Bernd Hellmuth ist als Head of Digital Marketing bei Dassbach Küchen tätig. In seinen Arbeitsbereich fallen die Entwicklung von Online Marketing Strategien, deren taktische Betreuung und die Projekt Koordination. Zudem ist er für das In-House Team, sowie externe Unternehmer und Freelancer verantwortlich.

Dassbach Küchen besteht seit 1953 und ist in den 1990er Jahren von Tempelhof an den südlichen Stadtrand von Berlin gezogen. Dort produziert  das  Berliner Traditionsunternehmen frei geplante Küchen und Küchenmodule.

Seit gut 15 Jahren ist Bernd Hellmuth im Online Business tätig und hat dabei von Office Manager im E-Comerce, über CEO eines Online Reisebüros, Online Marketing Consultant und  Project Manager alle möglichen Stationen einer Online Marketing Karriere durchlaufen. Im heutigen Experteninterview steht er uns Rede und Antwort und liefert spannende Einblicke in die Arbeitsweise eines SEO-Spezialisten im E-Commerce.

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contentbird: Hallo Bernd, danke dass du dir heute Zeit für uns nimmst und einige Fragen rund ums Thema E-Commerce und SEO beantwortest. Deine Karriere als (Online-) Marketing Experte ist mehr als beeindruckend. Kannst du in aller Kürze die wichtigsten Stationen deines beruflichen Werdegangs umreißen und dich unseren Lesern vorstellen?

Bernd Hellmuth: Danke für die Blumen, „beeindruckend“ ist ein großes Wort. Ich bin Bernd, knapp 40 und ein echter Berliner. Mein erstes Webprojekt war 1998 die Seite einer kleinen Berliner Reisebürokette. Wie die meisten hatte auch ich damals keine Ahnung „vom Internet“. Als ich dann Ahnung hatte, habe ich mich 2000/2001 selbstständig gemacht und eines der ersten echten Online-Reisebüros (OTA) gegründet. Nach einem Jahr in Neuseeland und dem Verkauf der Firma 2010 bin ich in verschiedenen Positionen als Consultant oder interner Spezialist tätig gewesen, und seit 2013 nun bei Dassbach Küchen.

 

Dassbach Küchen hört sich nicht nach einem Unternehmen an, bei dem man einen Online Marketing Profi erwartet.

Da stimme ich zu, aber das hat man sicher früher auch über Gruner + Jahr oder TUI gesagt. Dassbach ist ein Traditionsunternehmen mit einer langen Geschichte. Die Firma hat sich immer schon den Veränderungen angepasst, ob das die Entwicklung der Sozialwerkküche in den 50er Jahren war oder der Aufbau des „Werksverkauf“ in den 90ern. Und nun haben wir mit einigen neuen Produktentwicklungen wie kyuub oder D|Elements die Basis geschaffen, um die Entwicklung in der Möbelbranche – hin zum Onlinevertrieb – aktiv mitzugestalten.

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Gibt es grundsätzliche Erkenntnisse, die du dir als SEO-Experte angeeignet hast und die du an unsere Leser weitergeben möchtest. So etwa in die Richtung: „auf jeden Fall/auf keinen Fall sollte man im Online Marketing machen…“

Das Internet ist schnell, also bin ich ein Freund von schnellen Lösungen. Einfach machen. Kontrolliert und im überschaubaren Rahmen. Wenn es läuft, schöner machen. Wenn es nicht läuft, etwas anderes probieren. Und ich finde es immens wichtig, um die Ecke zu denken.

 

Wie bewertest du die gegenwärtigen Entwicklungen im Online Marketing; also den Erfolgszug von Content Marketing, den Aufstieg der (Youtube-) Blogger als Werbeträger, Google Updates?

Ganz ehrlich finde ich den Hype um „Content Marketing“ oder „Omni Channel“ etwas übertrieben. Es ist doch nichts Neues. Zu jeder Zeit hat man versucht passende Partner zu finden, Leute für die eigene Sache zu begeistern oder neue Kanäle für die eigene Werbung zu finden. Neu ist nur, dass man für die Kontrolle und Recherche heute Tools wie contentbird nutzen kann.
 

Seit gut 1,5 Jahren bist du als Head of SEO bei Dassbach Küchen tätig. Hast du in dieser Zeit tiefgreifende Veränderungen in der Online Marketing Strategie vorgenommen? Wie haben sich diese positiv auf Traffic, Leads und Sales ausgewirkt?

