Als Content-Marketing-Jünger ist es mir immer wieder eine Freude, Blogbeiträge von Agenturen wie Morefire zu lesen. Bereits in der Einleitung verweist die Agentur für Suchmaschinenoptimierung (kurz: SEO) auf die Verbesserung von Webseiten für User und Suchmaschinen. Das war nicht immer so.

Denn auch wenn Morefire ein positives Beispiel für die aktuellen Entwicklungen ist, können Agenturen mit eingestaubten Methoden nach wie vor große Erfolge erzielen. Ja, auch im Jahr 2017. Und ja, auch ohne wirklich gute Inhalte mit echtem Mehrwert, sondern lediglich mit rein keywordbasierten Texten und einer intelligenten Linknetzwerk-Strategie.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die über Jahre erfolgreichen Russen-Links, die günstig im Ausland eingekauft wurden und, zumindest für einen begrenzten Zeitraum, das eigene Ranking verbessern konnten. Während meiner aktiven Zeit als SEO konnte ich mittels spezieller Tools viele Seiten enttarnen, die mit derartigen Methoden teils beachtlich rankten.

The times they are a’changing: Was Suchmaschinen 2018 NICHT sehen wollen

Umso schöner, dass Google immer intelligenter wird und Online Marketing mittlerweile aus so viel mehr besteht als aus der User-unfreundlichen Anhäufung von Links und Keywords. Professionelle SEO-Agenturen haben das längst verinnerlicht, dennoch stehen hinter vielen Themen nach wie vor die drei Fragezeichen. Und das zurecht, denn 2018 kommt in Sachen SEO einiges auf Deine Webseite zu.

SEO-Fehler #1: Du achtest auf Ranking-Faktoren, die für dein Keyword keine Relevanz besitzen.

Googles Künstliche Intelligenz „Rankbrain“ dürfte inzwischen jedem ein Begriff sein. Mit ihr schaut Google in die Köpfe der User und entscheidet auf Basis semantischer Kritierien, welche Website für welches Keyword gelistet wird. Dass es sich dabei nicht um Panikmache handelt, beweist ein Test mit dem Keyword „Halle mieten“. Würdest du hierfür einen ausführlichen Text, z.B. zum Thema Tipps und Tricks fürs Hallen mieten, schreiben, würdest du die Suchintention des Users nicht befriedigen, da dieser an schnellen Resultaten interessiert ist: Wo kann ich eine Halle schnell und unkompliziert mieten?

Suchergebnisse für das Keyword Halle mieten

Suchergebnisse „Halle mieten“: Bei bestimmten Begriffen suchen User keine ausführlichen Infos, sondern ausschließlich Anbieter.

Merksatz: Sämtliche Inhalte, egal ob Webseiten-Texte oder Blogbeiträge, müssen inhaltlich zu den optimierten Keywords passen.

SEO-Fehler #2: Du steckst dein Geld in alles, nur nicht in die Etablierung deiner Marke.

Klicken User auf von dir geschaltete Paid Ads: gut. Wird deine Website in der Google-Suche zu einem relevanten Keyword angezeigt: besser. Suchen User dich über deinen Namen und damit dein Brand: am besten. Laut der SemRush-Rankingfactor-Study 2.0 bescheinigen Letztere deiner Seite einen unglaublich hohen Trust, einfach weil die User Dich oder Dein Produkt und nichts anderes wollen.

Ausschnitt aus SEM-Rush-Studie

Aktuelle Zahlen, die Dich eins lehren sollen: Vernachlässige Deine Marke nicht!

In der Studie belegen die „Direct Website Visits“ unangefochten den ersten Platz, dicht gefolgt von der Verweildauer („Time on site“). Weit abgeschlagen hingegen: die bisherige Allzweckwaffe Backlinks auf Platz 6. Tja, liebe Black Hats: selbst wenn euer Netzwerk aus Russen-Links nicht enttarnt wird, muss euer Produkt selbst mindestens genauso gut performen. Ein Sieg für all jene, die schon immer auf gute Inhalte gesetzt haben, um damit eine Marke langfristig und zielgruppenfreundlich bekannt zu machen.

Merksatz: Die Mischung, bestehend aus SEO, Content Marketing und Paid-Ad’s, machts.

SEO-Fehler #3: Du setzt (zu früh) auf Voice Search

Die Sprachsuche von Google wird derzeit von vielen Blogs verheißungsvoll angepriesen und als DIE Zukunft des SEO bezeichnet. Von vielen, aber eben nicht von allen. So auch nicht von uns und Julian Dziki, der Voice Search vorsichtiger kommentiert. Demnach werden zwar 20 % aller Suchanfragen bereits jetzt per Sprachsuche getätigt, die Hintergründe der Suche selbst aber bleiben verborgen. Google selbst nahm sich dieser Thematik bereits 2014 an und veröffentlichte Statistiken zum Such-Hintergrund

Und dabei zeichnete sich ein für Shops und Dienstleister eher enttäuschendes Bild. In Zahlen: 43 % der jugendlichen User nutzen die Google-Sprachsuche, um jemanden anzurufen, 38 % wollen nur eine Verkehrsverbindung abfragen und 30 % wünschen sich von Google ein Lied. Natürlich könnte sich diese Entwicklung in 2018 umkehren. Konkret deutet jedoch nichts darauf hin. Bevor du also deine gesamte Marketing-Abteilung verrückt machst, solltest du nichts überstürzen.

