Noch ein Social-Media-Kanal? Muss das sein? Nun, es gibt sehr gute Gründe, zumindest darüber nachzudenken, deine Content Distribution um Pinterest Marketing zu erweitern. So hat eine Studie von 2018 etwa ergeben, dass unter knapp 6.000 Marketern nur 49 Prozent ihr Facebook Marketing als effektiv bezeichnen. 52 Prozent haben dort sogar eine Einschränkung der organischen Reichweite erfahren.

Natürlich kannst du, wie 67 Prozent dieser befragten CMOs auch, 2019 dein Budget für Facebook Ads aufstocken. Darüber kannst du zumindest einen Teil des Verlustes der organischen Reichweite durch Paid Media auffangen. Oder du kannst – ohne Geld in die Hand zu nehmen – dein Business über Pinterest vermarkten, wo du die Möglichkeit hast, ca. 200 Millionen User aus der ganzen Welt zu erreichen, von denen 83 Prozent bevorzugt Brands statt Promis folgen.

In dieser Eigenschaft hebt sich Pinterest deutlich vom Konkurrenten Instagram ab und stellt für B2B-Unternehmen eine echte Alternative dar. Wir zeigen dir, wie du die Stellschrauben drehen musst, um mit Pinterest Marketing visuell erfolgreicher zu werden.

Fact Check: Das ist für eine Pinterest Marketing Strategie wichtig

Wie bei jeder anderen Social Media, brauchst du auch für erfolgreiches Pinterest Marketing eine Strategie. Dazu sind ein paar Basics über Pinterest notwendig. Wir erklären dir im Folgenden, was du wissen musst, um Pinterest in dein B2B-Marketing zu integrieren.

  1. Was ist Pinterest? Kurz gesagt ist Pinterest eine Bildersuchplattform, ähnlich Instagram. Gelauncht wurde das Social Media Netzwerk 2009 und hat sich in den letzten Jahren zur zweitgrößten Traffic-Quelle gleich nach Facebook entwickelt. Einen besonderen Schub hat die Plattform erfahren, seit Facebook seinen Algorithmus zum Nachteil von Fanpages hin zu Privatprofilen verändert hat.
  2. Was sind die wichtigsten Features von Pinterest? Für effektives B2B-Marketing macht es Sinn, einen Business Account und ein paar strategisch durchdachte Boards anzulegen. Dazu weiter unten mehr. Außerdem kannst du mit Rich Pins, Promoted und Buyable Pins, eigenen Communities und sogenannten Karussellen zusätzlich zu Re-Pins Reichweite generieren.
  3. Wie funktioniert Pinterest? Die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass dir Pinterest den gewünschten Effekt bringt, sind eine gute Marketing-Strategie, regelmäßige Pins, Re-Pins und Wiederveröffentlichungen, relevante Keywords, Hashtags und Interaktion. Es dauert im Schnitt etwa 3,5 Monate, damit ein Pin 50 Prozent seines gesamten Engagement-Rate erfährt. Damit ist Pinterest nachhaltiger als andere soziale Netzwerke.

Infografik von <a href="https://www.whiteglovesocialmedia.com/vancouver-pinterest-consultant-infographics-9-step-plan-for-a-simple-successful-pinterest-social-media-strategy/#.UhiiRtK2Otw">White Glove Social Media</a>, Quelle: <a href="https://i.pinimg.com/564x/ba/b5/86/bab586cdaf013ae8298dae506b050a56.jpg">Pinterest Marketing Expert</a>

Was Pinterest ist – interessante Zahlen, Daten und Fakten für Marketer

Nachdem Pinterest in Europa anfangs etwas Anlaufschwierigkeiten hatte, konnten 2017 3 Millionen User allein aus Deutschland registriert werden. Jeden Monat tätigen mehrere Hundert Millionen Nutzer rund 2 Milliarden Suchanfragen auf der Plattform.

Nur 20 Prozent der täglich über 14 Millionen Pins auf der Plattform sind Originale. Im Durchschnitt erfährt jeder Pin elf Re-Pins. Diese machen 80 Prozent aus und generieren eine 50 Prozent höhere Conversion Rate als andere Plattformen.

Aber nicht nur die Re-Pin-Option macht Pinterest zu so einer starken Referral-Site. Das Portal bietet jede Menge anderer Möglichkeiten, URLs zum Pin unterzubringen – etwa in der Beschreibung. Außerdem wird beim Hovern über einen Pin die verknüpfte Webadresse als Button angezeigt, was einen schönen Klickreiz für interessierte User setzt.

Das bedeutet, dass du in jedem Pin gezielte Domains platzieren und die Beschreibungen perfekt für Call-to-Actions nutzen kannst. Damit optimierst du deine Pinterest-Maßnahmen mit wenig Aufwand für die Leadgenerierung. Genau wie B2B-Marketing und Content Distribution lebt auch Pinterest von hochwertigem Content, der in Form von spannenden Bildern, unterhaltsamen Videos oder interessanten Podcasts hochgeladen werden kann. Diese Gemeinsamkeit bildet die Grundlage für ein erfolgreiches Pinterest Marketing für B2B-Unternehmen.

