDarling/Affinitas?

Ich bin nach meinem Studium der Linguistik und Philosophie 2009 nach Berlin gezogen und komme aber ursprünglich aus Guben – dem wahrscheinlich östlichsten Ort Deutschlands. Als ich in Berlin ankam, war ich erst einmal verzweifelt auf der Suche nach einem Job, da es mit einer geisteswissenschaftlichen Ausbildung zu dieser Zeit nicht ganz einfach war, Fuß zu fassen.
Fanny Beyer
Ich habe dann bei Zalando als Praktikantin angefangen und bin knapp 3 Jahre später als Senior gegangen. Nun leite ich bei Affinitas seit Februar 2014 das SEO-Team von 24 Mitarbeitern, auch bekannt unter der Brand eDarling. Wir sind in mehr als 26 Märkten vertreten, dazu zählen unter anderem Spanien, Frankreich, UK, Russland, Kanada, Australien und Neuseeland.

Erst kürzlich sind wir als eines der wenigen von Berlin aus agierenden Unternehmen in den US-Markt eingetreten. Das macht die Arbeit bei Affinitas natürlich immer spannend und abwechslungsreich.
 

2. eDarling.de hatte in den letzten Jahren eine stark schwankende Sichtbarkeit. Seit Kurzem geht es wieder nach oben. Woran liegt das?

Um ehrlich zu sein, konzentrieren wir uns nur noch sehr wenig auf die Sichtbarkeit wie sie z.B. Sistrix oder Searchmetrics präsentieren. Natürlich zeigt uns die Sichtbarkeit in den genannten Tools eine Tendenz an, aber sie ist doch eher ein Symptom als eine wirklich aussagekräftige Kennzahl. Am wichtigsten ist die Performance der Seite und dazu schauen wir uns verschiedene KPIs an. Ganz vorne natürlich die Rankings, aber auch User Behaviour und Conversions.

Wir haben im letzten Jahr sehr viel am Content gearbeitet und uns dabei vor allem auf das Thema Relevanz fokussiert. Einige Domains wurden „aufgeräumt“, d.h., dass wir viele Seiten und Themen zusammengefasst, neu strukturiert und überarbeitet haben. Außerdem haben wir viele unserer Domains auf Responsive Design umgestellt, was uns im Bereich Mobile einen großen Schritt voran gebracht hat.
 

3. Ihr habt Euch ganz vom traditionellen Linkbuilding distanziert. Welche Herausforderungen gab es für das Team?

Als ich bei Affinitas angefangen habe, fand diese Umstrukturierung bereits statt. Es wurden seit einiger Zeit keine „grenzwertigen“ Linkbuilding-Techniken mehr angewendet. Davon war ich auch von Anfang an begeistert und beeindruckt. Aber ich denke und hoffe, dass es kaum noch Webseiten gibt, die „traditionelles“ Linkbuilding betreiben, wobei man auch hinterfragen muss, was in diesem Sinne „traditionell“ bedeutet.

„Linkbuilding“ hat im Laufe der Jahre eine stark negative Konnotation erhalten, daher sprechen wir seit neustem von „Linkearning“, da wir uns die Links nun wirklich hart verdienen und erarbeiten müssen.
 

4. Das klingt ja spannend. Kannst Du den Begriff „Linkearning“ genauer erklären?

Unser „Linkearning“ besteht hauptsächlich aus PR-Arbeit. Das Thema Partnersuche und Dating bietet unglaubliches Potenzial für spannende Themen, die wir zum Beispiel durch Umfragen erarbeiten und im Anschluss an Journalisten und Redakteure senden.

Dabei können die Themen sehr locker, wie z.B. „Wo leben die attraktivsten Singles?“, aber auch sehr wissenschaftlich sein, wie z.B. „Das psychologische Geschlecht“.
Bei Content-Kampagnen setzt eDarling auf Themen-Vielfalt und eine Vielzahl an Distributionskanälen

Bei eDarling schöpft man das breite Themenportfolio optimal aus.

 

5. Wenn ich Dich richtig verstehe, gehört für Dich Content Marketing zur modernen PR?

SEO und PR gehen bei uns Hand in Hand. Idealerweise linken Magazine und Blogs auf unseren Content, weil dort der Leser noch mehr Informationen zu dem Thema finden kann.

