Und täglich grüßt das Murmeltier – oder in diesem Falle die nicht ganz so tierische, aber dennoch haarige Frage: Wie lässt sich mein organischer Webseiten-Traffic nachhaltig steigern?

Jeder Webseiten-Betreiber ist mit der Herausforderung langfristig wachsender Besucherzahlen vertraut, doch wie begegnet man der verantwortungsvollen Aufgabe am effizientesten? Probieren geht über studieren, heißt es so schön, ist aber leider zeit- und manchmal auch kostenintensiv. Da kommt es sehr gelegen, wenn jemand, der bereits fleißig experimentiert, Reaktionen ausgewertet und Strategien angepasst hat, bereit ist, seine wertvollen Praxis-Erfahrungen zu teilen. Das haben wir in unserem breit angelegten Selbstexperiment „Mehr Traffic generieren in 30 Tagen?! – Theorie und Praxis“ und dem darauf basierenden kostenlosen Whitepaper „Traffic Boost durch SEO“ getan.

Und auch Björn Tantau, Spezialist für Social Media, SEO und Linkaufbau, gewährt in seinem neuen E-Book „107 wertvolle Power-Traffic-Tipps für garantiert mehr Besucher auf jeder Webseite“ tiefe Einblicke in seine über viele Jahre gesammelte Online Marketing-Erfahrung. Wir haben den passionierten Autor vorab im Interview zu den vielfältigen Methoden der organischen Traffic Generierung befragt.

bjoern-tantau

Hallo Björn, schön, Dich hier auf dem contentbird Blog willkommen heißen zu dürfen! Beginnen wir mit der etwas anderen Vorstellungsrunde:

1. Was ist Deine selbsterklärte Mission und wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Dir aus?

Meine Mission ist schnell erklärt, denn sie hat nur ein einziges Ziel: Offen und nachvollziehbar erklären, welche Methoden beim Marketing im Internet wirklich funktionieren und wie sich diese Methoden garantiert gewinnbringend einsetzen lassen.

Mein Arbeitstag ist überwiegend von Content geprägt. Um zu wissen, welche Trends aktuell sind, welche Maßnahmen Sinn machen und wie sich die digitale Branche und das Internet Marketing entwickeln, muss ich ständig am Ball bleiben. Das bedeutet auf der einen Seite, viele aktuelle Inhalte zu konsumieren – auf der anderen Seite aber auch zu reproduzieren. Ich kann den Leuten ja nur zeigen, was wirklich funktioniert, wenn ich es selbst getestet und für gut befunden habe. Daraus folgt, dass ich viel ausprobiere. Funktionierende Elemente integriere ich in mein eigenes Marketing. Ich baue die Elemente aus und versuche, sie sinnvoll weiterzuentwickeln. Letztendlich besorge ich mir aus allen möglichen Bereichen hilfreiche Impulse und „Bauteile“. Was ich gebrauchen kann, wird verarbeitet – was nicht funktioniert, fliegt raus. So bleibt am Ende jeden Tag ein weiterer Schritt in Richtung Perfektion – wohl wissend, dass eine wirkliche „Perfektion“ niemals erreicht werden kann. Das zieht mich aber nicht runter, sondern spornt mich im Gegenteil jeden Tag wieder von Neuem an.

2. Gibt es eine effiziente Routine, die man im Arbeitsalltag implementieren kann, um nachhaltig mehr Traffic zu generieren?

