Erst Inhalte erstellen und dann optimieren? Mit den richtigen Helferlein lassen sich im Content Produktionsprozess oft zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Gerade erst hat die Münchner Internetagentur Delucks ein solches Helferlein auf den Markt gebracht – das DELUCKS SEO Plugin für WordPress. Backend Entwickler Christian Sunderbrink hat uns im contentbird Interview erklärt, wie effiziente Online Kommunikation funktioniert und welche Rolle Linkbuilding dabei spielt.

Hallo Christian,
schön, dass Du da bist! Beginnen wir direkt mit der Vorstellungsrunde.

  • Wer bist Du und was machst Du genau?

Mein Name ist Christian Sunderbrink. Ich leite bei der Münchner Internetagentur DELUCKS die Backend Entwicklung. Hier konzentriere ich mich vor allem auf die Entwicklung von Tools und Plugins, welche den SEO-Prozess erleichtern sollen.

  • Was prägt den SEO Markt derzeit Deiner Meinung nach besonders?

Ich halte Content Marketing für das relevanteste Thema rund um die SEO. Denn relevante Inhalte sind dank Penguin & Co zum stärksten Motor für die SEO geworden, sowohl direkt über die Bewertung von Inhalten bzw. Inhaltskontexten als auch indirekt durch Nutzersignale.

  • Was braucht es, um in dieser Situation nachhaltige SEO zu betreiben?

[etweet]Wer SEO mit Content Marketing kombiniert, kann sicherlich am nachhaltigsten erfolgreich sein.[/etweet] Um dies effizient zu bewerkstelligen, braucht es meiner Meinung nach Tools, welche den Redakteuren helfen, ihre Inhalte suchmaschinenoptimiert zu erstellen.

Christian Sunderbrink von Delucks über das neue SEO Plugin
    1. Warum seid Ihr der Meinung, dass die SEO Welt das von Euch entwickelte Plug-In unbedingt braucht?

Wir haben ein SEO Plugin für WordPress entwickelt, welches eben diese Schnittstelle zwischen Redaktion und SEO bildet: Es unterstützt die Redakteure in der Erstellung relevanter Blogbeiträge, indem es beispielsweise vor den Titel eines Beitrages den Suchbegriff stellt und diesen in den Fokus rückt. Wir überfordern dabei die Redaktion nicht mit SEO Fachbegriffen sondern helfen ihnen, durch einfache Hinweise und Tipps sowie Automatisierung den Fokus zu behalten. So kann unser Tool z.B. auch Alternativtexte von Bildern und das Verhalten für externe Links global steuern und hilft so, sich aufs Wichtige bei der Inhaltserstellung zu konzentrieren, anstatt bei jedem Beitrag eine SEO Checkliste durchgehen zu müssen.

    1. Provokant gefragt: Nimmt Euer Produkt SEO Agenturen die Arbeit weg oder unterstützt es ihre Arbeit viel mehr?

Jein. Ja, wenn SEO Agenturen ihre Aufgabe ausschließlich in der Erstellung von Metadaten und Sitemaps sehen. Nein, wenn SEO Agenturen sich auf die Erstellung relevanter Inhalte und damit nachhaltige SEO konzentrieren. Hierbei hilft das Plugin, den Fokus zu bewahren und das Verständnis vom Kunden für SEO zu verbessern. Dazu haben wir übrigens neben einer eigenen Zugriffstatistik auch eine Social Sharing Statistik in das Plugin einprogrammiert, die aufzeigt, welche Inhalte für die eigene Zielgruppe besonders „teilenswert“ bzw. viral sind. Neben der Unterstützung in der inhaltlichen Optimierung strukturiert das Plugin aber auch Daten nach „Schema“ und führt weitere Optimierungen in der Programmierung durch. Zusätzlich trackt es tote Links und lässt die mit wenigen Klicks umleiten. Die Arbeit von Agenturen wird dadurch also stark erleichtert und das Plugin gibt ihnen die Möglichkeit, sich auf inhaltlich anspruchsvolle Tätigkeiten zu konzentrieren, anstatt immer nur dieselben Anpassungen machen zu müssen.

