Content Marketing ist in aller Munde. Seinen Ursprung hat es im SEO. Oder mit anderen Worten: Die SEOs haben’s erfunden. Einer der entscheidenden Punkte dabei ist, dass dieses content-driven Marketing mittlerweile META-Charakter hat und verschiedene Disziplinen wie Social Media, PR, Conversion Optimierung und eben SEO beinhaltet. Das wiederum bedeutet, dass Content Marketing die Zusammenarbeit zwischen diesen Disziplinen fördert und fordert. Und so komplex die Ziele aus dieser Zusammenarbeit mittlerweile auch sein mögen – SEO ist und bleibt eines dieser Ziele!

Schnittstellen im SEO

In diesem Artikel betrachte ich die Schnittstellen zu den angrenzenden Disziplinen in Hinblick auf das Ziel „Suchmaschinenoptimierung”. Ich bin davon überzeugt, dass Top Rankings in Zukunft nur noch dann erzielt werden, wenn SEOs über den eigenen Tellerrand blicken und eine ganzheitliche, interdisziplinär ausgerichtete Content Marketing-Strategie verfolgen.

1. SEO aus Content Marketing-Sicht

Im Zentrum der Suchmaschinenoptimierung steht auch heute noch das Linkbuilding. Schon seit Jahren geht der Trend dahin, dass die reine Masse an Links eine immer geringere Rolle spielt. Links, die wir leicht bekommen, haben ausgedient! Qualitativ hochwertige Backlinks sind mittlerweile immer entscheidender geworden. Verlinkt wird dabei nur noch auf solche Inhalte, die einen echten Mehrwert bieten, indem sie ein Problem lösen oder ein Bedürfnis ansprechen.

Auch die Kommunikation mit Nutzern oder die Art und Weise, wie sie (re)agieren, spielt für SEOs eine größere Rolle, als noch vor ein paar Jahren. Erst durch die Zusammenarbeit mit angrenzenden Disziplinen wie Social Media oder der Conversion Optimierung lässt sich eine SEO-Strategie im Sinne des Content Marketings zeitgemäß umsetzen.

2. SEO aus Conversion-Sicht

Conversion Optimierung hat für viele kaum etwas mit SEO zu tun, „allgemein [wird sogar] angenommen, SEO und Conversion Optimierung vertragen sich nicht, sie seien konträr.“ Das hat viel damit zu tun, dass bestimmte Technologien (wie z.B. Flash) früher zur Verbesserung der Conversion eingesetzt wurden, nicht aber besonders suchmaschinenfreundlich waren. Doch die Zeiten, in denen SEO und Conversion Optimierung sich gegenseitig behinderten, sind mittlerweile vorbei. Tatsächlich kann Conversion Optimierung sogar dazu beitragen, dass die SEO-Strategie im Content Marketing aufgeht.

Eingangs wurde davon gesprochen, dass “qualitativ hochwertige Links nur auf solche Inhalte gesetzt werden, die einen echten Mehrwert bieten, indem sie ein Problem lösen oder ein Bedürfnis ansprechen.” Conversion Optimierung kann diesem Ziel tatsächlich äußerst dienlich sein: Denn ein Nutzer, der konvertiert, also erfolgreich eine Aktion auf der Website durchgeführt hat, ist wahrscheinlich auch jemand, der die Website weiterempfiehlt, und einen Backlink setzt. Nutzer, die keine Kunden werden, weil sie die Website vorher wieder verlassen haben, setzen hingegen keine Links. Genau deshalb muss Conversion Optimierung in der SEO-Strategie berücksichtigt werden.

3. SEO aus Social Media-Sicht

Inwieweit Social Signals tatsächlich schon jetzt direkt das Ranking beeinflussen, ist aktuell umstritten. Unumstritten jedoch ist, dass diese Signale aus Interaktionen zumindest indirekt einen starken Einfluss auf das Ranking haben können. Hierbei geht es in der Regel um Reichweite (z.B. durch virale Effekte oder Influencer bzw. Meinungsführer) und natürlich um die eigene Reputation. Diese Zusammenhänge zwischen Social Signals und Rankings können Suchmaschinenoptimierer kaum noch ignorieren.

Denn natürlich können diese Social Signals zum einen massive Auswirkungen auf die Reichweite und somit auf den Traffic auf der Website haben. Und zum anderen können sie als vertrauensbildende Maßnahmen hilfreich sein, um Links von solchen Seiten zu bekommen, die nur echten Experten vorbehalten sind. Reputation aufbauen, sollte bei einer SEO-Strategie berücksichtigt werden: Denn Experten bekommen die besten Links!

4. SEO aus PR-Sicht

Schon seit einigen Jahren hat erfolgreiches Linkbuilding viel mit guter Online-PR zu tun: Für SEOs heißt dies, dass sie nicht nur wissen müssen, wie Suchmaschinen “ticken”, sondern auch, wie Menschen ticken. Denn ihre Arbeit besteht darin, tagtäglich mit Journalisten und Multiplikatoren zu sprechen, Kontakte zu potentiellen Linkgebern aufzubauen und dabei stets die richtige Ansprache zu finden.