Diese Features solltest du für dein B2B Pinterest Marketing kennen (und nutzen)

Pins zu posten und zu re-pinnen sind die absoluten Basics der Pinterest-Nutzung, die jedem Privatprofil zur Verfügung stehen. Für Unternehmen ist es aber unabdingbar, einen Business-Account anzulegen. Das geht kostenlos und kinderleicht, indem zunächst ein privater Account erstellt wird, der dann in ein Business-Profil umgewandelt wird. Über dieses Business-Profil stehen dann zusätzliche Features zur Verfügung, etwa das Anlaytics-Tool.

Was du sonst noch wissen musst, um Pinterest effektiv zu nutzen:

  • Was Pinnwände, auch Boards genannt, sind,
  • wie ausgewählte Pinnwände funktionieren,
  • wozu Pin-Beschreibungen dienen und wie du sie formulierst,
  • wie du die Re-Pin-Funktion nutzt,
  • was Rich Pins und
  • Promoted Pins bzw. Pinterest Ads sind,
  • welche Inhalte und Formate du bei Pinterest uploaden kannst,
  • in welcher Häufigkeit du pinnen solltest,
  • unter welchen Voraussetzungen Bilder besonders hohe Engagement-Rates versprechen,
  • wie du das Planungstool für Veröffentlichungen nutzt,
  • was Communities und Gruppenboards sind und
  • was das aktuellste Feature, das Karusell, kann.

So startest du mit Pinterest

Pinterest-Integration:

Für Pinterest Marketing im B2B macht es Sinn, Pinterest in Form eines Code-Schnipsels oder Plugins in deinen Blog oder deine Website zu integrieren. Werden Inhalte direkt von deinem Blog weg auf der Plattform geteilt, bleibt die Verweis-URL erhalten. Der User teilt also nicht nur deinen Content, sondern auch deine Domain auf seinem Pinterest-Profil.

Account- und Board-Erstellung:

Erstelle einen eigenen Account und lege dort einige Boards an. Mehr Tipps dazu, welche Boards mit welchen Inhalten für ein B2B-Unternehmen Sinn machen, findest du weiter unten. Diesen Pinnwänden gibst du entsprechende Namen und Descriptions – greife dabei ruhig auch auf den ein oder anderen nützlichen Hashtag zurück. Google indexiert Pinterest-Boards mittlerweile. Eine entsprechend ausführliche und Content-, sowie Keyword-relevante Beschreibung deiner Pinnwände ist essentiell, um damit in den SERPs zu ranken.

Eigener Screenshot von Pinterest

Wähle für jedes Board eine Kategorie und optional ein Coverbild aus. Auf deiner Profilseite kannst du dann die Pinnwandreihenfolge personalisieren, wenn du das für sinnvoll erachtest. Das funktioniert ganz einfach über Drag’n’Drop. Ich empfehle, mindestens dein wichtigstes Board oder deine aktivste Pinnwand oben im Profil anzuheften, damit er Besuchern deines Profils immer als erstes ins Auge fällt. Über die Showcase-Funktion kannst du bis zu fünf deiner Boards auf diese Weise highlighten.

>Pin-Description:

Beschreibe jeden Pin einzeln und weise ihm einen Direktlink zum entsprechenden Content auf deinem Blog oder deiner Website zu. Setze Hashtags ein und führe die URL auch hier nochmals auf. Bringe einen Call-to-Action darin unter. Pinterest stellt dir 500 Zeichen zur Verfügung. Da es aber ein vorrangig mobiles Medium ist, solltest du das Wichtigste schon in den ersten 100 Zeichen gesagt haben. Denn über Smartphone-App werden nicht mehr angezeigt.

Zweiter eigener Screenshot von Pinterest

Rich Pins und Buyable Pins:

Zwei Optionen, die im B2B nicht unbedingt Sinn machen. Zwar erlauben Rich Pins längere Beschreibungen und etwa die Darstellung eines Produktpreises. Und Buyable Pins ermöglichen den Kauf von Artikeln und Produkten direkt aus der App heraus. Allerdings sind beide Tools eher für B2C-Profile konzipiert, die über Pinterest Marketing direkt Kunden und Käufer erreichen wollen.

Promoted Pins:

Sie sind das Pendant zu Ads auf Google und Facebook. Du kannst damit die Reichweite ausgewählter Pins erhöhen. Besonders zu Beginn deiner Pinterest Marketing Anstrengungen kann das auch im B2B-Marketing nützlich sein.

Perfekte Pin-Formate:

Pinterest ist zwar als reine Bildernetzwerk gestartet, man kann dort mittlerweile aber durchaus auch Videos und Sound-Dateien von ausgewählten Plattformen pinnen. Vor allem im B2B sind diese Optionen hochinteressant, etwa, um neben klassischer Blogartikel auch Image-Clips und Podcast-Folgen zu promoten.