Merksatz: Behalte die Sprachsuche im Auge, aber: keep calm.

SEO-Fehler #4: Du ignorierst die Sicherheit deiner User

Datenschutz ist nicht erst seit den Enthüllungen Edward Snowdens ein Thema. 2018 müssen die Daten deiner Kunden noch besser geschützt werden. Bedeutet: Verfügt deine Website noch über keinerlei HTTPS-Verschlüsselung, wird es dringend Zeit nachzubessern. Bereits heute werden Webseiten mit fehlenden Sicherheitsvorkehrungen abgestraft. Ein Trend, der den Jahreswechsel in jedem Fall überdauern wird.

Mach deine Seite sicherer und sicher dir die Gunst von Kaiser Google

SEO-Fehler #5: Du setzt noch immer nicht auf Content Marketing

Egal, welchen Experten du befragst, sie werden dir alle das Gleiche sagen: Inhalte werden sich im Netz langfristig durchsetzen. Wie bei allen Marketing-Aktivitäten kommt es aber auch im Content-Marketing auf die richtige Strategie und, darauf basierend, die richtigen Content-Formate an. Blogposts, Infografiken, Bilder oder doch Videos? Wie du Content-Marketing-Kampagnen erfolgreich in deine SEO-Strategie integrierst und damit erste Erfolge feierst, erfährst du in unserem kostenlosen Content-Marketing-Whitepaper.

Zum Abschluss: Google-Mitarbeiter Jonas Weber verrät seine Strategie für 2018

In seinem Webinar vom 17.11.2017 offenbarte Google-Mitarbeiter Jonas Weber die seiner Meinung nach beste SEO-Strategie für 2018. Seine „Informative Keyword“-Strategie basiert auf der Tatsache, dass die Mehrheit der User eher auf unbezahlte Google-Ergebnisse klickt als auf Anzeigen. Demnach würde auch der Großteil des Traffics auf eben diese Suchergebnisse entfallen. Zur Optimierung Deiner Webseite solltest du laut Weber:

Informative Keywords verwenden

Unter informativen Keywords versteht Weber Suchbegriffe, die ein Bedürfnis des Lesers nach Informationen befriedigen. In der Praxis bedeutet dies: Statt Keywords wie „medikament gegen jucken“ zu optimieren, ist es ratsam, das informative Longtail-Keyword „es juckt am ganzen Körper“ zu verwenden. Der Grund: Wie du oben bereits gelesen hast, bezieht Google die Suchintention seiner User in die Suchanfrage mit ein. Während du bei „medikament gegen jucken“ also mit den großen Pharma-Konzernen konkurrieren musst, lässt sich „es juckt am ganzen Körper“ relativ problemlos optimieren.

Evergreen-Keywords optimieren

Als Evergreens bezeichnet Weber langfristig erfolgreiche Begriffe wie „Pauschalreisen Sommer“ oder „Pauschalreisen Winter“. Das genaue Gegenteil solcher Keywords seien Begriffe wie „Pokemon“ oder „Pokemon Go“, die im Sommer 2016 kurzzeitig einen enormen Hype generieren konnten, aber danach ins Bodenlose absackten. Daher reicht es nicht aus, einfach nur ein informatives Keyword zu finden. Es muss sich dabei auch um einen Evergreen handeln.

Strategisch vorgehen

Das Gelingen seiner Strategie knüpft Weber an 3 konkrete Schritte, die unbedingt eingehalten werden müssen.

  1. In Schritt 1. musst Du deine Zielgruppe und deren Bedürfnisse identifizieren (bevorzugt in Form konkreter Keywords).
  2. In Schritt 2. Content produzieren, der dieses Bedürfnis befriedigt/ein Problem löst.
  3. In Schritt 3. Vertrauen über den verfassten Content aufbauen.

Gerade bei der Identifizierung der Zielgruppe musst du sehr genau vorgehen und dir ausreichend Zeit nehmen, passende Keywords zu suchen. Denn ein Punkt wird sich in Sachen SEO niemals ändern: Keywords sind die Basis für alles.

Fazit unseres SEO-Ausblicks

Dass sich der SEO-Sektor immer stärker vom Content Marketing beeinflussen lässt, war bereits 2017 offensichtlich und wird sich als Entwicklung auch 2018 fortsetzen. Grund dafür sind jedoch nicht nur die veränderten Ranking-Kriterien, sondern die Tatsache, dass Google selbst immer intelligenter wird. Sämtliche Versuche, die Suchmaschine mittels eingekaufter Links oder anderen technischen Manipulationen zu täuschen, werden in Zukunft zu noch drastischeren Abstrafungen führen. Darüber hinaus solltest du die Sicherheit deiner User nicht vernachlässigen und nach und nach auch Sprachsuchen in deine Strategie mit einplanen.

Jonas Webers Aussagen brachten uns das ein oder andere mal zum Schmunzeln, weil wir den Verdacht nicht los wurden, er hätte sich gewisse Punkte von uns abgeguckt. Letztlich nehmen wir dies jedoch als Kompliment und freuen uns auf ein SEO/Content Marketing-Jahr 2018 mit noch besserem Content, neuen Marken, hoffentlich sicheren Webseiten und intelligent ausgewählten Keywords, die zunehmend ausgesprochen, statt ausgeschrieben werden.

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