Social Media Kooperationen mit einflussreichen Personen, besser bekannt als Influencer, scheinen erstmal nicht allzu kompliziert. Ein paar Test-Produkte hier, ein paar nette Worte da, und schon steht die Gratis-Werbung für das eigene Unternehmen…oder? Nein, eben nicht! Social-Media-Kooperationen erfordern viel Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis. Deshalb findest du hier die 8 wichtigsten Dinge, die du vor der Kooperation unbedingt wissen solltest!

1.      Das eigene Angebot muss Influencer-tauglich sein.

Es versteht sich eigentlich von selbst: Influencer Marketing ist kein Wundermittel, das pauschal für jedes Unternehmen funktioniert. Egal, was der Influencer deines Vertrauens in Szene setzen soll, authentisch muss es sein. Und das ist nun mal nur dann möglich, wenn das Angebot Social-Media-tauglich ist und die eigene Zielgruppe tatsächlich auf diesen sozialen Netzwerken zu finden ist.

Wer kennt sie nicht, diese Postings, denen man den inszenierten Charakter schon auf 10 Meter Entfernung ansieht. Das ist keine gelungene Social-Media-Kooperation, sondern schlicht langweilige Werbung. Bevor du dich also auf die Suche nach Kooperationspartner/innen machst, stell dir diese Fragen:

  • Lässt sich mein Produkt/meine Dienstleistung authentisch präsentieren?
  • Erreiche ich so meine Zielgruppe?

2.      Auf die richtigen Influencer kommt es an.

Es gibt nicht die Influencer-Strategie, und genauso wenig gibt es die Person, die du als Influencer engagieren solltest. Ganz im Gegenteil – viele Unternehmen fangen lieber klein an und arbeiten mit Personen zusammen, die eben noch nicht die Superstars der Branche sind. So wird insgesamt zwar ein kleineres Publikum angesprochen – aber dafür eben eins, das echtes Interesse mitbringt.

Doch das ist erst der Anfang. Hier noch ein paar weitere Schlüsselkriterien, die den „richtigen Influencer“ auszeichnen:

  • Authentizität – Bei einer Statista-Umfrage nannte die Mehrheit der Befragten als wichtigste Eigenschaften eines Influencers sowohl Brand Fit als auch Audience Fit. Glaubwürdigkeit ist alles!
  • langfristiges Potenzial – Eine dauerhafte Zusammenarbeit heißt nämlich übersetzt: „Dieser Marke kann man echt vertrauen.“
  • keine ‚dunkle Vergangenheit‘ – Du willst sicher keinen Shitstorm kassieren, nur weil du übersehen hast, dass sich dein neuer Influencer in der Vergangenheit schon mal einen peinlichen Fauxpas geleistet hat…
  • Exklusivität – Wie glaubwürdig ist es wohl, wenn die auserwählte Person schon gefühlt hundert andere Werbepartner hat?

Es ist nicht ganz leicht, eine solche Person überhaupt erst ausfindig zu machen, doch das Vorsortieren erspart dir insgesamt eine Menge Nerven. Eine Auswahl an möglichen Kandidat/innen für deine Influencer-Kooperation liefern übrigens spezielle Tools und Plattformen wie z. B. BuzzSumo. Sobald du deine Favoritenliste beisammenhast, wird es schon Zeit für die dritte goldene Regel…

3.      Von Null auf Hundert funktioniert nicht.

Einen Influencer aus dem Nichts anschreiben, das führt zu…nichts. Denn woher soll die Person wissen, ob du vertrauenswürdig bist, was sie davon hat, dir zu antworten usw.? Nein, der klügere Weg ist es, vor der eigentlichen Anfrage erstmal die Fühler auszustrecken und unverfänglich in Kontakt zu kommen:

  • Kommentiere einen Post. Ein Kommentar geht nicht so schnell unter wie ein simples Like – und den Influencer freut’s, denn Interaktionen sind bekanntlich die Währung für die Algorithmen von Facebook, Instagram etc.
  • Reposte einen Beitrag, z. B. in der Instagram-Story.
  • Lade die Person gemeinsam mit anderen zu einem Event ein.

In der Infografik siehst du auf einen Blick, dass die Kommunikation mit Influencern nach ganz eigenen Regeln verläuft (mehr dazu in Punkt 6!):


Bei der Kontaktaufnahme kann vieles gutgehen – oder zum kolossalen Fehler werden
. (Infografik von mediabynature)

4.      Konkrete Ideen sind die notwendige Basis.

Sobald du Kontakt aufnimmst, der über Kommentieren oder Sharen hinausgeht, brauchst du konkrete Argumente. Das Ziel eines Unternehmens sollte nicht sein: „Wir wollen eine Kooperation.“ Vielmehr muss feststehen, wie diese Kooperation aussehen und wo sie hinführen soll.

Das heißt nicht, dass schon jedes kleinste Detail feststeht – ganz im Gegenteil. Influencer sollten immer die Möglichkeit haben, selbst mitzureden. Schließlich stehen sie mit ihrem Gesicht für die Sache ein. Gleichzeitig haben wohl die wenigsten Zeit und Lust, sich im Alleingang ein komplettes Konzept zu überlegen.

Stell dir vor, du machst gemeinsam mit Freunden einen Urlaubs-Roadtrip. Setzt ihr euch einfach ins Auto und wartet, dass es von allein losfährt? Nein, ihr wisst, in welches Land ihr fahren werdet. Vermutlich auch, in welche Region. Wo euer erster Zwischenstopp ist? Das könnt ihr dann immer noch unterwegs entscheiden…

Ganz ähnlich ist es mit der Social-Media-Kooperation: Geh zumindest mit eigenen Vorstellungen in das Projekt hinein. Ob und inwiefern sie sich umsetzen lassen, siehst du früh genug – aber eine grobe Orientierung muss es geben.

