Das klassische Sender-Empfänger-Modell tritt durch die neuen Medien zunehmend in den Hintergrund. Man spricht von Liquid-, Multimedia- oder transmedialem Storytelling. Als Schnittstelle zwischen Verkäufer und Konsument tritt Content Marketing, das durch erzählerische Formate eine engere Verbindung zum Kunden schafft. Die strikte Trennung zwischen Konsumenten und Verkäufer wird aufgelöst und führt zu einer Verschiebung der Marktmacht. Stärker denn je sind es die Verbraucher, die darüber bestimmen, ob ein Produkt den Hype wert ist oder nicht. Transmediales Storytelling unternimmt den Versuch, den User stärker an die Marke zu binden und aktiv am Geschehen um das Produkt teilhaben zu lassen.

Fact Check: das musst du wissen

  • Storytelling bietet im Marketing den Ausweg aus der mangelnden Aufmerksamkeit des Konsumenten.
  • Durch transmediales Storytelling wird die Reichweite gesteigert und die Identifikation mit der Marke erhöht.
  • Content Marketing löst weitaus mehr als ein Problem – Es erzählt die Geschichte und den Lifestyle eines Produktes.

Transmediales Geschichten-Erzählen liegt im Trend

Der US-amerikanische Medienwissenschaftler Henry Jenkins beschreibt mit dem Begriff Transmediales Storytelling ein Phänomen, das die Verbreitung einer Geschichte über neue Plattformen meint. Als Folge der zunehmenden Medienkonvergenz müssen Verlage neue Umsatzkanäle finden, denn der Leser informiert sich heute zunehmend über verschiedene Kanäle. Durch transmediales Storytelling werden Geschichten in unterschiedlichen Medien verbreitet. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, die Aufmerksamkeit möglichst vieler User zu gewinnen. Außerdem wird die Identifizierung mit der Marke, die hinter der Geschichte steht, erhöht.

Lara Croft Tomb Raider Transmediales Storytelling

Ein klassisches Beispiel für die crossmediale Verbreitung einer Erzählung ist die der Abenteuerheldin Lara Croft. Das Tomb Raider Franchise ist eines der beeindruckendsten Transmedia Formate erzählt über die letzten zwei Jahrzehnte. Vom Schöpfer Toby Gard und dem britischen Entwicklerstudio Core Design ins Leben gerufen, startet Lara ihre Reise als virtuelle Protagonistin im Computerspiel Tomb Raider. Auch außerhalb der Spiele wird Lara zu einer populären Hauptfigur begleitet von mehreren Verfilmungen und literarischen Werken. 2018 startet Tomb Raider erneut in den Kinos und beweist, dass die Geschichte um die weibliche Indiana Jones noch nicht zu Ende erzählt ist.

Die Ziele von Storytelling

Storytelling hat die Aufgabe Wissen, Daten oder Botschaften auf vereinfachte Weise zu vermitteln. Durch die attraktive Aufbereitung des Wissens in Form einer spannenden Erzählung brennt sich das Wissen beim Rezipienten besser ein. Die kognitive Aufnahme wird unkomplizierter und sorgt im Gehirn des Zuschauers für eine Art „Eselsbrücke“.

Storytelling kann für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Vor allem im Marketing bietet es Unternehmen einen Ausweg aus der mangelnden Aufmerksamkeit der Konsumenten. Durch spannende Stories wird der User angesprochen und emotional in eine Geschichte verwickelt.

Um ein Produkt durch Storytelling zu vermarkten, muss die Erzählung:

  • Den Rezipienten aktivieren, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.
  • Den Rezipienten emotional berühren, denn Emotionen entscheiden über die Kaufabsicht.
  • Den Rezipienten begeistern – für eine Idee, einen Prozess, die Marke.
  • Den Rezipienten binden, um Markenloyalität zu schaffen.

Produktvermarktung durch transmediales Storytelling

Dass Storytelling nicht nur als Franchise funktioniert, sondern auch als Branded Entertainment Strategie beweisen Intel und Toshiba 2012 mit der Kurzserie „The Beauty Inside“. Durch den Einsatz der Online-Serie werden die Produkte von Intel und Toshiba gezielt in Szene gesetzt. „The Beauty Inside“ erzählt die Geschichte über Alex, der jeden Tag als eine andere Person aufwacht. Er ist immer die gleiche Person im Inneren, aber außen ist er jemand anderes. Da Alex ‚Aussehen sich jeden Tag ändert, wurden alle Zuschauer zum Vorsprechen für die Hauptrolle aufgefordert. Die Zuschauer spielen Alex während der gesamten Erfahrung auf seiner Facebook-Timeline mit Fotos und Videos und ergänzen so seine Erzählung.

Als erster Film, in dem jeder zur Hauptrolle werden konnte, heben Intel und Toshibo User Engagement auf eine komplett neue Stufe. Leser wollen Geschichten heut nicht mehr nur beobachten, sondern aktiv an ihrer Entstehung teilhaben. Durch die Möglichkeit vom Publikum zum Protagonisten zu werden, hat der Verbraucher das Gefühl von einer gewissen Zugehörigkeit zur Marke. Ein solches Format schafft eine enorme Markenloyalität beim Kunden, weckt Vertrauen und bildet eine Community, die oft unangefochten vom User zum Kunden wird.