Ja, das geht – und es ist sogar ziemlich simpel. Im ersten Schritt zahlt es sich aus, detaillierte Prozesse zu entwickeln. So hab ich zum Beispiel eine „Erste digitale Runde am Morgen“. Im Rahmen dieser Runde check ich unter anderem neue Veröffentlichungen aus der Szene und schau mir an, was die nationale und internationale Branche treibt. Diese „Erste digitale Runde am Morgen“ ist ein schönes Beispiel für feste Prozesse, mit denen man einen kompletten Arbeitstag strukturieren kann. Das mag auf den ersten Blick langweilig wirken – und in der Tat ist es etwas monoton. Der Vorteil ist allerdings, dass man Dinge, die getan werden müssen, relativ schnell und effektiv erledigen kann, wenn man einen genauen Prozess definiert hat. Das sorgt letztendlich dafür, dass man mehr Zeit für andere Dinge hat – wie zum Beispiel der Produktion von Content. [etweet]Und je mehr hochwertigen Evergreen-Content man hat, desto besser lässt sich Traffic produzieren[/etweet] – auf Knopfdruck und nachhaltig, weil solcher Content wiederverwendbar ist.

3. Welche positiven Effekte hat mehr Traffic auf der eigenen Webseite kurz- und langfristig?

Wo soll ich da anfangen? Mehr Traffic ist immer gut und je nach strategischer Ausrichtung führt er zu mehr Leads und Sales oder zur Steigerung der Bekanntheit. Er kann auch dazu führen, dass man öfter mal Angebote bekommt, auf Konferenzen zu sprechen. Neue Jobangebote können die Folge sein. „Mehr“ kann gar nicht verkehrt sein – je „mehr“ Menschen man mit seinem Content erreicht, desto bekannter wird man selbst (oder die eigene Marke). Wer das lang genug durchzieht, wird sich immer in der Erfolgsspur wiederfinden.

107 Power Tipps für mehr Traffic
4. In Deiner Zeit als Senior Consultant für den Bereich SEO hast du sicher viel erlebt. Was ist der größte Fehler den Unternehmen beim Steigern der Traffic-Zahlen machen und wie lässt er sich vermeiden?

Meistens ist es die Ausrichtung auf kurzfristige Ziele. Es gibt immer irgendeine sinnlose Anweisung, nach der man in kurzer Zeit mehr von irgendwas generieren soll – das haben vor allem Konzerne leider so an sich. Grundsätzlich passiert dann immer das gleiche: Es werden Maßnahmen ergriffen, die kurzfristige Erfolge bringen, nach ein paar Wochen aber nicht mehr funktionieren. Das kommt insbesondere beim Content Marketing immer noch sehr häufig vor. [etweet]Oft herrscht die Meinung vor, dass man einfach nur viel Content produzieren müsse[/etweet] – nicht aber hochwertigen und nachhaltigen Content. Ich hatte oben schon von „Evergreen Content“ gesprochen: Schaut euch mal meine Website an – da gibt es so gut wie keine News mit aktuellem Kontext mehr, stattdessen produziere ich Inhalte, die immer wieder auftretende Probleme lösen. Das ist der eigentliche Sinn von Content Marketing – und das führt auch zu kontinuierlich viel mehr Traffic!

5. Erwartungen sind häufig ein Minenfeld. Wie viel Prozent Traffic-Steigerung pro Monat sind für eine Webseite realistisch?

Da werde ich keinen absoluten Wert nennen, denn die einzelnen Themenfelder sind dafür meiner Ansicht nach viel zu unterschiedlich. Es kommt auch immer auf die Mittel an, die zur Verfügung stehen: Für die eine Website können 5 Prozent ein großer Erfolg sein, die andere Website ist erst richtig auf Wachstumskurs, wenn es 15 Prozent oder mehr nach oben geht. Hier sehe ich zu viele unterschiedliche Variablen, die das Wachstum beeinflussen können, allerdings unterschiedliche Auswirkungen haben. Ausnahme: Wenn ein festes Budget für Werbung zur Verfügung steht – in diesem Fall kann das Wachstum eher kontrolliert werden. Ich glaube aber, dass die meisten Webmaster auf eine Steigerung des organischen Traffics scharf sind – und der ist oft unberechenbar.