Im Idealfall arbeiten SEOs wie digital vernetzte PR-Manager, die genau wissen, wie Networking auf Plattformen wie Facebook, Twitter, für das Blog und in eigenen Communities funktioniert – und nebenbei auch reale Kontakte über die eine oder andere Konferenz knüpfen. Demzufolge sollten sie nicht nur wissen, wie die relevanten Social Media-Tools und -Plattformen funktionieren. Vielmehr sollte jeder SEO auch in Sachen Online-PR ein absolutes Ass sein, um perfektes Linkbuilding zu betreiben.

SEOs sind auch nur Menschen wie Du und ich

Die Realität sieht natürlich ganz anders aus! Denn SEOs sind ja auch nur Menschen, wie Du oder ich. Ich empfehle daher jedem SEO, so weit wie möglich über den eigenen Tellerrand zu blicken, indem er in angrenzende Disziplinen hineinschnuppert und sich nach und nach weiterbildet. Und natürlich muss es darum gehen, Kooperationen einzugehen, um Top Rankings durch eine ganzheitliche, interdisziplinär ausgerichtete Content Marketing-Strategie zu erzielen.

Suchmaschinenoptimierung kann in dieser ganzheitlichen Betrachtung zu einem Schneeball-Effekt führen: Qualifizierte Links führen zu mehr Traffic. Diese neuen Besucher werden zu Kunden. Und zufriedene Kunden empfehlen die Website oder den Shop weiter. Dadurch entstehen wieder neue Links. Möglich wird dies, wenn alle Stationen, angefangen beim aktiven Linkaufbau, der Conversion Optimierung und den Social Signals perfekt ineinandergreifen und Content Marketing als Strategie verstanden wird.

Setze jetzt wichtige Schnittstellen im SEO effektiv um:

contentbird kostenlos testen

Kommentare (8)

Mit „Die SEOs haben’s erfunden.“ enthält der Text eine durchaus subtile Stelle, die als solche naturgemäß Raum für Fehlinterpretationen gibt. Damit sich derartige Deutungen nicht verbreiten, hier eine Klarstellung:

Es gibt nicht selten PR-Leute, die Content Marketing gewissermaßen für sich beanspruchen – als hätten sie es erfunden. Das hatte ich im Kopf, als mir die Aussage einfiel. Dass SEOs das Content Marketing nicht wirklich ernsthaft „ERFUNDEN“ haben, müsste eigentlich klar sein. Die Aussage „Die SEOs haben’s erfunden.“ ist nicht umsonst eine ziemlich deutliche Referenz auf die Werbung von Ricola, die wahrscheinlich so ziemlich jeder ab ca. 30 kennt.

Der Kern der Aussage ist und bleibt natürlich korrekt: Der Hype um Content Marketing hat viel, sogar sehr viel mit SEO zu tun: Ohne die Entwicklungen, die Google in letzter Zeit vorangetrieben hat, wäre Content Marketing ganz sicher nicht so ein starkes Thema geworden.

Hallo Anna,

von welchem Link sprichst du denn? Möglicherweise wurde er bei unserem Umzug auf den neuen Blog noch nicht aktualisiert. 🙂

LG
Philipp

Kann dem nur restlos zustimmen. Aber gerade für kleine Unternehmen ist dieses Large-Scale-Project unfinanzierbar, Ganz ehrlich bei den meisten ist schon viel erreicht, wenn die Basics stimmen: klare Navigation, gute Seitenstruktur, brauchbare Inhalte, logische interne Verlinkung, Mobiltauglichkeit, Anbindung an Facebook & Co. – Es erfolgt ein Auseinanderklaffen der Unternehmen. Jede ohne Geld für das zeitaufwändige und ressourcenintensive Content Marketing werden auf der Strecke bleiben. Die Brands mit Kohle und Manpower werden das Rennen machen. Sicher ist auf lokaler und regionaler Ebene oder mit guten Ideen so einiges auch ohne viel Geld möglich – aber unter dem Strich sind viele Unternehmen einfach viel zu schwach auf der Brust um diesen Level jemals zu erreichen. Content Marketing bedeutet vielfach das Posten der Bilder des letzten Firmenseminar oder Mitarbeiterschulung auf dem eigenen FB-Kanal. Theorie und Praxis klaffen hier sehr weit auseinander. Als Seo-Texter kann ich nur versuchen guten Content zur Verfügung zu stellen – den Rest macht dann eben der liebe Gott – oder auch nicht! 🙂

Dass Budget oder Kreativität oft mit entscheidend für den Erfolg von Content Marketing sind, steht außer Frage. Das sehe ich auch so! Und ja, für lokale Firmen, aber auch für mittelständische Unternehmen mit Nischen-Themen (und die besetzen ganz oft Nischen!), lässt sich viel bewirken, wenn für die genannten Aspekte überhaupt erst mal ein Bewusstsein geschaffen wird. Allein schon zu sehen, dass ich mit einem einzigen Artikel durch Distribution der Inhalte einen ganzen Content-Zyklus anstoßen kann, sorgt bei konsequenter Umsetzung einfach für eine höhere Reichweite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.