Pin-Frequenz:

Wenn du Pinterest bereits nutzt, verlass dich in der Pin-Frequenz unbedingt auf deine Analytics-Ergebnisse. Andernfalls starte zunächst einmal mit etwa 10 bis 20 Pins pro Tag. Keine Panik: Du musst nicht 20 eigene Pins hochladen. Nutze die 20:80-Rate, die ich oben schon erwähnt habe. Auf jeden eigenen Pin, repinne immer vier fremde.

Pins planen:

Diese Funktion spielt dir bei der Veröffentlichung in die Hände. Ähnlich wie Facebook, gestattet auch Pinterest dir, Pins vorzuplanen und deren Veröffentlichung zu automatisieren. Das erleichtert die Profilpflege. Wähle dazu einfach „später veröffentlichen“ aus und stelle Datum und Uhrzeit ein, wenn du ein Bild zum Pinnen hochgeladen hast.

Dritter eigener Screenshot von Pinterest

Bildgestaltung:

Ein paar Kniffe bei der Bildgestaltung erhöhen die Chance auf Re-Pins. Erstelle vorrangig vertikale Images im Seitenverhältnis 2:3 oder 4:5 und einer Mindestbreite von 600 Pixeln. Eine Analyse hat ergeben, das Bilder mit mehreren dominanten Farben, vor allem Rot- und Orangetöne, besonders oft gerepinnt werden. Außerdem werden Bilder eher gerepinnt, wenn keine Gesichter abgebildet sind und die Oberflächentextur glatt ist. Perfekte Voraussetzungen für eine B2B-Nutzung, also.

Communities, Gruppenboards und Karusselle:

Pinne in Gruppenboards und lege eigene Gruppenboards an, zu denen du andere User einlädst. So kannst du deine Reichweite verbessern, auch ohne, dass du eine große Followeranzahl vorweisen kannst. Mittels Karussellen können bis zu fünf Bilder für eine URL hochgeladen werden und jedes davon mit einer eigenen Beschreibung versehen werden – das entzerrt lange Pin-Descriptions. Pinterest-Communities sind weniger zur Selbstpromotion gedacht, sondern eher eine Art Diskussionsforum ähnlich den Gruppen bei Facebook. Eine tolle Möglichkeit, um mit Kunden und Kollegen in Kontakt zu treten oder um FAQs zu erstellen und etwa Webinare zu promoten.

Tipps für dein Pinterest Marketing, die du sofort umsetzen kannst

Brauchst du ein paar Ideen, um ein erfolgreiches B2B-Profil zu erstellen und mit Pinterest Marketing für dein Unternehmen anzufangen? Wie wäre es hiermit?

  • Erstelle ein Board mit Infografiken deines Businesses.
  • Lege ein Board an, in dem du deine Produkte oder Services bewirbst.
  • Eröffne einzelne Pinnwände für deinen Blog, deinen Video-Kanal, deine Podcasts.
  • Veröffentliche Screenshots deiner Newsletter und verlinke die Pins mit deinem Abo-Link.
  • Gestalte Pinnwände für Case Studies, Whitepapers, Webinare, SlideShares und eBooks.
  • Stelle deine Mitarbeiter in einem eigenen Board vor.
  • Lege eine Behind-The-Scenes-Pinnwand an, auf der du Eindrücke aus dem Unternehmensalltag pinnst.
  • Erstelle ein Board für Events, an denen du teilnimmst.
  • Teile auf einer eigenen Pinnwand deine Kunden, Kollegen, Partner oder Mitarbeiter des Monats.

Eigener Screenshot der Podcast-Pinnwand

Dell-Pinnwand Screenshot

SEO-Küche-Pinnwand-Screenshot

Ergänze dein Content Marketing um Pinterest 

Es mag auf den ersten Blick nicht so aussehen, aber Pinterest kann auch im B2B ein überzeugender Generator für Reichweite, Traffic und Leads sein. Man muss nur ein bisschen Fantasie bei der Pinnwandgestaltung haben und bereit sein, sein Unternehmen transparent und authentisch auf der Plattform zu präsentieren.

Pinterest Marketing kann sich im B2B durchaus lohnen. Es sollte aber mit einer entsprechenden Taktik einhergehen und natürlich nur Teil einer umfangreichen Distributionsstrategie sein. In jedem Fall ist Pinterest für B2B-Businesses aber sicher interessanter, als etwa Instagram, wo es eher um Selbstdarstellung als um nachhaltige Social Media Pflege geht.

Wie du eine solche Strategie zum Seeden deines Contents auf Social Media konzipierst, umsetzt und automatisierst, kannst du in der 6-wöchigen Content Marketing Academy lernen. Melde dich gleich hier mit einem Klick an:

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