6. Welche Kanäle generieren Deiner Erfahrung nach am meisten konvertierenden Traffic?

Kommt auch immer sehr stark darauf an, welches Produkt zum Beispiel verkauft werden soll. Da kann ich in der Tat nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten: Mittlerweile eindeutig Facebook und E-Mail Marketing via Newsletter. Bei Facebook klappt das am besten in Verbindung mit Ads, zum Beispiel über eine Website Custom Audience (WCA) und – je nachdem, was man verkaufen will – einer Lookalike Audience. Wie gesagt, es kommt da immer auf das Ziel an: Wer über seine Website etwas verkauft und Leute ansprechen will, die ihn selbst schon kennen, das Produkt aber noch nicht, dann reicht die WCA. Via E-Mail Marketing hat man hervorragende Möglichkeiten, denn hier sitzt man auf einer eigenen Community, die nicht fremdbestimmt ist. Und wenn man diese Community mit guten Inhalten (hochwertige eBooks als Give-Aways, etc.) aufgebaut hat, dann konvertieren die Abonnenten eines solchen E-Mail Newsletters auch – Vertrauen und Markenbekanntheit spielen hier eine große Rolle.

7. Wie lässt sich der unmittelbare Zusammenhang zwischen angewandter Maßnahme, resultierender Traffic-Steigerung und finaler Konversion am effizientesten herstellen und messbar machen?

Am Beispiel von Facebook Ads und E-Mail Marketing ist das relativ einfach: Via Conversion-Pixel lässt sich der Erfolg genau messen. Das ist ja das Schöne an Facebook Ads – man kann alles messen und dann so lange optimieren, bis der Idealzustand hergestellt ist. Beim E-Mail Marketing lassen sich innerhalb der Tools von Anbietern wie AWeber oder GetResponse Kampagnen anlegen, mit denen sich genau verfolgen lässt, ob ein Abonnent etwas gekauft hat oder nicht. Entsprechend genau ist auch hier die Auswertung.

8. Ende letzten Jahres ergab eine Befragung Deinerseits, dass unter anderem Google und Facebook als Traffic-Quellen an Relevanz verloren haben. Wie eng sind Traffic-Generierung und Social Media Seeding heute noch miteinander verknüpft?

Dieses Ergebnis hat mich auch überrascht und ich kann es nur bedingt nachvollziehen – zumindest für Facebook. Bei Google hab ich ebenfalls die Beobachtung gemacht, dass es nicht mehr ganz so relevant ist – wobei wir hier über einen Rückgang auf hohem Niveau sprechen. [etweet]Facebook wird meiner Ansicht nach im Marketing-Mix immer wichtiger[/etweet], auch und vor allem weil immer neue Werbeformen ausgerollt werden, die es Advertisern immer einfacher machen, günstig und mit wenigen Streuverlusten genau die Menschen zu erreichen, die sehr genau für Angebote in Frage kommen. Das einzige Problem, dass wir hier in Deutschland haben, ist die Tatsache, dass Social Media mit Facebook gleichgesetzt wird. So wie Google die Suche dominiert, hat sich Facebook in Social Media ausgebreitet. Daran gibt es auch keinen Zweifel. Schade daran ist eben nur, dass andere Kanäle es dadurch schwerer haben, relevanter zu werden. Insofern ist Social Media (zu 90 Prozent in Form von Facebook) extrem eng mit der Generierung von Traffic verknüpft.

9. In unserem aktuellen Whitepaper „Traffic Boost“ haben wir gezeigt, dass insbesondere Newsletter und zielgerichteter Multiplier-Outreach die Besucherzahlen zuverlässig steigern können. Welchen Stellenwert haben E-Mail- und Influencer Marketing für Dich?

Das mit dem E-Mail Marketing hab ich ja schon beantwortet – sorry, wenn ich da vorgegriffen hab. Influencer Marketing ist ebenfalls wichtig – das aber nicht so sehr aus Traffic-Aspekten, sondern eher wegen der Reputation. Es bringt nicht zwingend viel mehr Traffic, wenn man zum Beispiel im TV interviewt wird. Es zahlt aber auf die eigene Bekanntheit ein und man kann solche Interviews als Referenzen nennen. Das hilft dann später, wenn man über andere Kanäle Traffic erzeugen will.