Dassbach Küchen ist ein Unternehmen, dass auch schon vor mir in Digital Marketing investiert hat. Aber eben ohne Inhouse-Spezialisten. Ich habe vieles vereinfacht und die Zuständigkeiten strukturiert. Aber ganz konkret haben wir z.B. die Küchengalerien auf der Webseite optimiert um dem User einen besseren Überblick über unsere Möglichkeiten zu bieten. Seitdem ist das Engagement auf der Seite stetig gestiegen und dadurch auch die Anfragen. Und Google scheint die neue Struktur auch zu mögen.

 

Welchen Herausforderungen siehst du dich als Online Marketing Experte in einem großen Unternehmen gegenübergestellt? Welches sind arbeitstechnisch für dich und dein Team die größten Hürden, die es zu überwinden gilt?

Die große Herausforderung heute und in Zukunft ist die Technik. Natürlich hat die reine Anzahl der genutzten Systeme zugenommen. Ich meine allerdings auch die Herausforderung diese Systeme sinnvoll im Team zu koordinieren. Eine Herausforderung für mein Team ist, dass wir uns in einer Branche bewegen, die noch weitestgehend offline agiert. In anderen Branchen geht man hin und sagt contentbird: „Such mir passende Blogger für mein Produkt“. In der Möbelbranche gibt es bis auf wenige Ausnahmen keine Blogger, Foren, Spezialseiten etc. Da muss man schon etwas kreativer werden um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

 

Was macht für dich eine gute Kampagne aus? Kannst du ein Beispiel für eine gelungene Kampagne nennen?

Ohne Plan und Ziel gibt es keine sinnvolle Kampagne. Eine Sache merke ich immer wieder. Es kommt manchmal anders und das muss nicht schlecht sein. Beispiel: Wir haben uns contentbird besorgt um Links aufzubauen. Nun wissen wir, dass wir erst mal Links zurückbauen müssen.

 

Angeschlossen an die letzte Frage: wie ermittelt ihr den Erfolg einer einzelnen Kampagne? Verwendet ihr eine spezielle Software, um Traffic, Backlinks, etc. zu monitoren?

Für ein Unternehmen wie Dassbach ist es wichtiger, dass die einzelnen Kampagnen im Gesamtbild einen Erfolg darstellen. Wir machen ja nicht ausschließlich abschlussorientiertes Online Marketing und schauen daher eher auf längere Zeitabschnitte.
 

Wie kann zum Beispiel das contentbird Tool beim Optimieren des Online Marketings eines großen Unternehmens helfen?

contentbird hat uns schon durch die Analyse unserer bestehenden Backlinks geholfen zu erkennen, dass wir „die Küche erst einmal aufräumen müssen, bevor wir uns um die neue Einrichtung kümmern können“. Außerdem ist es natürlich sehr hilfreich detailliert zu sehen, wo die Konkurrenz steht.

 

Was würde dir allgemein deinen Job als Head of Online Marketing vereinfachen? Ein bestimmtes Tool, bestimmte Workflows, etc.?

Ich glaube wir haben heute viele Möglichkeiten und vor allem auch in der Szene einen erstklassigen Erfahrungsaustausch. Leider gibt es Tools da draußen, die versuchen eine „eierlegende Wollmilchsau“ zu sein. Ich bevorzuge mehrere spezialisierte Tools und nicht ein Universal-Tool.

 

Wo, bzw. wie siehst du die Zukunft von SEO und Online Marketing in den nächsten fünf Jahren?

Die Frage hätte ich auch vor fünf Jahren nicht so einfach beantworten können. Vielleicht kommt Facebook ja doch noch auf die Idee und bietet „Facebook-Multi-Sites“ als Alternative zur Webseite an. Oder Google entwickelt die Einspielung von Werbung auf deine Kontaktlinse. Vielleicht investiert Amazon in Werbedrohnen, die dann ständig über unseren Köpfe kreisen. Aber im Ernst: Ich denke, dass ehrliche Inhalte, guter Service, ein Mehrwert für den User und eine prägnante Marke mit klarer Ausrichtung auch in 5 Jahren noch das Wichtigste im Online Marketing sind.

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Kommentare (2)

Hallo und vielen Dank für das Interesse an unserem Interview mit Bernd Hellmuth. Zu deiner Anmerkung, das Thema Linkabbau wird von unserem Interviewpartner in Frage 7 zu „gelungenen Kampagnen“ angesprochen. Zudem wird in der übernächsten Frage erneut auf den Abbau von Backlinks als Strategie im Online Marketing verwiesen. Ich hoffe, meine Antwort konnte dir weiterhelfen.

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