5.      Influencer-Beziehungen sind eine Business-Angelegenheit.

Jede Social-Media-Kooperation ist unter anderem eine Geschäftsbeziehung. Oft erwecken solche Projekte den Eindruck, es gehe nur um guten Willen, doch das wäre schlicht unrealistisch. Fakt ist: Du und dein/e Kooperationspartner/in wollt jeweils etwas von dieser Zusammenarbeit haben.

Mit gutem Recht, denn beide Seiten werden Zeit in das Projekt investieren.

Damit sich dieser Zeitaufwand in Grenzen hält und ihr euch nicht gegenseitig in die Quere kommt, solltest du von Anfang an so viel Informationen wie möglich liefern können. Dein Influencer muss wissen:

  • Wer stellt da eine Anfrage und warum?
  • Woher kennen die mich eigentlich?
  • Was hätte ich von einer Zusage?
  • Passt das in meinen Zeitplan?
  • Ist das was Einmaliges oder könnte es ein dauerhafter Auftrag werden?
  • Wen kann ich kontaktieren, wenn ich mehr wissen will?

Letztendlich geht es bei einer Social-Media-Kooperation darum, dass eine Seite ein Angebot macht und die andere Seite es annimmt oder ablehnt. All das mag in lockerem Tonfall, einem friendly vibe und bunten Farben verpackt sein, aber unterm Strich bleibt es eine Business-Angelegenheit.

Mit dieser Grundeinstellung zeigst du Respekt dem Influencer gegenüber, und ein respektvoller Umgang mit anderen hat nun wirklich noch nie geschadet. Apropos, der nächste Punkt ist ebenfalls ein Zeichen der Anerkennung…

6.      Massenabfertigung ist tabu.

Einer der größten Fehler im Blogger-Outreach ist die Annahme, Blogger bzw. Influencer würden ‚eh nicht wirklich arbeiten‘. Dieses Vorurteil lässt jede Kooperation im Keim ersticken und könnte falscher nicht sein. Konzeption, Planung, Umsetzung, Inhalte bearbeiten, Networking, Content-Promotion – all das kostet Stunden um Stunden und kann sehr fordernd sein.

Zeige also bei der Kooperationsanfrage unbedingt, dass du die Person hinter der Influencer-Persönlichkeit kennst (oder kennenlernen willst) und deren Arbeit zu schätzen weißt. Merke:

  • Massennachrichten mit einer Anrede wie „Hallo du!“ oder „Lieber Blogger“ sind absolut tabu.
  • Eine persönliche Anrede mit Namen ist das Mindeste.
  • Erkläre, warum du Kontakt aufnimmst und was dir an dem Content der Person gefällt.

Das sind die Basics. Abgesehen davon sollte deine offizielle Kooperationsanfrage die Dinge enthalten, die gerade schon gefallen sind: Ansprechperson, Benefits, die grobe Idee, Zeitrahmen usw.

Grundsätzlich muss der Influencer immer das Gefühl haben, Rücksprache halten zu können und im Zweifelsfall nicht allein dazustehen. Das gilt zu Beginn ebenso wie während der laufenden Kooperation. Vergiss nie, dass beide Parteien gleichberechtigt sind und jeweils ein Recht auf klare Kommunikation haben.

7.      Ein Netzwerk will erweitert und gefestigt werden.

Die Kooperation ist hervorragend gelaufen? Sehr gut! Jetzt heißt es dranbleiben – und drauflegen: Überlegt euch neue gemeinsame Projekte und vernetzt euch gegenseitig.

Wer weiß, vielleicht kannst du deinen Influencer weiterempfehlen und ihm oder ihr so zu neuem Business verhelfen. Und wer weiß, vielleicht lernst du über deinen Influencer weitere Leute kennen, mit denen du in Zukunft kooperieren könntest. Ein Netzwerk baut sich jedenfalls nicht von selbst auf – betrachte die Beziehungspflege einfach als Zukunftsinvestition.

Alles in allem funktionieren Influencer-Kampagnen oft gerade deshalb nicht, weil sie als einmalige Sache gewertet werden und ins Leere laufen. Spar dir diesen klassischen Marketing-Fehler von Anfang an!

In der Infografik sind die wichtigsten Stationen noch einmal zusammengefasst:


Influencer-Kooperationen sind ein mehrstufiger Prozess
. (Grafik von mediabynature)

8.      Zwischenmenschliches ist ausschlaggebend.

Einer der wichtigsten Reminder zum Abschluss: Bei Social-Media-Kooperationen darf das Zwischenmenschliche nicht zu kurz kommen. Ja, es geht um eine Geschäftsbeziehung – die aber letzten Endes immer noch unter Menschen abgeschlossen wird. Deshalb:

  • Wenn die Chemie partout nicht stimmt, ist es womöglich besser, die Kooperation zu beenden. Irgendwo da draußen wartet ein besseres Match.
  • Probleme lassen sich am besten klären, indem sie offen angesprochen werden und…
  • …ihr gemeinsam nach einer Lösung sucht.

Wenn du all diese Faktoren berücksichtigst und neben deinen Zielen auch die persönliche Beziehung nicht vernachlässigst, haben deine Social-Media-Kooperationen eine solide Basis. Und damit bleibt nur noch zu sagen: viel Erfolg!

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