Natürlich versuchen wir auch, gute Kontakte zu Journalisten, Redakteuren und Bloggern aufzubauen. Dadurch erfahren wir auch, was gerade Thema in der Presse ist bzw. was bald Thema sein wird und können darauf reagieren.
 

6. Du leitest ebenfalls ein Redaktionsteam. Wie versucht Ihr, Euch contentseitig aufzustellen und potenzielle Kunden zu erreichen?

Unseren Content kann man in mehrere Bereiche aufteilen. Wie schon erwähnt, konzentrieren wir uns sehr auf Relevanz. Wir akzeptieren daher auch, dass es bestimmte Suchbegriffe gibt, die zwar im weitesten Sinne relevant für das Thema Partnersuche und Dating sind, aber unser Produkt eigentlich nicht bedienen und wir daher wahrscheinlich niemals auf Platz 1 ranken werden.

Wir sind keine Flirtapp wie zum Beispiel Tinder. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht darüber schreiben und unseren Lesern Tipps dazu geben. Ganz klassisch kann man unseren Content in transactional und informational aufteilen.

Diese Einteilung hilft vor allem bei der Kundenakquise. Früher waren alle Content-Bereiche eher auf die Bereitstellung von Informationen ausgelegt. Dies haben wir geändert, indem wir nun die eigentliche Intention von Suchanfragen hinterfragen und deuten. Bei dieser Herangehensweise fängt die Optimierung natürlich schon bei dem Titel und der Meta-Description an.
 

7. eDarling ist bereits seit 2009 auf dem Markt. Braucht eine alte Seite noch immer den stetigen Zuwachs an Links?

Ich denke, dass Verlinkungen, aber auch klassische Clippings auf jeden Fall helfen, mehr Relevanz und Bekanntheit für die Domain bzw. Brand zu schaffen. Schließlich ist ein Backlink immer noch eine Referenz, dass der Content gut ist und gefällt. Das sollte auch für das Ranking immer noch von Bedeutung sein.
eDarling setzt im Marketing auf die Symbiose von SEO, Content & Online PR

Infografiken eignen sich besonders gut zum Linkaufbau.

 
Aber ich denke, dass Backlinks nicht mehr den größten Teil des Eisberges ausmachen und eine gut strukturierte und inhaltlich gepflegte Seite auch mit weniger aber dafür hochwertigeren Links als früher sehr gut ranken kann.
 

8. Der Dating Markt ist hart umkämpft. Wie geht ihr mit dem aggressiven Linkbuildign der Wettbewerber um? Und wie kann man sich gegen neue Formate wie Tinder im Content Marketing positionieren?

Wir wissen zwar, was unsere Wettbewerber im Bereich Linkbuilding so treiben, lassen uns aber eher wenig davon beeinflussen. Es gibt Wettbewerber, die „Linkbuilding“ auch durch gute PR-Arbeit betreiben und daher für uns auch eine Inspirationsquelle darstellen, aber überwiegend konzentrieren wir uns auf unsere eigenen Ziele. Natürlich gibt es auch Wettbewerber, die immer noch mit fragwürdigen Linkbuilding-Methoden arbeiten, aber ich sehe Google und andere Suchmaschinen in der Pflicht, diese schwarzen Schafe aus den SERPs zu verbannen.

Am Ende gilt: Im Zeitalter von Pinguin und Co müssen früher oder später alle umdenken und anfangen, wirklich interessante und relevante Inhalte anzubieten, die tatsächlich auf natürlichem Wege Links generieren. Tinder sehe ich nicht wirklich als direkten Wettbewerber, da es eine ganz andere Zielgruppe fokussiert als wir.

 

9. Du hast jetzt 5 Jahre Erfahrung im SEO. Welchen Tipp würdest Du Job-Einsteigern für erfolgreiches Content Marketing geben?

Seid relevant, kauft keine Links, das zahlt sich auf lange Sicht nicht aus, und inspiriert andere mit Eurem Content.
 

Hier ein gutes Beispiel für eine Content Marketing Kampagne:

Qualitatives Linkbuilding über zielgruppengerechte Content Strategien!

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