Produkt Storytelling – So funktioniert’s

1. Jede Story braucht einen Anlass.

Warum? Ja warum nur? Fragen wir uns, wenn wir von einer Geschichte hören, dessen Anlass wir nicht kennen. Der Zuschauer möchte erfahren, welche Motivation hinter der Erzählung steht. Er möchte in die Psyche des Erzählens eindringen und analysieren, warum die Geschichte so verläuft, wie sie verläuft.
So geht ihr vor Manchmal sind Dinge eben gar nicht so kompliziert, wie man denkt. Um die Story der eigenen Marke zu erzählen reicht es oftmals sich zu erinnern, warum man mit der Idee gestartet ist. Welchen großen Mehrwert man in dem Produkt gesehen hat, aus welcher persönlichen Lage die Idee entstand oder welchen Lifestyle man selbst mit dem Produkt kreieren möchte.

2. Jede Story braucht einen Helden.

Warum? Der Held der Geschichte dient der Identifizierung. Er verkörpert die Werte, die die Geschichte transportiert. Er steht für einen bestimmten Lifestyle, mit dem der Zuschauer liebäugelt.
So geht ihr vor Bestimmt einen Protagonisten – ob Gründer, eine fiktive Person oder Celebrity spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass der Held die Werte und Philosophie eurer Marke verkörpert und der Zuschauer sich mit der Person identifizieren kann.

3. Jede Story braucht einen Konflikt.

Warum? Konflikte machen eine Story erst richtig spannend. Schließlich soll der Protagonist ja ein Problem lösen und dem Rezipienten somit aufzeigen, welche Transformation er dafür durchlaufen muss.
So geht ihr vor Überlegt euch, vor welchem Problem eure Zielgruppe stehen könnte. Genau dieses versucht ihr auf subtile Weise in eure Geschichte einzuarbeiten. Der Zuschauer wird euer Produkt unterschwellig mit der Lösung für seine verzwickte Lage verbinden.

4. Jede Story ist Entertainment.

Warum? At the end of the day dient jedes Medium der Unterhaltung. Der Zuschauer will in eine andere Welt entrissen werden, seinem Alltag entkommen und durch spannende Geschichten gefesselt werden.
So geht ihr vor Sprecht euren User emotional an, bindet ihn in das Geschehen ein, bringt im zum Lachen, zum Weinen, zum Nachdenken. Durch die emotionale Verwicklung in eure Story baut der User eine loyale Bindung zu eurer Marke auf.

5. Jede spannende Story wird weitererzählt.

Warum? Durch die Weiterzählung wird der Zuschauer dauerhaft an eure Marke gebunden. Die Verbreitung auf verschiedenen Kanälen sorgt für neue Umsatzwege und vergrößert das Publikum.
So geht ihr vor Transmediales Storytelling ist das Stichwort! Verbreitet eure Geschichte auf den unterschiedlichsten Kanälen. Dabei könnt ihr gemäß der Franchise-Methode verschiedenen Geschichten mit dem selbem Ursprung in ihrem jeweiligen Medium erzählen. Oder ihr erzählt nach der Portemanteau-Methode dieselbe Story in mehreren Medien. Bei der zweiten Methode müsst ihr darauf achten, dass das Publikum den Kanalwechsel mitmacht.

Überzeugendes Storytelling im Content Marketing

 

Produkte müssen 2018 weitaus mehr als ein Problem lösen – sie müssen eine Story erzählen, einen Lifestyle verkörpern.

Weil wir längst in einer Welt des Überflusses leben, kaufen wir heute nicht mehr allein für den Konsum, sondern der Identifikation wegen. Wir kaufen bei Marken, die uns inspirieren und emotional aufladen. Ein Accessoire passt nicht mehr nur zum Outfit, sondern unterstreicht den kulturellen Habitus.

Purelei Instagram Transmediales Storytelling

2017 gründet Alisa voller Sehnsucht an ihr Auslandssemester in Hawaii das Label Purelei. Die auf der paradiesischen Insel gefertigten Accessoires bringen das Aloha-Feeling nach Mannheim. Doch Purelei trägt den Hawaii-Spirit nicht nur durch Kettchen mit Weltkarten-Anhänger hinaus. Auf ihrem Blog, Instagram-, Pinterest- und Facebook-Account erzählen sie die Geschichten ihrer Follower, die mit den modischen Accessoires um den gesamten Globus reisen. Tropical-Feeling, die Sehnsucht nach glasklarem Wasser und blühender Landschaft inspirieren das Purelei-Team, ihre Content Story und die 231.000 Follower auf ihrem Instagram-Kanal.

Storytelling 2.0 mit der contentbird Plattform

Jede Geschichte braucht eine Plattform, auf der sie erdacht werden kann. Content Story, Kommunikationsziel und Persona gehören zur Content Marketing Strategie und müssen vor der Content Produktion definiert werden. Die contentbird Plattform hilft euch dabei, eure interne Kommunikation zu verbessern. Jeder in der Marketingabteilung ist bestens über die zu erzählende Geschichte informiert. Die Produktion wird durch ein aussagekräftiges Briefing zum Kinderspiel.

Transmediales Storytelling verlangt es, ein Universum zu schaffen, von dem aus alle weiteren Geschichten erzählt werden können. Dieses Universum ist eine Art Template, das den Anlass für eure Story einfängt. Mit der contentbird Plattform spannt ihr eure Content Marketing Strategie in einen Rahmen. Alles, was ihr kreiert, muss ihn diesen Rahmen passen. Denn nur so erreicht ihr die Emotionen eurer Kunden und bindet sie an eure Marke.

Probiert die contentbird Plattform in einem 14-tägigen kostenfreien Free Trial aus! Definiert euer Projekt und seht, dass Produkt-Storytelling einfacher ist als gedacht.

Welche Möglichkeiten bietet transmediales Storytelling für euch? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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