Wer sich mit der SEO beschäftigt, kommt früher oder später auch irgendwann mit dem Begriff holistischer Content in Kontakt. Was sich zunächst vielleicht einmal etwas esoterisch anhört, ist einfacher erklärt als es anfangs womöglich anmutet. Grob gesagt handelt es sich bei holistischem Content um eine Leitlinie bei der Content-Erstellung, Themen möglichst umfassend zu behandeln.

1. Was zeichnet holistischen Content aus? 

Einer der Hauptgründe, warum ganzheitlich behandelter Content immer wichtiger wird, liegt in der Weiterentwicklung von Google begründet. Der Algorithmus von Google versteht es immer besser, Suchanfragen der User exakt zu verstehen. Und die darauf abgestimmten Antworten in den Suchergebnissen zu liefern.

Das bedeutet auch, dass es nicht mehr notwendig ist, für jedes Keyword einen eigenen Inhalt auf der Website zu erstellen. Wenn mehrere Suchbegriffe im Grunde ein Thema beschreiben, können diese Informationen in ein und demselben Content zusammengefasst werden. Dass die Suchmaschine Google seine Suchergebnisse weniger danach ausrichtet, welcher Suchbegriff exakt eingegeben wurde, lässt sich daran erkennen, dass der Algorithmus bei leichten Abwandlungen von Suchworten nicht mehr komplett andere Ergebnisse ausspuckt, wie das früher schon der Fall war.

Doch wird es dadurch nun schwieriger oder leichter, mit Content in die obersten Ränge der Suchergebnisse zu gelangen? Fakt ist, nach wie vor geht es zu allererst um Qualität, nicht um Quantität. Als Orientierung zur Erstellung holistischen Contents können folgende Punkte herangezogen werden:

  • Enthaltene Keywords
  • Wird ein Mehrwert für die Nutzer geboten?
  • Ist der Content interessant aufbereitet?
  • Qualität des Contents
  • Informationsdichte und Informationsqualität

2. Der Start: Wer konsumiert meinen Content? 

Eine Faustregel, die im Grunde schon immer galt, jedoch speziell bei der Gestaltung von Inhalten nach holistischen Maßstäben gerade zu Beginn jeder Maßnahme beachtet werden sollte lautet:

  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Wer liest meine Texte?
  • Welche Frage führt diese auf meine Website?
  • Und welche Antwort erwartet sie sich?

Je genauer die Zielgruppendefinition zu Anfang der Contenterstellung beantwortet wird, desto besser wird es auch gelingen, die wirklich relevanten Infos zu einem Thema in einem Artikel zusammenzutragen. Was Google selbstverständlich mit guten Rankings honoriert.

3. Zauberwort Semantik 

Vorerst die Frage – was bedeutet Semantik? Der Begriff stammt aus der Linguistik. Er meint grob gesagt die Bedeutung, den Inhalt eines Wortes, eines Satzes oder auch eines ganzen Textes. Auch für die Contenterstellung lohnt es sich, einen näheren Blick auf diesen Begriff zu werfen. Was steckt dahinter und wie kann die nähere Beschäftigung mit der Semantik im SEO-Marketing, besonders bei holistischem Content, hilfreich sein? Die Antwort darauf folgt im nächsten Punkt.

3.a. Die Semantik als Schlüssel-Tool zu holistischem Content

Wer sich der Semantik widmet, wird dabei nicht nur einige neue Begriffe und Synonyme für Worte kennenlernen. Sondern vor allem auch neue Perspektiven gewinnen. Dank der Semantik-Tools von Contentbird werden viele Suchbegriffe und verwandte Worte präsentiert, die mit dem Kernthema in Verbindung stehen. Oder sogar genau dieses nur auf andere Weise beschreiben. Diese Vorgehensweise hilft, zu Themenvorschlägen zu gelangen, die anfangs bei einem persönlich noch nicht am Schirm standen.

Das Kunststück bei der Gestaltung von holistischem Content besteht darin, eine Thematik möglichst von allen Seiten zu beleuchten. Aber dennoch nicht der Versuchung zu erliegen, einen möglichst langen Text zu schreiben, der sich inhaltlich jedoch wiederholt und künstlich gestreckt wirkt. Die Semantik-Recherche unterstützt dabei, neue Perspektiven zu entdecken, die man sonst wohl nicht in den Content integriert hätte. Die diesen aber durchaus anreichern. Die ausführliche Recherche nach Synonymen und Suchbegriffen lohnt sich somit allemal und ist ein Grundbaustein der umfassenden Themenbehandlung.

4. Lesbarkeit und Formatierung 

Gerade dann, wenn ganzheitlicher, holistischer Content erstellt wird, wird umfassend schnell mit umfangreich verwechselt. Nur zu oft wird die Lesbarkeit dabei vernachlässigt. Hier wird es passieren, dass Blogtexte womöglich einmal etwas länger ausfallen. Dies macht ja gerade dann Sinn, wenn ein Thema umfassend abgehandelt werden soll. Trotzdem ist darauf zu achten, dass kein langer Wortschlauch entsteht, den niemand lesen möchte.

Selbst wenn ein Text noch so gut geschrieben ist, Semantik und Holistik aufweist, aber dieser unattraktiv formatiert ist, wird ihn kaum jemand bis zum Ende lesen. Oder gar auf Facebook oder in anderen Social Media Kanälen teilen wollen. Schon auf den ersten Blick sollte der Inhalt daher zum Lesen animieren.