10. Welche Taktik hat dir selbst den meisten organischen Traffic eingebracht?

Das Produzieren hochwertiger Inhalte. Ich weiß, dass das keiner mehr hören will, aber es entspricht den Tatsachen und vor allem in der SEO-Branche müssen die Leute endlich verstehen, dass „Content Marketing“ nicht das neue Wort für Linkaufbau ist. [etweet]Je besser und vor allem nützlicher die eigenen Inhalte sind, desto mehr Traffic bekommt eine Website[/etweet] – von Facebook, von Google, von Twitter, von Google+… ist eigentlich egal, woher der Traffic letztendlich kommt. Fakt ist, dass er kommt, weil die User Inhalte, die echte Mehrwerte bieten und konkrete Lösungen anbieten (also nützlich sind) sehr honorieren. Und selbst bei trivialen Inhalten wie den täglichen Promi-News wird es von den Usern gut geheißen, wenn ein bestimmtes Online-Magazin schnellere oder bessere Promi-News hat – auch dieser Content ist nützlich, weil er ein bestimmtes Bedürfnis der User bedient. Nicht nützlich hingegen sind oberflächliche und zu kurze Texte, in denen Themen nur angerissen werden – weil eben ein paar Absätze benötigt werden, um ein oder zwei Links zu verticken.

11. Würdest Du sagen, dass Traffic-Generierungsmaßnahmen universell sind? Oder besteht branchenbezogen bzw. je nach Unternehmensgröße Anpassungsbedarf?

Auf jeden Fall branchenbezogen und unterschiedlich. [etweet]Das Erzeugen von Traffic mit nützlichen Inhalten ist definitiv universell[/etweet] – die Frage ist eben nur, wie genau diese Inhalte auszusehen haben. Letztendlich lässt sich auch mit einem Link zur eigenen Website in einem Instagram-Profil viel (mobiler) Traffic erzeugen: Dafür muss es dann aber auch eine ganz besondere Form von (nützlichem und hochwertigem) Content geben. Ganz anders auf YouTube – ohne geniale Videos geht so gut wie gar nichts. Ich könnte das jetzt so weiterführen, aber das Prinzip ist klar: Dass es ohne Content nicht geht, steht außer Frage. Wie diese Inhalte auszusehen haben, damit reichliche Traffic erzeugt wird, steht auf einem anderen Blatt – hier kann ich nur raten, sehr viel und sehr intensiv mit verschiedenen Formen und Ausprägungen von Content zu experimentieren.

12. Sneak Peek: Verrätst du uns vorab exklusiv Deinen persönlichen Lieblingstipp aus dem neuen E-Book „107 wertvolle Power-Traffic-Tipps für garantiert mehr Besucher auf jeder Webseite“?

Bei 107 Tipps ist es sehr schwer, sich festzulegen. Ich habe das Buch absichtlich so verfasst, dass alle Tipps einzeln genutzt werden können, um Traffic zu erzeugen. Auf der anderen Seite sind alle Tipps „in Reihe geschaltet“ ein echtes Feuerwerk an fachlichem Input. Einen wirklichen Lieblingstipp habe ich so gesehen also nicht. Doch ich mache für euch und eure Leser eine Ausnahme: In meinem eBook spielt Twitter eine Rolle in mehreren Tipps – bei einem Tipp aber zeige ich, wie sich Twitter als eine echte Geheimwaffe einsetzen lässt. Und „Geheimwaffe“ sage ich, weil diese spezielle Anwendung von Twitter sich tatsächlich noch so gut wie gar nicht herumgesprochen hat.

Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Sehr gern geschehen, ich hab zu danken! Traffic Boost durch SEO - Kostenloses Whitepaper

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