    1. Wie sieht der Realisierungsprozess für so ein Tool aus? Wo liegen die Schwierigkeiten in der Entwicklung?

Der Ausgangspunkt war für uns, dass wir am Markt keine Lösung finden konnten, die wir einfach so hätten verwenden können bzw. die unseren Anforderungen genügte: Wir hatten zwar mehrere Ergänzungen für andere SEO Plugins wie Yoast geschrieben, weil Yoast & Co einige Optimierungen wenn überhaupt nur oberflächlich lösten. Dies führte allerdings oft zu Performanceproblemen und Inkompatibilitäten, also musste ein komplett neues, eigenes Plugin her. Wir haben also aus unseren Erfahrungswerten und Wünschen selber eine 2Do Liste entwickelt, unsere 2Dos mit den Lösungen der Branche abgeglichen und daraus das Projekt geplant. Besonders anspruchsvoll in der Entwicklung war die Ladezeit: Das Plugin sollte einerseits enorm umfangreich, aber trotzdem ultra schnell werden. Das hat mich sehr viel Konzentration gekostet und konnte kaum an die anderen Entwickler delegiert werden, zeitgleich mussten die aber auch schon in der Entwicklung angewiesen werden. Was ebenfalls viel Zeit in Anspruch nimmt, ist die Qualitätskontrolle – dies war aber absehbar. Weniger schwierig war es, die Updates von WordPress im Blick und das Plugin kompatibel zu halten. Dass dies bei einer ordentlichen Programmierung unproblematisch ist, wussten wir schon aus unserem Social Sharing Plugin „Love Button“.

    1. Was genau verbirgt sich hinter dem Link Modul? Welche Bedeutung haben Linkattribute wie dofollow und nofollow in der Online Kommunikation?

Wir haben eine Regel bezüglich dofollow und nofollow: Alle ausgehenden Links, welche einmalige Inhalte ergänzen und freiwillig gesetzt werden, markieren wir als dofollow Links, lassen also den Linkwert unserer Seiten auf diese vererben. Andere Links, z.B. in Linksammlungen wie Partnerrubriken oder in Vergleichen, Advertorials, werden mit einem nofollow markiert, da der unabhängige Mehrwert nicht gegeben ist. In unserem Linkmodul kann man nofollow Regeln für bestimmte Bereiche der Website einstellen, um die Behandlung von Links regelkonform zu gestalten. Um Redakteure möglichst gar nicht mit der Frage nach den Einstellungen externer Links zu konfrontieren, haben wir zusätzlich eine Funktion eingebaut, mit der alle externen Links in einem neuen Fenster geöffnet werden können.

    1. Wie sieht es mit Eurem eigenen Backlink Monitoring aus? Denkt Ihr eventuell darüber nach ein SEO Management Tool wie contentbird zu nutzen, um die Verteilung von dofollow und
      nofollow Links zu Eurer Seite im Auge zu behalten?

Unser SEO Plugin ersetzt kein Linkbuilding und Monitoring. Dieses empfehlen wir nach wie vor über contentbird durchzuführen, so machen wir‘s auch. Unser Plugin sollte man als Onpage SEO Umsetzungshilfe für Redakteure und Automatisierungstool für SEOs sehen. Tools wie contentbird, Searchmetrics oder Sistrix sind und bleiben strategische und operative SEO Tools. Wir überlegen aber durchaus, ob wir Funktionen über die APIs der gängigen SEO Tools in unser Plugin aufnehmen, um bspw. die Informationen aus contentbird auch im Backend der Websites abzubilden und somit einen noch besseren Überblick über die gesamte SEO geben zu können.

    1. Welchen Stellenwert nimmt Linkbuilding Deiner Meinung nach in der Zukunft der Suchmaschinenoptimierung ein?

[etweet]Linkbuilding bleibt extrem wichtig zur Suchmaschinenoptimierung[/etweet], wobei die Qualität deutlich vor Quantität steht. Massenlinks wird’s fast nur noch in Form von Reaktionen in Social Media geben, als Hype oder Shitstorm. Linkbuilding ist/wird damit also zu Blogger Relations und CRM. Beim Linkmonitoring wird die Qualitätskontrolle der Linkquellen noch wichtiger: So müssen Penalties (Strafen) von Google für Linkquellen früh erkannt werden, bevor sie ansteckend sind. Das gute an contentbird ist dabei: Ich kann das Tool sowohl zum Aufbau und Monitoring von Links nutzen als auch zum Abbau bzw. zur Entwertung. Zur Entwertung von Backlinks kann ich die Seitenbetreiber anschreiben und sie mit automatischen Remindern daran erinnern, Links zu entfernen oder zu entwerten, bevor ich die letzte Instanz ergreife und Links zum Disavow (Entwertung) an Google melde.

Vielen Dank für das spannende Interview!

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