Formatierungen sind dabei eine große Hilfe:

  • Absätze nicht zu lang gestalten
  • Mit Zwischenüberschriften arbeiten
  • Aufzählungszeichen verwenden
  • Lange Texte durch Bilder und Videos auflockern und anreichern
  • Zu Anfang einen kurzen Ausblick auf den Text geben
  • Text Highlighting
  • Links setzen, wo dies sinnvoll ist

4.a. WDF*IDF analysieren 

Bei der umfassenden Behandlung von Content kommen die Contentersteller an einem Tool kaum vorbei: Nämlich der WDF*IDF-Analyse. Dieses wichtige und hilfreiche Tool sollte nicht überschätzt, aber auch nicht unterschätzt werden. Kurzum analysiert es einen Text nach der Verschlagwortung und liefert Vorschläge. Außerdem danach, welche Begriffe darin zu oft vorkommen, noch öfter verwendet werden sollten oder gänzlich fehlen. Maßgröße ist dabei ein Mix aus der Keyworddichte im vorliegenden Text sowie der Häufung von Keywords in bereits online befindlichen Texten anderer Seiten im Internet, die dasselbe Thema behandeln.

Die WDF*IDF-Analyse kann dabei unterstützen, Begriffe zu finden, die ansonsten keinen Eingang in den Text gefunden hätten. Und sogar noch neue Randthemen eröffnen, die ansonsten nicht berücksichtigt worden wären. Die Vorschläge der Analyse sollten allerdings auch wiederum nicht peinlich genau genommen und umgesetzt werden. Vorrangig ist selbstverständlich, dass der Artikel gut lesbar ist und die Integrierung bestimmter Begrifflichkeiten auch sinnvoll ist.

5. Lohnt sich holistischer Content wirklich für jede Webseite? 

Wenn holistischer Content tatsächlich das Gebot der Stunde ist und als guter Weg gilt, um gute Rankings in den Suchergebnissen zu erzielen, sollte diese Strategie doch für alle Webseiten gelten. Richtig?

Dieser Schluss liegt natürlich nahe und in den meisten Fällen ist dies wahrscheinlich auch zutreffend; in der Praxis jedoch sollte immer genau abgewogen werden, inwieweit diese Content-Strategie sinnvoll erscheint. Wesentlich dabei ist immer, welchen Zweck eine Website erfüllt. Dient die Webseite lediglich als Opt-in Page, macht holistischer Content wenig Sinn. Auch eine Börsen-News-Seite, die Leser über aktuelle Entwicklungen der Aktien informiert, wird eher weiterhin gut damit bedient sein, kurze Statements zu veröffentlichen. Währenddessen können Blogs, die über z.B. über Strategien und das Funktionieren der Börse an sich informieren möchten, sehr wohl auf diese Content-Maßnahme setzen.

Ebenso sind z.B. die Websites von Filialisten, wie etwa von Autohändler-Vertretungen in ihrer Kommunikationsstrategie häufig durch die Zentrale eher eingeschränkt. Und haben hier weniger Spielraum bzw. macht es hier auch weniger Sinn. Die Nutzer wollen hier eher die Fakten zu Neuwagen lesen, als sich ausführlich darüber zu informieren, worauf es etwa beim Autokauf ankommt.

5.a. Vorsicht bei Landingpages

Besonderes Augenmerk sollte natürlich weiterhin den Landingpages gelten. Sie sind nicht zwangsläufig dazu da, um Themen ausführlich zu beschreiben, sondern dank Call to Actions eine bestimmte Aktion beim Nutzer auszulösen. So etwa den Kauf eines Produktes, die Anmeldung zu einem Newsletter oder die Registrierung zu einem Abo. Hier umfassende Inhalte bereitzustellen, könnte ablenkend wirken und damit am Ziel vorbeiführen. Eher sollten solche Content Pages auf die Landingpages verweisen, um diese zu stärken.

5.b. Wo baue ich holistischen Content auf meiner Webseite ein?

Maßgeblich dafür, wo die holistische Contentstrategie eingesetzt wird, ist natürlich vor allem, welches Thema behandelt wird. So kann ein solcher Text auf einer Kategorieseite eines Shops durchaus Sinn machen. Während er auf der Produktseite bereits wieder zu unspezifisch wäre und vom Produkt ablenken würde.

Der ideale Platz für holistic Content ist in jedem Fall der Blog einer Webseite. Hier landen Besucher, die nach bestimmten Antworten suchen und hier ist auch ausreichend Raum gegeben, um ausführlich auf Fragestellungen einzugehen.

6. Checkliste für holistischen Content 

Also noch einmal kurz zusammengefasst die Pros und Contras zu holistischem Content

Vorteile Nachteile
+ mehrere Keywords in einem Artikel zusammengefasst – Gefahr, dass Content zu unübersichtlich wird
+ Nutzer finden alle wichtigen Infos zum Thema in einem Text – nicht für jede Art von Webseite geeignet
+ bei richtigem Einsatz gute Suchmaschinen-Rankingergebnisse – die Erstellung ist aufwendiger
+ der Content rankt idealerweise gut zu unterschiedlichsten Keywords

7. Wichtiger Tipp: Holistisch, aber mit Themenfokus

Um bei der Erstellung von holistischem Content nicht vom Hundertsten ins Tausendste zu gelangen ist es trotz allen Strebens nach allumfassendem Inhalt sinnvoll, einen Themenfokus zu setzen. Etwa, indem vorher festgelegt wird, welche Fragen zu dem Thema beantwortet werden sollen und was meine Zielgruppe an dem Thema interessiert. So kann das Themengebiet gut gegliedert und in ansprechender Weise gestaltet und aufbereitet werden. Ohne User dabei mit zu viel und zu umfangreicher Information abzuschrecken.

Wer sich ausführlich weiterbilden möchte, dem sein unsere Academy ans Herz gelegt: informieren, anmelden, Content Marketing richtig machen!

War der Artikel hilfreich? Habt ihr Fragen? Über Kommentare freuen wir uns natürlich.

 

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